Digitale Technologien prägen heute nahezu jeden Bereich unseres Alltags. Die Grundlage einer digitalen Gesellschaft sind leistungsfähige Breitbandnetze, die allen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung stehen müssen. Um den Breitbandausbau voranzutreiben, hat die Bundesregierung das Ziel eines flächendeckenden Breitbandnetzes festgelegt. Die Versorgung mit hochleistungsfähigen Breitbandnetzen zum schnellen Austausch von Informationen und Wissen ist zudem zu einem wichtigen Standortfaktor und damit zu einer Aufgabe der Daseinsvorsorge geworden.
In der Stadt Heidenau ist die digitale Infrastruktur bereits in vielen Bereichen bereits gut ausgebaut, dennoch bestehen weiterhin Versorgungslücken. Ein flächendeckendes, hochleistungsfähiges Netz ist bisher nicht vorhanden und Telekommunikationsunternehmen planen derzeit keinen eigenständigen Ausbau im gesamten Stadtgebiet. Insofern verfolgt die Stadt Heidenau das Ziel der Schließung vorhandener Versorgungslücken.
Insbesondere die Gemarkungen Mügeln und Heidenau sowie dicht besiedelte Wohngebiete verfügen bereits über moderne Kabel- oder Glasfaseranschlüsse. Der Ausbau der sogenannten „Weißen Flecken“ wurde 2021 ebenfalls erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurden rund 70 Haushalte mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgt, rund 40 Unternehmen, vor allem entlang der Pirnaer Straße und alle Schulen im Stadtgebiet erhielten Anbindungen mit 1.000 Megabit pro Sekunde. Insgesamt wurden hierfür rund 1,3 Millionen Euro investiert.
Die jüngste Auswertung des Markterkundungsverfahrens des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zeigt jedoch Folgendes: Im gesamten Stadtgebiet gelten noch 656 Anschlüsse als förderfähig, da sie keine ausreichenden Bandbreiten erreichen und kein privatwirtschaftlicher Ausbau zu erwarten ist. Förderfähig sind Gebiete, in denen nicht mindestens 300 Megabit pro Sekunde im Download und 150 Megabit pro Sekunde im Upload zur Verfügung stehen und auch künftig nicht bereitgestellt werden.
Ein entscheidender Fortschritt ist nun der Förderbescheid, den die Stadt am 24. Oktober 2025 erhalten hat. Eine Million Euro können künftig in den Breitbandausbau der Stadt Heidenau investiert werden. Damit kann der Gigabitausbau in der Gemarkung Großsedlitz weiter vorangetrieben werden. In diesem Bereich bestehen rund 140 unzureichend versorgte Anschlüsse. Finanziert wird das Projekt zu gleichen Teilen vom Bund und vom Freistaat Sachsen.
Durch den geplanten Ausbau entsteht in der Gemarkung Großsedlitz ein vollständig mit Glasfaser erschlossenes Gebiet. Die Gemarkung Großsedlitz mit überwiegender Einfamilienhausbebauung weist deutliche Versorgungslücken auf, private Netzbetreiber haben keine eigenen Ausbaupläne. Einzelne Anschlüsse, darunter die Heinrich-Heine-Grundschule, wurde bereits 2021 im Zuge der „Weiße-Flecken“-Förderung erschlossen.
Bevor der Ausbau beginnen kann, muss die Stadt ein offizielles Auswahlverfahren durchführen. Dabei wird ein Telekommunikationsunternehmen gesucht, das das Ausbaugebiet mithilfe der Fördermittel erschließt.
Gefördert durch das Bundesförderprogramm Gigabit
Ein Ausbau der Gemarkung Großsedlitz setzt das Ziel des Programms, den gigabitfähigen Vollausbau eines abgeschlossenen Gebietes, konsequent um.