Titel Logo
Neisse-Echo - Amtsblatt für die Stadt Guben und die Gemeinde Schenkendöbern
Ausgabe 4/2026
Gubener Zeitung
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Gubener Zeitung

Die nachfolgenden Texte wurden übernommen und entsprechen der damals gültigen Rechtschreibung und Grammatik. Die „Gubener Zeitung“, von 1871 bis 1944 auf Rollfilm festgehalten, kann in den Räumen der Stadtbibliothek in der Gasstraße 6 eingesehen werden.

Guben vor 100 Jahren - Notizen aus der „Gubener Zeitung“

2. März 1926

In der Binnenschiffahrt wird der Betrieb allmählich wieder aufgenommen. Fast von allen Verladeplätzen werden Einstellungen von Arbeitskräften gemeldet. Für wechselnde Lohnarbeit brachte das milde Wetter eine Steigerung für Gelegenheitsarbeiter. In einzelnen Bezirken begannen wieder die Streckenarbeiten bei der Eisenbahn.

12. März 1926

Vogelkunde im Frühjahr. Wo immer wir wandern zur stillen Beobachtung und tieferen Betrachtung der Natur, da fällt uns die Vogelwelt besonders auf. Zum kennenlernen der Vogelstimmen ist das Frühjahr die beste Zeit. Der Anfänger beginnt am besten schon im Vorfrühling und zwar zunächst bei den Arten, die in seiner nächsten Umgebung vorkommen, Drosseln und Finken sind häufig bei uns. Stare und Schwalben sind bekannte Frühlingsboten. Auch die Feldlerche kehrt meistens schon im Februar zu uns zurück. Im Wald und in großen Anlagen zeigen sich nicht selten Baumläufer und Spechte. Der Baumkönig schmettert sein Lied. Goldhähnchen treffen wir in der Regel nur auf Nadelbäumen an. Etwas schwierig ist manchmal die genaue Bestimmung unserer verschiedenen Meisen, wenn wir nur auf ihre sehr wechselvollen Rufe angewiesen sind. Dagegen ist z.B. das Rotkelchen, durch leicht ins Ohr fallende Gesangsmerkmale nicht zu verwechseln. Vom Rotschwänzchen kommen bei uns zwei Arten vor: Der Haus- und Gartenrotschwanz, die nach der Farbe ihres Schwanzes sowie am Gesang auseinander- zuhalten nach einiger Zeit auch gelingt. Allmählich versuchen wir, uns die verschiedenen Laubsänger zu merken und achten darauf, wie die einzelnen Grasmücken aussehen und singen. Bei erhöhter Aufmerksamkeit finden wir immer mehr und auch seltenere Vogelarten heraus, die wir durch ihr Benehmen, durch gewisse Eigentümlichkeiten im Flug, dann am Gefieder, und nicht zuletzt durch ihre Rufe und Lieder sicher unterscheiden, so vielstimmig besonders in den herrlichen Morgenstunden das Vogelkonzert auch sein mag.

16. März 1926

Volkstümliche Wetterregeln. Daß das Volk, am meisten die Landbevölkerung, reges Interesse für die Wettervoraussage hat, beweisen die vielen Wetterregeln, die aus irgend welchen Beobachtungen am Himmel und auf der Erde das Wetter voraussehen wollen. So heißt es. Ist Abendrot, hats keine Not; doch Morgenrot schlecht Wetter droht. - Steigender Nebel bringt Regen, fallender Freude und Segen.- Rauchender Nebel bringt nasses Wetter. – Frühjahrsgewitter bringen große Kälte. – Zeitigem Frühjahr folgt gern ein strenger Nachwinter.- Grünt die Eiche vor Mai, gibt es reichlich Korn und Wein.- Steigt die Lerche hoch empor, steht uns gutes Wetter bevor.