Ein außergewöhnliches Graffiti-Projekt verbindet Schule, Stadt und regionale Partner – undmacht ein neues Lernmodell zum Blickfang.
Herzberg – Wo sonst vor allem Autos stehen, ist jetzt ein farbenfrohes Zeichen für Aufbruch, Zusammenarbeit und neue Bildungsideen zu sehen: Auf der Wand am Parkplatz vor der Grund- und Oberschule „Johannes Clajus“ in Herzberg ist ein großflächiges Graffiti entstanden. Gestaltet wurde es von Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen 10 gemeinsam mit einer Lehrkraft und zwei professionellen Graffitikünstlern.
Im Mittelpunkt des Kunstwerks steht das „Duale Lernen“ in der Sekundarstufe 1, ein Schulentwicklungsprogramm, welches ab dem Schuljahr 2026/27 an der Schule umgesetzt wird. Mit Kreativität, Teamgeist und jeder Menge Farbe haben die Jugendlichen ihre Vorstellungen davon sichtbar gemacht, wie Theorie und praktische Erfahrungen künftig noch enger miteinander verbunden werden können.
Doch was verbirgt sich eigentlich hinter dem „Dualen Lernen“?
Das neue Modell verbindet schulisches Lernen mit praktischen Erfahrungen in der Arbeitswelt. Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Wissen im Klassenraum erwerben, sondern dieses auch in realen Zusammenhängen anwenden können. Begegnungen mit Unternehmen, Betrieben, Vereinen und weiteren Partnern schaffen dabei neue Möglichkeiten, eigene Stärken zu entdecken, Berufsfelder kennenzulernen und Verantwortung zu übernehmen.
Das Graffiti bringt genau diese Idee auf den Punkt: Lernen findet nicht nur im Klassenzimmer statt! Es entsteht überall dort, wo Menschen gemeinsam Ideen entwickeln, ausprobieren, gestalten und voneinander lernen.
Für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen 10 war das Projekt deshalb weit mehr als eine kreative Unterrichtsstunde. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft und zwei Graffitikünstlern entwickelten sie die Gestaltung, setzten ihre Ideen um und verwandelten die zunächst unscheinbare Wand in ein beeindruckendes Kunstwerk.
Dabei mussten die Jugendlichen nicht nur kreativ sein. Teamarbeit, Planung, gegenseitige
Rücksichtnahme und die gemeinsame Verantwortung für das Ergebnis waren ebenso gefragt. Am Ende entstand ein Werk, das die Handschrift vieler Beteiligter trägt – und gleichzeitig eine Botschaft vermittelt, die weit über die Schulmauern hinausgeht.
Möglich wurde dieses besondere Vorhaben durch die Unterstützung zahlreicher
Kooperationspartner. Ein herzliches Dankeschön gilt der Stadt Herzberg, dem Landkreis, dem HWAZ als Patenbetrieb, UESA sowie den Vereinen Miau e. V., MINT und Welt in Elbe-Elster e.V.. Sie alle tragen dazu bei, dass neue Wege des Lernens an der Grund- und Oberschule „Johannes Clajus“ nicht nur gedacht, sondern auch praktisch erlebbar werden.
Ein ganz besonderer Dank gilt der Familie Günther, die diese Wand für dieses Projekt zur Verfügung gestellt und damit überhaupt erst den Raum für die kreative Umsetzung geschaffen hat.
Das fertige Graffiti ist nun weit mehr als eine bunt gestaltete Wand auf dem Parkplatz vor der Grund- und Oberschule „Johannes Clajus“. Es ist ein sichtbares Zeichen dafür, was entstehen kann, wenn Schule, Schülerinnen und Schüler, Familien, Unternehmen, Vereine und öffentliche Partner gemeinsam an einer Idee arbeiten.
Vielleicht ist genau das die schönste Botschaft des Projekts: Neue Wege beginnen oft mit einer Idee – und manchmal auch mit einer leeren Wand.
In Herzberg ist aus dieser leeren Wand ein farbenfrohes Statement geworden: Duales Lernen ist neu, spannend und voller Möglichkeiten. Und diese Möglichkeiten dürfen sichtbar werden.