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Der Holzhausener - Informationsblatt
Ausgabe 10/2026
Kulturgeschehen
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Liebe Leserinnen und Leser,



diese Bücher aus unserer Bibliothek Holzhausen möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen

Ellen Sandberg: „Rauhnächte“

Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, München 2025

Am Morgen des 24. Dezember 2019 ahnt die 22-jährige Pia noch nicht, dass sich ihr Familienleben an diesem Heiligabend für immer verändern wird. Bei ihren Eltern fühlt sie sich schon immer nicht ganz zugehörig und besonders ihre Mutter hält sie stets auf Distanz. Anstelle von Liebe und Wärme erfährt Pia meist Zurechtweisungen und Kritik von ihr. Zufällig erfährt sie, dass sie im Alter von 4 Jahren adoptiert wurde. Obwohl Pia anfänglich geschockt ist, erklärt sich damit jedoch für sie das kühle Verhältnis zu ihrer Mutter. Als diese ihr Pias Fragen nach ihrer leiblichen Mutter nur bruchstückhaft beantwortet, macht sich Pia selber auf die Suche nach ihrer Herkunft. Dabei dringt sie immer tiefer in die dunklen Geheimisse der Familie ein und je näher Pia der Wahrheit kommt, umso mehr begibt sie sich in Lebensgefahr. Noch ist Pia nicht bewusst, dass ihre Neugier Kräfte in Bewegung gesetzt hat, die selbst vor Mord nicht zurückschrecken. Denn die Wahrheit ihrer Adoption darf unter keinen Umständen ans Licht kommen.

Hans Rosenfeldt: „Wolfssommer“

Rowohlt Verlag GmbH, Hamburg 2020

„Wolfssommer“ ist der erste Teil einer neuen Thrillerreihe von Hans Rosenfeldt, den er ohne seinen Co-Autor der Sebastian-Bergman-Reihe Michael Hjorth schrieb. Im Wald wird ein toter Wolf gefunden. Bei der näheren Untersuchung des Kadavers, machen die Ermittler eine grausige Entdeckung - im Magen des toten Tieres finden sie menschliche Überreste. Auf der Suche nach weiteren Hinweisen stoßen Hannah Wester und ihre Kollegen auf eine übel zugerichtete und nur leicht abgedeckte Leiche im Wald. Dass es sich hier nur um Mord handeln kann, steht außer Frage. Die Ermittlungen führen Hannah Wester und Gordon Backman Niska in Drogenmilieu und nicht nur die Polizisten fragen sich, wo sind die Drogen und wo ist das Geld? Während sie die Spuren der Täter verfolgen, scheint ihnen ein Profikiller stets einen Schritt voraus zu sein. Jeder, der sich ihm in den Weg stellt, wird auf grausige und kaltblütige Weise ermordet. Als Hannah Wester herausfindet, dass es sich hier um eine Frau, die sich Katja nennt, handelt, wird sie mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und die Dämonen eines schrecklichen Ereignisses erwachen zu neuem Leben. Hans Rosenfeldt hat einen packenden Thriller geschrieben, der von der ersten bis zur letzten Seite seine Spannung nicht verliert. Die Fortsetzung („Die Farm der Mädchen“) ist in diesem Jahr erschienen und ich kann nur sagen, dass ich beide Bücher „verschlungen“ habe. Wenn Ihnen die Sebastian-Bergman-Reihe gefallen hat, dann kann ich Ihnen sowohl „Wolfsommer“ als auch den Fortsetzungsroman nur wärmstens empfehlen.

Caro Claire Burke: „Yesteryear“

Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, 2026

Die schwangere Natalie lebt mit ihrem Mann und ihren 5 Kindern ein glückliches Leben auf einer liebevoll renovierten Ranch. Ihr Leben als gute Christin und traditionelle Ehefrau hat sie über sozialen Medien der ganzen Welt zugänglich gemacht und verdient damit sehr viel Geld. Auf ihren Postings zeigt sie sich nur lächelnd und jegliche Hausarbeit scheint ihr spielend leicht von der Hand zu gehen. Dass dabei alles extra so für die Öffentlichkeit inszeniert ist, scheint sowohl ihr Fans als auch die „wütenden Weiber“ - ihre digitalen Kontrahenten - nicht zu interessieren. Alle modernen Geräte hat Natalie so versteckt, dass für die Öffentlichkeit der Schein entsteht, als lebte Natalie in den „guten 1950ern“. Sie hat alles unter Kontrolle und fühlt sich wohl in ihrer Scheinwelt. Bis zu dem Tag, an dem sie in dem wahren Leben einer „tradwife“ erwacht und alles eben nicht so ist, wie Natalie es bisher der Welt gezeigt hat. Plötzlich muss sie feststellen, dass die „wütenden Weiber“ recht hatten mit ihren Bemerkungen und Warnungen. Dass eine „tradwife“ eben doch Gefahr läuft, sich freiwillig in die totale Abhängigkeit ihres Mannes zu begeben. Natalie weiß nicht, wie sie aus diesem Albtraum erwachen soll und ist überzeugt, gekidnappt worden zu sein. Ihr Ehemann Caleb sieht zwar aus wie ihr Ehemann, ist aber auf einmal älter, als sie ihn in Erinnerung hat. Die Kinder, die angeblich ihre sein sollen, sind ihr jedoch vollkommen fremd. Das häusliche Leben läuft alles andere als harmonisch und der „Alte Caleb“ scheut auch nicht davor zurück, seine Frau zu schlagen, etwas, das in ihrem alten Leben nie passiert ist. Natalie wird immer verzweifelter, doch einen Ausweg scheint es nicht zu geben. Dies ist der erste Roman von Caro Claire Burke. Damit hat sie ein Thema aufgegriffen, welches besonders in den USA die Gemüter erhitzt und gerade die Frauen immer mehr spaltet. Die sogenannte „tradwife-Bewegung“, die versucht zu traditionelle und vor allem christlichen Werten zurückzukehren, träumt von einem geregelten und geordneten Leben ohne sich dabei bewusst zu sein, dass sie dafür einen hohen Preis zahlen werden. Das Buch wirft viele Fragen auf, ist spannend geschrieben und selbst das Ende hat noch eine finale Überraschung im petto für Sie.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und beim Stöbern in unserer Bibliothek, Ihre Anne Davis