Die nachfolgenden Texte wurden übernommen und entsprechen der damals gültigen Rechtschreibung und Grammatik. Die „Gubener Zeitung“, von 1871 bis 1944 auf Rollfilm festgehalten, kann in den Räumen der Stadtbibliothek in der Gasstraße 6 eingesehen werden.
07. Februar 1926
Zum Künstlerfest. Wie wir erfahren, wird an dem am Dienstag, 9.Februar, stattfindenden Künstlerfest auch Herr Eugen Transko vo der Staatsoper Berlin, sowie Herr Franz Sauer von der Charlottenburger Oper mitnehmen. Die Herren werden einige ihrer schönsten Lieder zum Vortrag bringen.
14. Februar 1926
Beitzsch, 12.Febr. (Die Liebe und der Alkohol) waren die Ursache, daß der Tischler Max Br. Aus Beitzsch vor Gericht erscheinen mußte. Br. hatte einem Tanzvergnügen in Grötzsch beigewohnt und mit einem Mädel angebandelt, daß er nach Hause begleiten wollte. Die Angebetete hatte sich aber eines Anderen besonnen und ihren Anbeter im Stich gelassen. Dieser vom Alkohol und der Liebe aufgeregt, jagte nach und verletzte seinen Nebenbuhler, mit dem daß Mädchen sich auf den Heimweg gemacht hatte, eine kräftige Ohrfeige, so daß er zu Boden fiel und nun stieß Br. noch mehrmals mit dem Stiefel nach dem am Boden Liegenden. Urteil: 40 Mark Geldstrafe.
16. Februar 1926
Die Lage der Ziegelindustrie. Infolge der strengen Kälte, die während des größten Teils des Monats herrschte, stockte das Geschäft weiter völlig: auch Drainröhren, die im vorigen Monat noch gefragt waren, fanden kaum noch Absatz. Weitere Ziegeleien haben sich entschlossen, den Betrieb ganz stillzulegen. Einige Werke sind in erste Zahlungsschwierigkeiten gekommen und teilweise gezwungen gewesen, ihre Zahlungen einzustellen.