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Der Holzhausener - Informationsblatt
Ausgabe 1/2026
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Heilende Pflanzen vor unserer Haustür



In den Wintermonaten erfreuen uns die Alpenveilchen (Cyclamen) mit ihren farbenfrohen Blüten. Doch auch im Freiland können diese Pflanzen kultiviert werden.

Theokrit (um 310 - um 260 v. Chr.), ein Dichter des antiken Griechenlands, nannte die Pflanze kyklaminos bzw. kyklaminon, kyklos- Kreis, eine Pflanze mit runden Knollen.

Alpenveilchen gehören zu den Primelgewächsen. Zur Gattung Cyclamen zählen etwa 22 Arten, die vorrangig im Mittelmeergebiet beheimatet sind. Es sind krautige, ausdauernde Pflanzen mit der charakteristischen scheibenförmigen Knolle, die Wasser und Nährstoffe speichert. Die gestielten Laubblätter sind herz-, ei- oder nierenförmig, ganzrandig oder buchtig mit gezähnt bis gesägtem Rand und haben oft eine helle Zeichnung auf der Oberseite, die Blattunterseite ist oft rötlich gefärbt. Der Blütenstiel trägt eine nickende Blüte mit nach oben zurückgeschlagenen Blütenblättern. Die Fruchtkapsel ist vielsamig und hat einen geraden oder spiralig gedrehten Stiel Die Kapseln werden mit zunehmender Reife durch Wachsen und Umkrümmen des Stiels in den Boden versenkt. Oft öffnen sich die Kapseln erst, wenn sie sich im Boden befinden. Verbreitet werden die Samen durch Ameisen.

Im Garten erfreuen uns das Frühlingsalpenveilchen (C. coum) und das herbstblühende Efeublättrige Alpenveilchen (C. hederifolium). Diese sind in unseren Breiten winterhart.

Alpenveilchen erfreuen uns durch ihre lang anhaltende Blühzeit. Stehen die Pflanzen hell und kühl, können wir uns lange an den bizarren Blüten erfreuen. Bei uns sind die Pflanzen seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Im vergangenen Jahrhundert begann in England die züchterische Bearbeitung. So sind jetzt viele Sorten mit unterschiedlichen Farben von weiß über rosa bis karminrot und verschiedenen Blütenformen auf dem Markt zu finden.

Die scheibenförmigen Wurzelknollen waren bereits den alten Griechen und Römern als Heilmittel bekannt. Dioskurides setzte Alpenveilchen als menstruationsanregendes Mittel, als Abortivum, gegen Schlangenbiss, Augenkrankheiten, Milzleiden und Mastdarmvorfall ein. Kräuterbücher des Mittelalters heben die Heilwirkung hervor und verweisen auf die „Alten“. Die Knollen werden traditionell wegen ihrer schleimlösenden, abführenden und harntreibenden Wirkung genutzt. Früher wurden sie wegen ihrer abortiven Wirkung und als Fischgift eingesetzt. In der modernen Medizin sind die Einsätze begrenzt.

In der Homöopathie werden die frischen unterirdischen Teile verwendet, vor allem gegen Kopfschmerzen und Migräneattacken, wenn diese mit Sehstörungen, wie Doppeltsehen einhergehen, bei einseitigen Kopfschmerzen sowie Schwindel und Flimmern vor den Augen, weiterhin bei Schwangerschaftsübelkeit, Menstruationsbeschwerden und prämenstruellen Syndromen. In der traditionellen Volksmedizin hat die Droge Bedeutung bei Atemwegserkrankungen, Verschleimung und Husten, hat abführende Wirkung und wird bei Verstopfung eingesetzt. Durch die Saponine hat sie entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaften. Doch Achtung, die Knollen enthalten toxische Saponine, wie Cyclamin. Diese können bei der Einnahme zu schweren Magen- und Darmstörungen, Krämpfen und Kreislaufstörungen führen. In der modernen Medizin werden sie kaum noch verwendet.

Bekannt sind Alpenveilchen auch unter den Namen Saubrot, Erdbrot, Erdscheibe oder Hasenohr, da Wildschweine die Knollen gern fressen und auch vertragen.

Auch in diesem Jahr sind wir zur Haus- Garten- Freizeit- Messe (31.01.- 08.02.2026) wieder präsent. An den Tagen vom 02.- 04.02. sind wir in der Halle 1 am Informationsstand des Stadt- und Kreisverbandes der Kleingärtner anzutreffen. Wir freuen uns auf Gespräche mit Ihnen.

Kontaktdaten: Freundeskreis Botanischer Garten Oberholz, Störmthaler Weg 2, 04463 Großpösna, Tel. 034297- 41249, Mail: botanischer-garten-oberholz@gmx.de

Hannelore Pohl