diese Bücher aus unserer Bibliothek Holzhausen möchte ich Ihnen heute kurz vorstellen:
Camilla Läckberg: „No Mercy - Rache ist weiblich”
Ullstein Verlag GmbH, Berlin 2020
In ihrem Kurzkrimi erzählt uns Camilla Läckberg die Geschichte von Ingrid, Viktoria und Birgitta - 3 Frauen, die sich nicht kennen, die aber alle 3 unter ihren Ehemännern leiden. Durch Zufall treffen sie sich in einem anonymen Internetforum und schnell wird eine Tatsache klar: ihre Leben, welche von ihren demütigenden Ehemännern überschattet werden, können so nicht mehr weitergehen. Schon bald erkennen die Frauen, dass sie sich gegenseitig dabei helfen können, aus ihren Ehen auszubrechen und ein neues Leben zu beginnen. Entschlossen machen sich die drei ans Werk, ihre finsteren Pläne in die Tat umzusetzen. Es fiel mir schwer, beim Lesen nicht mit den Täterinnen zu fiebern, da ihre Rachepläne auf eine unbehagliche Art und Weise nachvollziehbar waren. Camilla Läckbergs Krimi ist bis zur letzten Seite wieder spannend geschrieben und für Liebhaber des Anti-Helden völlig geeignet.
Lucinda Riley: „Das Mädchen auf den Klippen“
Goldmann Verlag, München 2012
Nach einer persönlichen Tragödie verlässt Grania Ryan ihr New Yorker Leben überstürzt und kehrt in ihre irische Heimat in ihr Elternhaus zurück. Auf ihrem Spaziergang am Meer begegnet sie Aurora, einem kleinen Mädchen, dessen traurige Familiengeschichte Grania nicht loslässt. Schnell hat sie das Kind in ihr Herz geschlossen, wenngleich Granias Mutter immer wieder Warnungen ausspricht, ohne jedoch ihre Ablehnung gegenüber Auroras Familie näher zu erklären. Doch langsam lüften sich mehr und mehr Geheimnisse, die Granias und Auroras Familien auf schicksalshafte Weise verbinden und weit in die Vergangenheit zurückreichen. „Das Mädchen auf den Klippen“ ist eine bewegende Familiensaga voller Geheimnisse, Liebe, Verlust und Trauer. Wem Lucinda Rileys „Schwestern-Romane“ gefallen haben, der wird sicher auch an diesem Buch Freude finden.
Rebecca Gablè: „Rabenthron“
Bastei Lübbe AG, München 2025
Der „Rabenthron“ ist der dritte Teil der „Helmsby-Reihe“ von Rebecca Gablè, wenngleich er in der zeitlichen Reihenfolge an erster Stelle stehen müsste. Gablè bringt uns in ihrem Roman in das England von 1013. Zu dieser Zeit herrscht König Ethelred, auch der „Unberatene“ genannt, dem es nicht gelingt, England vor den ständigen Überfällen der Dänen zu beschützen. Rebecca Gablès historische Romane sind von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd geschrieben. Man lebt mit den Romanfiguren, fiebert, hofft und bangt mit ihnen. Besonders gut verbindet sie ihre erfundenen Helden mit den historische Figuren und erweckt sie für uns zum Leben. Ich habe bisher alle historischen Romane von Gablè gelesen und freue mich immer wieder, wenn sie ein neues Buch herausbringt. Und selbst denjenigen, die eigentlich keine historischen Romane mögen, kann ich guten Gewissens empfehlen, sich vielleicht doch an einem ihrer Bücher zu versuchen. Ich glaube, sie werden es nicht bereuen. Zusätzlich zu ihrer „Helmsby-Reihe“ gibt es noch 7 Bände der „Waringham-Saga“, 2 Bücher zu „Otto der Große“ und 2 Einzelromane. Es empfiehlt sich auf alle Fälle, sich der chronologischen Reihenfolge bewusst zu sein.
Carsten Henn: “Die Butterbrotbriefe”
Piper Verlag GmbH, München 2023
Die fast 40-jährige Kati Waldstein möchte ein neues Leben beginnen. Ihr ist es jedoch wichtig, sich von den Personen, die sie am meisten geprägt haben, mit einem persönlichen Brief zu verabschieden, ehe sie ihren Heimatort verlässt. Ihre Briefe scheibt sie auf Butterbrotpapier, das ihr Vater für sie jahrelang gesammelt hat. Dabei bedankt sich Kati nicht nur bei ihren Mitmenschen, sondern spricht auch die Dinge an, die sie als verletzend empfunden hat. Sie versucht damit, ihre Wunden zu heilen und einen Schlussstrich ziehen zu können. Mit ihren Briefen berührt sie die Menschen und auch Geheimnisse und Missverständnisse werden gelüftet. Kati erfährt auf ihrer persönlichen „Reise in ihre Vergangenheit“, dass sich nicht alles so zugetragen hat, wie es ihr erschienen war und manchmal muss sie feststellen, dass ihr der Schmerz eigentlich von jemand ganz anderem zugeführt wurde, als sie ursprünglich dachte. Durch ihre Briefe und die Reaktionen ihrer Mitmenschen darauf, gelingt es Kati schließlich, mit ihrer Vergangenheit Frieden zu schließen und die ersten Schritte in Richtung Zukunft zu wagen. „Die Butterbrotbriefe“ haben mir genauso gut gefallen wie auch Carsten Henns „Buchspazierer“.