Die letzte Charge vom 1. April 1994.
Die Mitglieder des Vereins Gubener Tuche und Chemiefasern e.V. stellen ein besonderes Zeugnis der Gubener Industriegeschichte vor: Die letzte Charge Polyamid-Granulat aus dem Chemiefaserwerk. Dieses Ausstellungsstück wurde dem Verein von Gerald Baeske, Meister der C-Schicht der Polyamid-Spinnerei (PAS), zur Verfügung gestellt. Es handelt sich um die letzte Charge vom 1. April 1994. Danach wurde die Produktion von Polyamid-Feinseide eingestellt und im Werk ausschließlich Polyester hergestellt.
Polyamid ist vielen auch unter den Bezeichnungen Nylon, Perlon oder Dederon bekannt. Der Werkstoff zeichnet sich durch eine hohe Belastbarkeit und große Abriebfestigkeit aus. Gleichzeitig besitzt er aber auch Nachteile: So ist Polyamid wenig hitzebeständig und nicht biologisch abbaubar. Verwendung fand und findet Polyamid in vielen Bereichen des Alltags und der Technik. Dazu gehören unter anderem Textilien wie Strumpfhosen oder Sportbekleidung, technische Produkte wie Gehäuse und Kabelbinder, medizinische Drähte, Angelschnüre, Fußbodenbeläge sowie textile Wandverkleidungen, etwa in Theatern und Museen. Mit diesem Exponat erinnert der Verein an ein wichtiges Kapitel der Gubener Industriegeschichte und an den Wandel des Chemiefaserwerkes in den 1990er Jahren. Besucherinnen und Besucher haben zudem die Möglichkeit, beim Verein die „Chronik Teil 3“ zur Geschichte des Chemiefaserwerkes in der Wendezeit käuflich zu erwerben.