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Neisse-Echo - Amtsblatt für die Stadt Guben und die Gemeinde Schenkendöbern
Ausgabe 11/2026
Gubener Zeitung
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Gubener Zeitung

Die nachfolgenden Texte wurden übernommen und entsprechen der damals gültigen Rechtschreibung und Grammatik. Die „Gubener Zeitung“, von 1871 bis 1944 auf Rollfilm festgehalten, kann in den Räumen der Stadtbibliothek in der Gasstraße 6 eingesehen werden.

Guben vor 100 Jahren - Notizen aus der „Gubener Zeitung“

8. August 1926

Blumenschau im Ratskeller. Der Gubener Ratskeller, der durch die umsichtige Bewirtschaftung, wie auch die Güte und Preiswürdigkeit seiner Speisen und Getränke mit zu den beliebtesten Gaststätten unserer Stadt zählt, präsentiert sich in diesen Tagen den Besuchern in einem besonders reizvollen Gewande. Die lauschigen Nischen und weißgedeckten Tische prangen in einem wunderbaren Blumenflor, der aus dem Gartenbaubetrieb Erich Bartke (Kupferhammer) stammt. Neben dunkelroten Rosen und duftenden Nelken zieren namentlich Gladiolen von den leuchtendsten bis zu den zartesten Farben die gemütlichen Räume, mit deren kunstvollen Ausmalung sich die Blumen zu einer stimmungsvollen Farbsymphonie vereinigen. Eine gute und dezente Unterhaltungsmusik, die in keiner Weise aufdringlich wirkt, erfreut die Gäste durch leichtflüssige, populäre Melodien. Ein reichbesetztes Büffet liefert zu den Getränken einen willkommenen „Kosthappen“. Gestern abend war der Ratskeller von zahlreichen Gästen besucht, die sich augenscheinlich alle recht wohl fühlten. Wie wir hören, bleibt der Blumenschmuck noch den Sonntag über stehen.

15. August 1926

Eine italienische Nacht in stillvoller Aufmachung wird der Verein für Gesundheitspflege e.V. am Sonnabend abend auf seinem Grundstück am Parkwege veranstalten. Die gesamten Anlagen, die zahlreichen Gärten, alles wird in einem märchenhaft farbenprächtigen Lichtmeer erglänzen, das durch tausende Lampions und elektrische Glühlämpchen gespeist wird. Für eine gute Unterhaltung soll durch ein großes Fronten-Feuer-Werk, durch ein Freilicht-Theater und Aufführungen der beiden Jugendgruppen des Vereins und durch ein Konzert der Lüddeckeschen Kapelle gesorgt werden. Damit jeder Gelegenheit hat, sein oft so freudearmes Leben mit einigen lichtfrohen Stunden zu bereichern, ist der Eintrittspreis mäßig.

18. August 1926

Eine Pflastermaschine. Seit mehr als 30 Jahren sind sowohl in Schweden als auch in anderen Ländern Versuche gemacht worden, eine Maschine für das Einrammen von Pflastersteinen beim Straßenbau zu konstruieren. Erst jetzt sind diese Versuche dem schwedischen Ingenieur Carlsson geglückt. Die Maschine ist, wie aus Stockholm berichtet wird, bereits beim Bau einer neuen Straße längere Zeit erprobt worden. Sie wird mit einem Benzinmotor von 2 PS getrieben und leistet bessere Arbeit wie der Handramme. Sie leistet die Arbeit von acht Rammern, indem sie 70 Schläge in der Minute verrichtet. Während man bisher mit Handkraft die Pflastersteine nur selten mehr als 3 Zentimeter in den Straßenkörper hineinpressen konnte, stößt die Maschine diese 5 Zentimeter tief hinein. Ein besonderer Vorzug der Maschine ist, daß die Schlaggröße des 70 Kilogramm schweren Rammers während der Arbeit verändert werden kann und dieser viel gleichmäßigere Arbeit aufweist.