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Neisse-Echo - Amtsblatt für die Stadt Guben und die Gemeinde Schenkendöbern
Ausgabe 12/2026
Gubener Zeitung
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Gubener Zeitung

Die nachfolgenden Texte wurden übernommen und entsprechen der damals gültigen Rechtschreibung und Grammatik. Die „Gubener Zeitung“, von 1871 bis 1944 auf Rollfilm festgehalten, kann in den Räumen der Stadtbibliothek in der Gasstraße 6 eingesehen werden.

Guben vor 100 Jahren - Notizen aus der „Gubener Zeitung“

01. September 1926

Mitten aus den Vorbereitungen zur neuen Spielzeit unseres Stadttheaters ist der bisherige Theaterdirektor Heinzel durch einen jähen Tod herausgerissen worden. Da bei den ganzen Vorarbeiten die Gattin des Direktors zugegen war und über alle Pläne, Neuverpflichtungen, Ankäufe von Stücken usw. genau informiert ist, war es bis zu einem gewissen Grade selbstverständlich, daß die Theaterkommission im Einverständnis mit dem Magistrat Frau Heinzel für die nächste Spielzeit mit der Führung der Geschäfte weiter beauftragte. Die Stadtverwaltung hat dann zugestimmt, Frau Heinzel die Leitung des Theaters zu übertragen. Frau Direktor Heinzel wird, ausgerüstet mit ihrer ganzen Fach- und Sachkenntnis in den Dingen des Theaters, bemüht sein, das Vertrauen, was sich Herr Direktor Siegfried Heinzel zweifellos erworben hatte, zu erhalten und zu stärken. Es kann und darf nicht anders sein, als daß nun auch die Gubener Bürgerschaft der neuen Leitung des Theaters ihr Vertrauen entgegenbringt, denn ohne Vertrauen ist in einer Stadt wie Guben nun einmal nicht zu arbeiten.

11. September 1926

Diakonissenhäusertagung. Vom 30. August bis zum 4. September hielten sowohl die Generalkonferenz als die Deutsche Konferenz des Kaiserswerther Verbandes in der ältesten und berühmtesten Diakonissenanstalt, nämlich zu Kaiserswerth am Niederrhein, ihre Tagungen ab. Dort ist geschichtlich bedeutsamer Boden. Am Rheine steht die Ruine einer schönen Kaiserpfalz, die als Barbarossas Lieblingssitz bezeichnet wird. In einem Garten aber unweit des Rheinufers wird das kleine Häuschen gezeigt, wo 1833 Pfarrer Theodor Fliedner mit dem ersten Zögling die Arbeit der Rettung und Erziehung sittlich gefährdeter und gefallener Mädchen aufnahm. 1836 folgte die Begründung der ersten Diakonissenanstalt, so daß diese den verbündeten Häusern zur Konferenz ein Album „90 Jahre Kaiserswerther Diakonissenarbeit“ überreichen konnte. 66 deutsche und 28 ausländische Anstalten waren vertreten, und zwar die Lutherstiftung Frankfurt (Oder) durch Pastor Getz und Oberin Schwester Helene Pfaff, das hiesige Naemi-Wilke-Stift durch Pastor Dr. Jacobskötter von hier und Diakonisse Luise Benreiß, Oberschwester zu Coswig bei Meißen, Wettinstift. Mit den Konferenzen wurde diesmal eine öffentliche Tagung verbunden, bei der sowohl die Reichsregierung, das Wohlfahrtsministerium, die Provinzial-, Kreis- und Ortsbehörden als auch die Kirchenregierungen und die übrigen Verbände der freien Wohlfahrtspflege vertreten waren. Selbstverständlich benützten viele Teilnehmer die Nähe Düsseldorfs zu einem Besuche und Studium der großen Ausstellung für Gesundheit, soziale Fürsorge und Leibesübungen.

13. September 1926

Von der Reichsbahndirektion Halle wird mitgeteilt: Gestern nachmittag wurden auf der Strecke Forst – Guben von dem zuständigen Bahnmeister zwischen km 13,5 und 13,7 einundzwanzig Feldsteine in ungefährer Größe von 20 cm gefunden. Der sofort eingesetzte Streifdienst ermittelte die Täter in Gestalt von 4- bis 5-jährigen Kindern.