Eine Pflanze, die in Bauerngärten zu finden war, ist die Jungfer im Grünen, der Damaszener Schwarzkümmel (Nigella damascena). Bekannt ist sie auch unter den Namen Gretel im Busch (in der Stauden) oder Braut in Haaren. Sie gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Pflanze ist offensichtlich der Mittelmeerraum. Die Jungfer im Grünen wächst auf Kultur- und Brachland. Verwilderte Bestände sind in Österreich, der Schweiz, Belgien, den Niederlande, in Polen, Deutschland und der Tschechischen Republik zu finden.
Die Pflanze ist eine einjährige Beet- und Balkonpflanze, die weltweit kultiviert wird. Sie ist sehr genügsam. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts war sie in den Gärten sehr verbreitet. Bekannt waren dann auch Pflanzen mit gefüllten Blüten. Pflanzen mit weißen und rosa Blüten entwickelten sich erst später. Die blaublütigen Formen dominierten. In den Küchengärten der Vorstädter und Landbevölkerung war die Jungfer im Grünen überall zu finden. Um 1900 meinte Carl August Boll, dass die Pflanze altmodisch sei. Doch heute ist sie in vielen Gärten wieder beliebt.
Die Jungfer im Grünen ist eine einjährige Pflanze, die etwa 40 cm groß wird und sehr bizarr aussieht. Die Laubblätter sind stark reduziert. Sie sind fiederspaltig. Hellblaue bis weiße Blüten erfreuen den Betrachter von Juni bis August. Die Blüten und die zahlreichen Staubblätter sind von einem Kranz überragender, fiederteiliger Hochblätter umgeben. Die Pflanze zählt zu den vormännlichen Pflanzen, d.h., die Staubblätter reifen zuerst. Erst wenn alle Staubblätter entleert sind, können die Insekten den mitgebrachten Pollen auf die Narben aufbringen. Diese Aufgabe übernehmen vorwiegend die Hummeln und Bienen. Sind die Blüten bestäubt, entwickelt sich der Fruchtknoten zu einer etwa 3cm langen Kapselfrucht. Die Fruchtwände trocknen mit der Reife, sind dann pergamentartig und weisen eine hellbraune Farbe auf. In der Fruchtkapsel befinden sich schwarze Samen. Durch Wind und Tiere werden die Samen verbreitet. Die Pflanze ist resistent gegen Schnecken.
Eng verwandt ist die Jungfer im Grünen mit dem Echten Schwarzkümmel (Nigella sativa). Dieser ist bei uns jedoch selten zu finden. Interessant sind die Inhaltsstoffe der Samen von der Jungfer im Grünen. So enthalten sie ätherische Öle, Fettsäuren, Saponine, Alkaloide, wie Dameascenin und Damascinin, Flavonoide, Gerbstoffe, Proteine, Mineralstoffe, wie Kalium, Magnesium und Calcium und die Vitamine B und E. Die Samen schmecken sehr aromatisch. Wie die Samen des Echten Schwarzkümmel können die Samen der Jungfer im Grünen als Gewürz beim Brot backen, zu Salaten oder Einlegen von Gemüse Verwendung finden. Die Samen sollen auch harntreibend, wurmtreibend, schleimlösend sein und gegen Blähungen wirken. Es gibt jedoch keine anerkannten Studien als Wirkungsnachweis. Dennoch wird die Pflanze traditionell eingesetzt bei Erkältungskrankheiten zur Prävention, zur Unterstützung bei Atemwegserkrankungen, zur Linderung bei Menstruationsbeschwerden, zur Förderung der Wundheilung und als Gewürz in der Küche. Angewendet werden die Samen in Tees und Kräutermischungen. Auch zur Herstellung von Parfüms, Lippenstiften und Hautpflegeprodukten finden die Öle Verwendung.
Der Gattungsname Nigella geht auf die lateinische Bezeichnung nigellus- schwärzlich- zurück und bezieht sich auf die dunkel gefärbten Samen.
Um die Namen der Pflanze ranken sich verschiedene Geschichten. So geht „Gretl in der Stauden“ auf eine österreichische Sage zurück. Die reiche Bauerntochter Grete durfte den Tagelöhner Hans nicht heiraten. Beide verzehrten sich in Sehnsucht nacheinander und wurden in Blumen verwandelt. Grete wurde zur Jungfer im Grünen, Hans, der Vogelknöterich oder die Gemeine Wegwarte, die beide auch den Namen „Hans am Weg“ tragen.
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