„Können sich Menschen, die im Rollstuhl sitzen, selbstständig anziehen?“ oder „Woher wissen blinde Menschen, wie spät es ist?“ – diese und ähnliche Fragen standen bereits zu Beginn des Jahres bei den Kindern der fünften Klassen unserer Schule im Mittelpunkt. Im Rahmen des Projektes „Toleranz durch Dialog“ hatten sie die Gelegenheit, Menschen mit Behinderungen kennenzulernen und in einen gemeinsamen Austausch mit ihnen zu treten. Voller Neugier, Offenheit und Empathie erkundigten sich die Mädchen und Jungen zu deren individuellen Lebensgeschichten, Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag. Besonders spannend wurde es, als sie selbst einige der Hilfsmittel ausprobieren konnten. So galt es, einen kleinen Parcours im Rollstuhl zu absolvieren, einen Weg mithilfe eines Taststockes zu bewältigen oder den eigenen Namen in Blindenschrift auf einer sogenannten Punktschriftmaschine zu schreiben.
Der damit erlangte Perspektivwechsel zeigte unseren Schülerinnen und Schülern einmal mehr, dass alltägliche Situationen viel Geduld und Aufmerksamkeit erfordern, wenn man auf solche Hilfen angewiesen ist. Gleichzeitig entwickelten sie aber auch ein stärkeres Bewusstsein dafür, wie viel Bedeutung die gegenseitige Rücksichtnahme hat. Zukünftig werden sie Menschen mit Beeinträchtigungen sicherlich mit noch offenerem Blick begegnen.