Eine natürliche Schaumbildung kommt beispielsweise bei Bächen aus Moorgebieten wie hier im Erzgebirge vor und ist nicht bedenklich.
Bei einem Spaziergang in der Natur - der Weg führt am Bach entlang - kann man manchmal eine Schaumbildung auf dem Gewässer entdecken. Nach einem kleinen Absturz oder zwischen den Pflanzen am Ufer schwimmt der Schaum auf dem Wasser. Ist das nun eine Verschmutzung oder doch natürlich und damit völlig harmlos?
Tatsächlich können die Ursachen für Schaumbildungen sowohl natürlich, als auch anthropogen vom Menschen hervorgerufen sein. Natürlicher Schaum kann beispielsweise beim Abbau von Algen, Wasserpflanzen, Falllaub oder Fischlaich entstehen. Dieser ist weiß bis gelblich-bräunlich. Man erkennt ihn vor allem an seinem erdigen oder fischigen Geruch. Er ist sehr stabil und kann sich kilometerlang halten. Deshalb findet man hier auch oft keinen klaren Ursprung. Bei Turbulenzen, etwa nach Abstürzen, oder nach starken Regenfällen kann jedoch eine Häufung auftreten.
Künstlicher Schaum stammt dagegen meist aus geklärtem Abwasser, in welchem noch Tenside aus Waschmitteln enthalten sein können. Er ist in der Regel glänzend weiß, schimmert regenbogenfarbig und riecht chemisch. Oft gibt es einen klaren Anfang an einer Einleitstelle. Dieser Schaum ist eher kurzlebig, zerfällt schnell und nimmt daher flussabwärts meist rasch ab. Ebenfalls anthropogen verursacht kann auch Schaum durch den Eintrag von Gülle oder Jauche aus Abschwemmungen oder Drainagen entstehen. Diesen kann man am entsprechenden Geruch erkennen.
Wenn Sie beim nächsten Spaziergang also Schaum auf einem Gewässer entdecken, können Sie nun etwas besser abschätzen, ob dieser natürlichen oder anthropogenen Ursprungs ist. Allerdings liegen oft auch Mischungen vor, die dies erschweren.
Bei dringendem Verdacht auf eine Verunreinigung, können Sie diese gern an ihre zuständige untere Wasserbehörde melden.
Dieser Text entstand in Zusammenarbeit der Fachberaterinnen und Fachberater Gewässer des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der unteren Wasserbehörde des Landkreises.