Nach der Ortsbesichtigung der Kreisräte in Ehrenberg, Neustadt und Sebnitz nahm die Diskussion um die Förderschule und die Kita Ehrenberg noch einmal richtig Fahrt auf. Rebecca Barthel aus Waitzdorf startete am 15. Februar eine Petition für den Erhalt von beiden Einrichtungen in Ehrenberg. Binnen zwei Wochen hatten über 600 Eltern unterzeichnet, aktuell sind es über 900 Unterzeichner der Petition.
Daraufhin hat Bürgermeister Daniel Brade am 26. Februar zu einer Eltern- und Einwohnerversammlung in die Turnhalle eingeladen. Die Informationsveranstaltung zur Zukunft von Schule und Kita Ehrenberg war aber mäßig besucht.Bürgermeister Brade sprach zu den Kinderzahlen in Hohnstein und den Beschlüssen des Stadtrates. Er erläuterte, dass die Kita-Schließung Ehrenberg unumgänglich ist. Mit oder ohne Schule hat die Kita keine Zukunft im Objekt. Er bekam die Petition mit über 600 Unterschriften von den Eltern überreicht. Diese wird nun dem Stadtrat vorgelegt. Die Vertreter des Landkreises, Beigeordnete Jacob-Hahnewald und Amtsleiter Gruner, verteidigten den Vorschlag der Landkreisverwaltung für einen Neubau der Förderschule in Neustadt/Sachsen. Die Argumente pro Ehrenberg im Vergleich zu Neustadt wurden ausgetauscht. Die Ängste der Eltern und der Stadt Hohnstein kamen zur Sprache. Die vielen Fragen der Anwesenden wurden beantwortet. Letztlich entscheiden die Kreisräte am 09.03. in öffentlicher Kreistagssitzung über die Standortfrage. Leider waren nur 3 Kreisräte zu dieser Einwohnerversammlung anwesend.
Unterdessen hat Bürgermeister Daniel Brade nochmal einen Brief an alle Kreisräte geschrieben, auch ein Interview mit den Vorzügen von Ehrenberg erschien in der Sächsischen Zeitung. Die Ehrenberger haben gemeinsam mit Frank Nowak einen Werbeclip mit Statements für Ehrenberg gedreht. Der Youtube-Film wurde allen Kreisräten und der Öffentlichkeit übermittelt.
Der Kreistag hat dann am 09. März 2026 nach über einer Stunde Diskussion den Beschluss für einen Neubau der Förderschule "Adolf-Tannert" in Neustadt in Sachsen mit 55 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen gefasst. Es waren 78 von 86 Kreisräten anwesend. Damit wird die L-Schule in zwei oder drei Jahren am Standort Ehrenberg ausziehen.
Das Abstimmungsverhalten der Parteien war wie folgt:
„Unser Glückwunsch geht an die Nachbarstadt Neustadt in Sachsen zu dieser Entscheidung des Kreistages. Die Schüler, Eltern und Lehrer sowie die Ehrenberger Einwohner haben tapfer und engagiert für den Standort in Ehrenberg gekämpft. Ihre Argumente wurden leider nicht gehört. Auch die Stadt Hohnstein hat mit der Entscheidung zur Schließung der Kita Traumzauberland ein Opfer gebracht, um der Förderschule mehr Platz für Hort- und Ganztagesangebote anzubieten. Zudem wurde dem Landkreis ein Erbbaupachtverhältnis alternativ zu einem Kauf angeboten“, fasste Bürgermeister Daniel Brade zusammen. Es hat bei den Kreisräten nicht zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Entscheidung für den ländlichen Raum sowie einer reizarmen Beschulung der L-Schüler auf dem Dorf gereicht. Die Stadt Hohnstein wird sich nunmehr um die Zukunft des Schulhauses, der Turnhalle und der großzügigen Außenanlagen mit Sportplatz, Spielplatz, Pausenhof und Schulgarten Gedanken machen müssen. Wir werden den Neubau kritisch begleiten und darauf achten, dass das Versprochene auch realisiert wird.
Ein großes Dankeschön an alle Engagierten, die für den Schulstandort in Ehrenberg kämpften. Den Stadträten, dem Ortschaftsrat Ehrenberg, der Elterninitiative um Rebecca Barthel, der Schulleiterin Frau Wiele mit der Lehrerschaft, unserem Youtuber Frank Nowak und allen Ehrenbergern. Für Ehrenberg heißt es "Kopf hoch". Wo eine Tür zu geht, öffnet sich eine Andere. In diesem Sinne werden wir uns über die Zukunft des 40jährigen Schulstandortes Gedanken machen und eine Lösung finden.