Bürgermeisterin Conny Oertel mit Regina Kraushaar, Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung, bei der Übergabe des Fördermittelbescheides im November 2025
In Heidenau kann die Mobilität für die nächsten zehn bis 15 Jahre geplant werden. Regina Kraushaar, Staatsministerin des Sächsischen Staatsministeriums für Infrastruktur und Landesentwicklung, übergab dafür im November 2025 einen Fördermittelbescheid für das Mobilitätskonzept Heidenau 2035+ an Bürgermeisterin Conny Oertel.
78.000 Euro für Heidenau
Das Projekt wird mit rund 78.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln des Freistaates Sachsen unterstützt. Mit der Entwicklung eines integrierten Verkehrsentwicklungsplans geht eine strategische Mobilitätsplanung einher, die alle Verkehrsarten umfasst und diese mit Blick auf die gegebenen Randbedingungen effizient Zusammenwirken lassen möchte.
Heidenaus Infrastruktur
Heidenau ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen der Landeshauptstadt und dem oberen Elbtal. Vor allem die Nähe zu Dresden und eine optimal angebundene Verkehrsinfrastruktur bieten viele Potenziale. Das Mobilitätskonzept 2035+ soll Heidenau als dynamischen und gut angebundenen Standort weiter nach vorn bringen und die Lebensqualität in Heidenau steigern.
Förderung über die Richtlinie Mobilität
Aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Just Transition Fund (JTF) sowie mit Mitteln des Freistaates Sachsen stehen bis 2027 insgesamt 268 Millionen Euro zur Verfügung. Für eine Förderung über die Richtlinie Mobilität sind unter anderem Städte und Gemeinden mit mindestens 5.000 Einwohnern sowie Verkehrsverbünde antragsberechtigt. Die Richtlinie beinhaltet eine Vielzahl an Fördergegenständen. Gefördert werden z.B. der Ausbau von Mobilitätspunkten, die Etablierung von Fahrradmietsystemen oder Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit im ÖPNV-Raum. Ziel ist es, beim Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschaft auch eine nachhaltige Mobilität zu erreichen.
Frühzeitige Beteiligung
Im Rahmen der Erstellung des Mobilitätskonzeptes 2035+ setzte die Stadt Heidenau auf eine frühzeitige Beteiligung aller Interessierten aus der Stadt und der Region. Für die Erarbeitung des Mobilitätskonzepts Heidenau 2035+ wurde das Ingenieurbüro SVU Dresden beauftragt. In einer ersten Bürgerveranstaltung am 4. November 2025 erhielten die Heidenauer Bürger Einblicke in die geplanten Maßnahmen. Über eine Online-Umfrage und eine webbasierte Meldeplattform konnten die Heidenauer Bürger Vorschläge einbringen.
Bürgerumfrage
An der Bürgerumfrage beteiligten sich insgesamt 428 Personen. Als häufigste Kritikpunkte wurden u.a. teilweise zu schmale Fußwege und Laternenmasten im Bereich der Radwege von den an der Umfrage Teilnehmenden genannt. In der Einwohnerversammlung wurde insbesondere der schlechte Zustand einiger Gehwege erneut angesprochen.
Überraschend war die im Rahmen der Bürgerbefragung grundsätzlich sehr positive Einschätzung der Befragten zur aktuellen Situation für die einzelnen Fortbewegungsmöglichkeiten. Hier gab es lediglich beim Rad- sowie beim Busverkehr rund ein Drittel der Teilnehmenden, die den Zustand „eher schlecht oder „schlecht“ bewertet haben.
Hinweise aus der Einwohnerversammlung
Neben dem bemängelten Zustand der Fußwege wurde während der Einwohnerversammlung auch über Anregungen für ein geordnetes Abstellen der Mobi-Bikes gesprochen. Ebenso werden mehr Bänke an den Gehwegen im Stadtgebiet gewünscht. Des Weiteren wurde über den Tarifzonen-Übergang Heidenau/Dresden gesprochen, welcher für zusätzliche Kfz-Fahrten nach Dresden-Zschachwitz sorgt. Außerdem wurde auf die Prüfung des Einsatzes von Seniorenbussen im Stadtgebiet zur Bewältigung der alltäglichen Wege hingewiesen.
Vorschläge
Vorschläge für Maßnahmen aus der Bürgerumfrage waren z. B. die Errichtung von Radwegen entlang der Rudolf-Breitscheid-Straße und der S 172 sowie die Anbringung von Verkehrsspiegel für Fahrzeuge im Kreuzungsbereich Güterbahnhofstraße / Rudolf-Breitscheid-Straße.
Stand Mobilitätskonzept
Derzeit befindet sich das Mobilitätskonzept in der Analysephase. Die eingegangenen Hinweise werden aktuell gesichtet und bewertet. Parallel erfolgt die fachplanerische Bewertung der Bestandssituation. Neben der Einschätzung der Verkehrsplaner fließt durch die frühzeitige Beteiligung aller Interessierten auch die „Nutzerperspektive“ in die Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes mit ein. Darauf aufbauend werden im weiteren Bearbeitungsprozess Leitlinien und Zielstellungen sowie konkrete Lösungsansätze und Handlungsstrategien erarbeitet und diskutiert.
Umfassende Analyse
Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes erfolgt eine integrierte Betrachtung. Entsprechend wurde die Bestandssituation für alle Verkehrsträger (Fuß, Rad, Bus und Bahn, Kfz) untersucht. Neben der Erfassung der jeweiligen Infrastruktur sowie deren verkehrsplanerischer Bewertung wurden die Unfalldaten aus den vergangenen fünf Jahren ausgewertet. An sechs wichtigen innerstädtischen Kreuzungen sowie an einem Querschnitt wurden die Verkehrsaufkommen gezählt. Darüber hinaus erfolgte in Heidenau-Süd eine Erfassung der im öffentlichen Straßenraum verfügbaren Parkmöglichkeiten. An einem repräsentativen Werktag wurden hier zudem die Zahl der abgestellten Fahrzeuge gezählt und damit die bestehenden Auslastungsgrade bestimmt.
Wie geht es weiter?
Auch im weiteren Verlauf der Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes informieren wir die Heidenauer und beziehen sie in den Prozess ein.
Nach dem Abschluss der Bestandsanalyse wird es u.a. mehrere Stadtspaziergänge in Heidenau Nord und Heidenau Süd geben. Auch Workshops in Schulen sind im Rahmen der Erstellung des Mobilitätskonzeptes geplant.
Daraus erfolgt die Entwicklung eines verkehrlichen Leitbildes und die Aufstellung einer Maßnahmekonzeption. Auch hier sehen wir die Möglichkeit der weiteren Beteiligung aller Interessierten z.B. im Rahmen eines Workshops zu den verkehrlichen Leitzielen und zu ersten Maßnahmenideen.
Das Konzept wird voraussichtlich bis April 2027 abschließend erstellt sein und dient als Grundlage für zukünftige infrastrukturelle Investitionen der Stadt Heidenau.