Der Begriff „Musikfestival im Vogtland“ dürfte bei den wenigsten innere Bilder oder Emotionen erzeugen.
Genau das ist aber der Fall und zwar seit vielen Jahren.
Das Festival L*abore lockt seit über 2 Jahrzehnten viele Gäste aus Leipzig, Dresden und entfernteren Metropolen ins Vogtland, während es bei vielen einheimischen jungen Menschen und Familien zwischen Greiz und Klingenthal noch nicht so bekannt ist.
Dabei ist das L*abore insbesondere für die Kulturförderung im ländlichen Raum ein wahrer Segen und unbedingt erlebenswert.
In diesem Artikel wollen wir das Festival kurz vorstellen und damit auch das kulturelle Fenster für ein bisschen Frischluft öffnen.
5 Tage Aufbau, 3 Tage Festival, 3 Tage Abbau. So in etwa sehen die alljährlichen Kalendereinträge der L*abore-Crew im Juli aus. Die Veranstaltergruppe ist ein weit verstreuter Freundes- und Bekanntenkreis und besteht aus verschiedensten Charakteren zwischen 17 und 55. Was sie alle verbindet, ist ein stetiges Interesse an guter Musik und dieses verdammt wohltuende Gemeinschaftsgefühl, zusammen ein Festival veranstalten zu können.
Musikalisch lässt sich das Festival am besten mit dem Begriff „innovativ“ beschreiben.
Die 6-köpfige Booking-Crew ist ganzjährig damit beschäftigt, herauszufinden, welche neuen Künstler*innen und Bands gerade mit innovativem Material Aufsehen erregen.
Genremäßig sind dabei keinerlei Grenzen gesetzt. So sind dieses Jahr neben Krautrock aus Belgien, kanadischem Art-Punk und niederländischem Noise-Rock auch verträumte Indie-Sounds und analoge Synthesizer vertreten, die Geschichten von anderen Welten erzählen – um hier nur eine geringe Auswahl zu nennen. Als Ergebnis erleben die Gäste einen aktuellen Querschnitt zeitgenössischer Musikkultur. Das kann beflügeln, euphorisieren, aber auch mal wehtun. In jedem Fall ist es eine kulturelle Bereicherung, was gerade überhaupt an Musik in der Welt, aber auch im Vogtland selbst los ist. Denn die lokale Musikszene zu unterstützen, ist schon immer Anliegen der gesamten Crew.
Das Festivalgelände ist ein zweckentfremdeter Campingplatz mit kleinem Badesee in Hauptmannsgrün. Für die ca. 1200 Gäste stehen ein Zelt- und Familienzeltbereich sowie ein großer Wohnmobil- und PKW-Parkplatz zur Verfügung. Die Kulisse sind Wald, Feld und der Blick in die vogtländischen Hügel. Kommerzielle Big-Player müssen draußen bleiben, denn das L*abore wird ehrenamtlich und non-profit veranstaltet, Getränke werden selbst verkauft, das Essensangebot wird selbst oder von kleinen Anbietern bereitet.
Da viele der L*abore-Crew inzwischen selbst zu jungen Familien geworden sind, hat sich auch das Festival ganz von alleine zu einem kinderfreundlichen Ort entwickelt. Auch das kommt allen Gästen zugute, denn feiern, tanzen und auch übertreiben ist noch schöner, wenn Kinder auf dem Platz sind.
Wer Durst nach neuer Musik und Hunger nach Draußen-Festivalfeelings hat, kann das also ganz in der Nähe erleben, auch mit der ganzen Familie.
Dieses Jahr findet das Festival L*abore vom 31.7. – 02.08. statt.
Nähere Informationen kann man bei den Veranstaltern unter www.borwaerk.org finden.