Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Theaterfreunde,
lieber Kai,
es gibt Menschen, die kommen in eine Stadt – und hinterlassen Spuren.
Und es gibt Menschen, die kommen in eine Stadt – und schreiben gemeinsam mit ihren Menschen Geschichte... Zu diesen Menschen gehört Kai Schubert.
Als im Jahr 2017 das Reformationsspiel „Mein Licht – Der Aufbruch der Anna zu Herzberg“ auf die Bühne gebracht wurde, war dies zunächst ein außergewöhnliches Theaterprojekt. Doch schon damals wurde deutlich, dass hier mehr entstand als eine Inszenierung. Die Herzberger Theaterlaien begeisterten ihr Publikum an einem Wochenenden mit großem Erfolg. Es war die Geburtsstunde einer besonderen Verbindung zwischen Kai und Herzberg.
Diese Verbindung sollte wachsen.
Im Jahr 2023 folgte mit den Herzberger Sommerfestspielen und dem Musical „BETTY. Träume & Millionen“ ein Projekt, das Maßstäbe setzte. Rund 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten an vier Aufführungen ein beeindruckendes Spektakel. Begeistert waren nicht nur die Menschen aus Herzberg und der Region, sondern auch Gäste von weit her. Was hier entstand, war weit mehr als Theater. Es war ein Fest der Gemeinschaft, der Kreativität und des Miteinanders.
Dass die Stadt Herzberg und die Theatercrew dafür beim Ideenwettbewerb „Machen 2023“ ausgezeichnet wurden, war eine verdiente Anerkennung für gelebtes bürgerschaftliches Engagement. Denn Kunst und Kultur verbinden Menschen – und genau das ist hier gelungen.
Doch wer Kai Schubert kennt, weiß: Er erzählt keine Geschichten über Menschen – er erzählt Geschichten mit Menschen.
Für das aktuelle Großprojekt „1974 – Träume vom Freisein“ hat er sich nicht nur in Bücher vertieft oder Archive durchforstet. Gemeinsam mit Karin Jage suchte er das persönliche Gespräch mit den Herzberger Seniorinnen und Senioren. Er hörte zu, fragte nach, ließ Erinnerungen lebendig werden und sammelte Geschichten, die sonst vielleicht verloren gegangen wären. Aus diesen Begegnungen entstanden Inspirationen, die dem Stück seine besondere Authentizität und emotionale Tiefe verleihen.
So wurde aus Erinnerung Theater. Und aus Theater wurde Erinnerung.
Im Mittelpunkt des neuen Stückes steht eine Zeitkapsel. Darin verborgen liegt ein Tagebuch aus der DDR-Zeit – Zeugnisse von Hoffnungen, Ängsten, Sehnsüchten und Träumen. Jahrzehnte später wird diese Zeitkapsel bei einer Sanierung wiederentdeckt und öffnet den Blick in eine vergangene Zeit. Sie erinnert uns daran, dass Geschichte nicht nur aus großen Ereignissen besteht, sondern vor allem aus den Geschichten der Menschen.
Lieber Kai,
genau deshalb möchten wir heute dieses Bild aufnehmen. Denn auch wir überreichen dir heute eine Zeitkapsel. Nicht, weil wir etwas darin verstecken wollen. Sondern weil wir etwas bewahren möchten: Unsere Dankbarkeit. Unsere Anerkennung. Und die Erinnerung an das, was du gemeinsam mit den Menschen dieser Stadt geschaffen hast.
Du hast Herzberg nicht nur Inszenierungen geschenkt.
Du hast Menschen zusammengeführt.
Du hast Talente entdeckt und gefördert.
Du hast Erinnerungen bewahrt.
Du hast Geschichte lebendig gemacht.
Und Du hast gezeigt, welche Kraft Kultur entfalten kann, wenn sie aus den Herzen der Menschen entsteht.
Diese Zeitkapsel steht deshalb symbolisch für all das, was bleibt:
für Begegnungen,
für gemeinsames Erleben,
für Freundschaften,
für Geschichten,
und für die Spuren, die du in Herzberg hinterlassen hast.
Vielleicht wird auch sie eines Tages wieder geöffnet. Dann wird man darin nicht nur einen Award finden. Man wird darin die Erinnerung an einen Menschen entdecken, der einer Stadt eine Bühne gegeben hat – und den Menschen auf dieser Bühne ihre eigene Geschichte zurückgegeben hat.
Lieber Kai Schubert,
im Namen der Stadt Herzberg, der Herzberger Theaterlaien und aller Mitwirkenden sagen wir von Herzen:
Vielen Dank für deine Kreativität.
Vielen Dank für deine Leidenschaft.
Vielen Dank für dein Vertrauen in die Menschen.
Und vielen Dank dafür, dass du Herzberg zu einem Ort gemacht hast, an dem Geschichte, Gemeinschaft und Theater auf einzigartige Weise zusammenfinden.
Es ist uns eine große Ehre, dir heute diesen Award – eingebettet in eine Zeitkapsel – zu überreichen. Möge sie bewahren, was nicht verloren gehen darf: die Erinnerung an dein Wirken und unsere tiefe Wertschätzung.
Herzlichen Glückwunsch!