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Gemeindejournal Märkische Heide – Amtsblatt für die Gemeinde Märkische Heide
Ausgabe 5/2026
Informationen aus der Gemeindeverwaltung
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Für Nachtschwärmer, Naturliebhaber und Sternenfans - das war die Dark Sky Week im Spreewald!

Lübben und Lübbenau: Das UNESCO - Biosphärenreservat Spreewald beteiligte sich erstmalig mit verschiedenen Veranstaltungen an der „International Dark Sky Week“ – einer weltweiten Aufklärungswoche über die Schönheit der Nacht und wie diese zunehmend durch Lichtverschmutzung beeinträchtigt wird.

Lichtverschmutzung bedeutet, dass die natürliche Dunkelheit durch künstliches Licht gestört wird. Wie Rangerin Lena Konzack von der Naturwacht Spreewald erklärt, ist das nicht nur für alle Tiere und Pflanzen problematisch, welche sich über Jahrmillionen an den Wechsel von Licht und Dunkelheit angepasst haben. Unter zu viel künstlichem Licht leidet auf die Gesundheit des Menschen. Obwohl Lichtverschmutzung global um zwei bis sechs Prozent pro Jahr zunimmt und damit zur Biodiversitätskrise beiträgt, ist das Thema bisher unterbeleuchtet.

Um darüber aufzuklären und das Bewusstsein zu schärfen, haben die Schutzgebietsverwaltung und die Naturwacht des UNESCO-Biosphärenreservates Spreewald im Rahmen der „International Dark Sky Week“ Projekttage mit der 7. Klasse des Paul Fahlisch Gymnasium Lübbenau und der 8. Klasse der Spreewaldschule Lübben durchgeführt. An verschiedenen Stationen konnten die Schüler Kenntnisse über Licht und Leuchtmittel aus physikalischer Sicht, den nächtlichen Sternenhimmel, die Entstehung von Lichtverschmutzung und die Bedeutung von natürlichem und künstlichem Licht für Pflanzen und Tiere erwerben. Schließlich wurden eigene Handlungsoptionen erarbeitet. Das Fazit der Schüler: „Licht ausmachen, wenn man es nicht braucht, warmweiße Glühbirnen verwenden und den Lichtstrahl möglichst immer in die gewünschte Richtung lenken.“

Alle Interessierten konnten am 17. April ab 18.30 Uhr in der Steinkirchener Kirche zudem eine öffentliche Informationsveranstaltung besuchen. Für Jung und Alt war etwas dabei, unter Anderem verschiedene Vorträge, eine Wanderausstellung mit Quiz, Bewegungsspiele und der Lichtfang von Nachtfaltern.

Die Veranstalter zeigten sich zufrieden mit ihrer ersten Dark Sky Week – im April 2027 wird sich das UNESCO-Biosphärenreservat mit weiteren Angeboten beteiligen.

 

 

Hintergrund Naturwacht Brandenburg

Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in den 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes und füllen das Motto „Mittler*innen zwischen Mensch und Natur“ mit Leben. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.

Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Interessierte auf mehr als 500 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs wecken die Ranger*innen Interesse an Natur- und Umweltschutz.

Mehr als 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de