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Halsbrücker Anzeiger
Ausgabe 8/2026
Kirchliche Nachrichten
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Hier und jetzt

 

 

 

 

 

Exotische Produkte, wie Kakao oder Kaffee, sind gern gesehene Produkte in deutschen Küchen. Dass diese in der Regel unter unvorstellbar widrigen Bedingungen, oft auch unter Kinderarbeit, geerntet werden, wird gerne übersehen oder hingenommen. Selbst ein Großteil unserer Obst– und Gemüsewaren kommt unter diesen Umständen in unsere Supermarktregale. Es erübrigt sich der Gedanke, ob dies etwas mit Gerechtigkeit zu tun hat. Auf der anderen Seite sind wir hierzulande gut ausgestattet mit dem Angebot an heimischen Lebensmitteln. Je nach Saison können wir gut von dem leben, was Gott auf unseren Feldern wachsen lässt. Es sind nur wenige Hebel, die gestellt werden müssen, auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit, gesünderer Nahrung und einem besseren Umgang mit der Natur. Viel zu oft landet Nahrung in Tierfutter, Energiegewinnung oder Abfallbehältern. Deutschland hat vergleichsweise geringe Lebensmittelkosten. Die daraus resultierende mangelnde Wertschätzung ist nicht nur ein Problem für Bauern hierzulande, welche kaum von ihren Erträgen leben können, es bringt auch Erzeuger weltweit an den Rand ihrer Existenz. Zu konsumieren, was hier und jetzt wächst bzw. sich gut lagern lässt, und vor allem faire Preise zu bezahlen, wäre ein Gewinn für unsere Landwirte, die Vielfalt unserer Landschaften und auch für unsere Gesundheit. Möglichkeiten hierfür findet man vor allem jenseits großer Lebensmittelkonzerne. Neben regionalen Angeboten im herkömmlichen Einzelhandel gibt es Bezugsquellen in sogenannten Bioläden (Biomärkten), bei der solidarischen Landwirtschaft.

F. Lemke
Leiter des Umweltteams „Grüner Hahn“