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Amtsblatt für die Stadt Herzberg (Elster) mit Bekanntmachungen der Stadt
Ausgabe 1/2021
Tipps, Vereine und Verbände
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Herzberger Wetterreport (31.12.2020)

Weihnachtswetter mies, noch kein Winter in Sicht!

Es blieb leider nur ein Traum – Weihnachten, die Natur festlich geschmückt mit einem weißen Kleid, vor allem für die Kinder. Stattdessen herbstliches, mildes und zu trockenes Wetter, geprägt von hohem Luftdruck zu Monatsbeginn. Mehrere Tiefs aus Richtung N, NW und S umlagerten Mitteleuropa, wurden aber an der Elbe gestoppt. So blieb es bei uns trocken. Ein Mix aus Wolken und längeren sonnigen Phasen mit leichter Briese aus SO sorgte für geringe Nachtfröste bis minus 3 °C, Reifablagerungen und Nebel frühmorgens sowie Tagesmaxima zwischen 0 °C und 7 °C. Ein über dem Kanal festhängendes Tief bewirkte bei uns starken Luftdruckabfall bis auf 740 mm (04. bis 06.12.). Ab 08.12. drangen Ausläufer von einem Adria-Tief über den Balkan mit SO-Wind bis zu uns vor und lieferten den ersten Regen im Dezember. Bis 11.12. waren 6 L/qm gefallen. Danach wurde Tief „Andira“ aus NW in Mitteleuropa aktiv. Einige wenig ergiebige Regenschauer wechselten mit viel Sonne bei milderen 8 °C. Diese Tiefdruckzelle war dann langsam über die Nord- und Ostsee nach S-Skandinavien abgezogen. Während dieser Zeit erlebten wir für einige Tage jeweils nach Morgennebel sonniges Spätherbstwetter mit trockener Luft aus SO. Inzwischen hatte sich eine starke Hochdruckbrücke über S/SW- und Mitteleuropa gebildet. Als Gegenpol befand sich das großräumige Tief „Hermine“ vor Schottland. Dadurch floss aus der Hochdruckzone mit W/SW-Wind milde, feuchte Luft in den Tiefdruckraum bis nach Mitteleuropa. So konnten bei uns die Temperaturen auf frühlingshafte 14 °C bis 16 °C ansteigen und es regnete fast täglich ein wenig. Die größte Summe bekam Herzberg am 22/23.12. mit 10,5 L/qm. Inzwischen hatte sich das Tief über dem Kanal eingenistet und begann entgegen dem Uhrzeigersinn aus dem Polargebiet mit teils stürmischen Winden Kaltluft nach Mitteleuropa zu treiben. So wurde es bei uns während der Weihnachtstage nachts frostig bis minus 2 °C und tagsüber bleib es überwiegend bedeckt sowie ungemütlich nasskalt. Vereinzelt fiel etwas Schneeregen und das Tief bewirkte bisher einmalig niedrigen Luftdruck von nur 733 mm (978 mb) am 27. und 28.12. – für kreislaufkranke Menschen sehr gefährlich! Diese wechselhafte Situation hielt bis zum Monatsende an. Damit endete das Dezemberwetter ähnlich wie zu Beginn des Monats. Wir hatten insgesamt nur zehn leichte Nachtfröste und andererseits Tagesmaxima bis 16 °C erlebt. So blieb auch der Dezember 2020 mit einem hohen Mittel von 3,3 °C zu mild. Die mittlere Sonnenscheindauer erreichte mit 35 % des Möglichen (= 90 Stunden) einen überdurchschnittlichen Wert. Es gab in Herzberg nur drei richtige Regentage (09., 12. und 22.12.), ansonsten wurde noch an acht Tagen jeweils etwas Niederschlag registriert. Damit blieb die Monatsmenge von 24 L/qm weit unter dem Herzberger Langzeitmittel von 46,3 L/qm. Insgesamt war also der Dezember 2020 zu mild und trocken, aber relativ sonnig. Im demnächst folgenden Jahresrückblick werden interessante Aspekte der Wetterentwicklung erörtert. Bleiben Sie weiter aufgeschlossen für alles rings um das Wetter. Für 2021 wünscht der Wettermann allen Lesern Gesundheit und persönlich alles Gute und viel Glück!

PS.: Wetter aktuell:

Montag, 04.01.2021, 12 Uhr, 0 °; 10 cm Neuschnee (!) gemessen mit hohem Wassergehalt von 13,4 L/qm

Dienstag, 05.01.2021, 12 Uhr, 0 °C; Schneedecke taut langsam, zz. durchbrochen; weiterer Schneefall erwartet.

gez. Klaus Schmidt