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Halsbrücker Anzeiger
Ausgabe 6/2026
Kirchliche Nachrichten
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Gefahr im Garten

 

Das Problem des Plastikmülls im Meer kennt nahezu jeder. Weniger bekannt ist, dass auch die Böden Unmengen an Mini-Kunststoffteilchen enthalten. Wie schädlich Mikroplastik für uns Menschen ist, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Es gibt allerdings ernstzunehmende Studien, die darauf hindeuten, dass Mikroplastik Entzündungen bis hin zu Krebs auslösen kann, dass Schadstoffe sich an die winzigen Kunststoffteilchen anheften und so ihre toxische Wirkung entfalten.

Das unsichtbare Plastik im Boden stammt aus vielen Quellen. Zu nennen wäre weggeworfener Abfall, Tüten oder Becher zum Beispiel. Unter dem UV-Licht der Sonne sowie dem Einfluss von Wind und Wetter zerfallen sie zu immer kleineren Partikeln. Bereits in kleinen Stückchen kommt Abrieb von Autoreifen auf Äckern und in Gärten an. Auch beim Wäschewaschen entstehen die Kunststoff-Winzlinge: Beim Schleudern von Wäsche mit Polyester-Anteil schwimmen sie mit dem Abwasser zur Kläranlage und verbleiben dort im Klärschlamm, der anschließend als Dünger auf die Felder kommt.

Zumindest im eigenen Garten kann man etwas tun, dass nicht noch mehr Mikroplastik im Boden und damit in der Nahrungskette landet.

Am Ende des Garteneinkaufs steht man oft vor einem Berg aus Kunststoff in Form von Pflanztöpfen und Plastiksäcken. Bei Teichfolie, Schlauch, Gartenhandschuhen, auch beim Gartenzubehör dominiert das Plastik.

Bei einem Schadstofftest für Gartenartikel wurden gesundheitsschädliche Stoffe wie u. a. Blei, Weichmacher, Chlorparaffine, Bisphenol A, Cadmium nachgewiesen.

Wer nicht möchte, dass Mikroplastik und Schadstoffe im Garten landen, sollte an folgendes denken:

Wenn es ums Abdecken und Schützen von Pflanzen geht, wird oft zu Kunststoffprodukten gegriffen, eben deshalb, weil diese in Gartencentern und Baumärkten überwiegend angeboten werden. Kunststoffvlies verwittert und so gelangt feinstes Mikroplastik in die Erde. Mittlerweile gibt es aber Tunnelfolie aus Getreidemehl, Abdeckgaze aus Bio-Baumwolle, die sich als Kulturschutznetz gegen Schädlinge sowie zum Frostschutz und zur Ernteverfrühung eignet, Unkraut-Schutzmatten aus Schafwolle, Kokos-Abdeckscheiben und Mulch-Scheiben aus Hanf.

Bei Gartengeräten lohnt es sich, tiefer in die Tasche zu greifen und geschmiedete Werkzeuge mit Holzgriff zu kaufen. Bei Gießkannen kann man auf Zinkkannen umsteigen. Damit haben Sie Arbeitsmaterialien für die Ewigkeit, an denen kein Stück Plastik ist.

Renate Haufe