Nicht nur vor unserer Haustür, sondern auf Wiesen, an Wegrändern, Brachflächen, Schutthalden, Mauerritzen, eigentlich überall ist Löwenzahn (Taraxacum officinale) zu finden. Bis in Höhenlagen von 2.800 m kommt er vor. Er ist auf der gesamtem Nordhalbkugel anzutreffen. Bekannt ist er unter sehr viel Namen, so z.B. Kuhblume, Pferdeblume, Kettenblume, Wiesenlattich, Pusteblume, Ackerzichorie.
Löwenzahn ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die bis zu 40 cm hoch werden kann. In all ihren Pflanzenteilen befindet sich ein Milchsaft. Die Pflanze entwickelt eine Pfahlwurzel, die 1 - 2 m lang werden kann. Sie ist fleischig, außen dunkelbraun bis schwarz und geht in eine stark gestauchte kurze Sprossachse über. Die Blätter stehen dicht an einer grundständigen Rosette. Wird der Vegetationspunkt versetzt, regeneriert sich die Pflanze aus der Wurzel und bildet mehrere Rosetten. Die Blätter sind 10 - 30 cm lang, eiförmig bis lanzettlich, unregelmäßig stark gelappt, tief eingeschnitten und gezähnt. Den Blattachseln entspringen meist mehrere, bis zu 60 cm lange Blattstiele. Jede ist eine blattlose, außen schwach gefilzte, hohle Röhre. An ihrem oberen Ende stehen dicht spiralig verteilt 30 - 40 abstehende Hochblätter, die bald austrocknen. Ein Gürtel aus Hüllblättern bildet anfangs einen geschlossenen Schutz um die Blütenstandknospe. Die Hüllblätter öffnen und schließen sich mit dem Blütenstand und bleiben bis zur Fruchtreife grün. Der Blütenstand ist eine Scheinblüte. Viele gelbe Zungenblüten sind zu einem tellerförmigen Körbchen von etwa 3 - 5 cm Durchmesser zusammengefasst. Die Einzelblüten öffnen sich ringförmig von außen nach innen. Die Blütezeit beträgt mehrere Tage. Der Blütenstand schließt sich nachts, bei Regen oder Trockenheit und beim Verblühen. Die Hüllblätter öffnen sich letztmalig zur Fruchtreife und entlassen zuerst die ausgetrocknete und abgestoßene Blütenhülle der Zungenblüten. Die Früchte, die Achänen, sind schlank, tonnenförmig und mit einem Pappus ausgestattet. Sie werden durch den Wind verbreitet, daher der Name Pusteblume. Die Hauptblütezeit des Löwenzahn sind die Monate April und Mai. Die Pflanze gehört zu der großen Familie der Korbblütler.
Schon griechische und arabische Ärzte nutzten die Pflanze bereits im Altertum. Zum Einsatz kamen und kommen heute noch das Löwenzahnkraut, die Wurzel und die Löwenzahnwurzel mit Kraut. In den Wurzeln und dem Kraut konnten phenolische Säuren und Flavonoide nachgewiesen werden, offensichtlich antimikrobiell wirkende Stoffe. Wertbestimmend sind die Bitterstoffe, die bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen, Störungen im Bereich des Gallenabflusses, zur Anregung der Harnausscheidung, bei entzündlichen Erkrankungen und Steinbildung helfen. In der Volksheilkunde werden Löwenzahnblätter bei Leber- und Gallenleiden, chronischen rheumatischen Beschwerden sowie zu Wasserausscheidungen über die Niere bei Blutreinigungs- und Frühjahreskuren verwendet. Auch bei Hämorrhoiden und Gicht wird die Pflanze genutzt. Hohe Kalziumkonzentrationen, viel Magnesium, Kalzium, ein hoher Vitamin C-Gehalt und Inulin in den Wurzeln zeichnen die Pflanzen aus.
Auch in der Küche hat der Löwenzahn seine Liebhaber gefunden. Die jungen frischen Blätter sind von März bis Juni eine Delikatesse. Sie werden im Geschmack milder, wenn sie vor dem Verzehren eine Stunde im Wasser ziehen. Klein gehackt können die Blätter in Suppen und Eintöpfen, Salaten, als Brotbelag, in Kräuterkäse oder Eierspeisen gegessen werden.
Löwenzahn hilft auch bei Hautunreinheiten, wirkt entzündungshemmend, hautberuhigend und pflegend. So kann ein Ölauszug aus Löwenzahnblüten, eine Löwenzahnsalbe oder ein Aufguss aus Löwenzahnblüten, - blättern oder -wurzeln hergestellt und verwendet werden.
Löwenzahn ist eine wichtige Bienenweide. Für 1 kg Honig müssen über 100.000 Löwenzahnblüten aufgesucht werden. Was für fleißige Tiere!!
Samstag, 6.6.2026 16.00 Uhr, Sonntag, 7.6.2026 11.00 Uhr
Kindertheaterprojekt Wunschfabrik
Das Theaterstück, gespielt von Kindern im Alter von 9 bis 16 Jahren, ist inspiriert von der Geschichte „Charlie und die Schokoladenfabrik“.
Anmeldung: info@kuhstall-ev.de oder 034297-1401-0.
Sonntag, 7.6.2026 15.00 Uhr
Musik & Kaffee - Urban Accordion Orchestra
Ein junges Ensemble aus Leipzig: Unvergleichbar. Außergewöhnlich. Originell. Mit selbstgebackenem Kuchen und Kaffee versorgt Sie der Freundeskreis des Botanischen Gartens Oberholz. Eintritt: 3,00 Euro. Der Garten ist ab 13:30 Uhr nur noch für Konzertbesuchende geöffnet!
Samstag, 13.06.2026 17.00 Uhr
„Es bleibt noch viel zu sagen…“
Lesung mit Lyrik von Rose Ausländer. Rose Ausländers Lyrik über Heimat, Exil, Hoffnung und Schönheit wird in einem szenisch-literarischen Programm des Turmalin- Theaters lebendig. Eintritt: VVK 8,00 Euro / AK 10,00 Euro. Anmeldung: info@kuhstall-ev.de od. 034297-1401-0.
Samstag, 20.6.2026 14.00 - 16.30 Uhr
Mathe und Botanik
Im ersten Teil erzählt Konrad Lindner zu dem Thema: „Eyerlini und Schnecken lini“ - der Mathematiker Albrecht Dürer. Der Maler Dürer aquarellierte 1503 „Das Grosse Rasenstück“. Ihn faszinierten die Formen der Blüten und Blätter so sehr, dass er sich intensiv mit der Mathematik der Pflanzen- und Tierformen befasste. Dürer war der erste Wissenschaftler, der in deutscher Sprache ein Lehrbuch der Geometrie verfasst hat. Dafür musste er viele mathematische Fachbegriffe übersetzen. Die Ellipse taufte er auf den Namen „eyer lini“ die Spirale auf den Namen „schnecken lini“. Im zweiten Teil geht Heike Schüürmann ins Gelände, um markante geometrische Pflanzenformen vorzuzeigen. Im Anschluss fangen wir die gesehenen in praktischen Mal- und Gestaltungsübungen ein. Teilnahmegebühr: 28 Euro je Teilnehmer inkl. Material und Anleitung. Anmeldung bis12.6.2026. Dr. Konrad Lindern Wissenschaftsjournalist und passionierter Maler, Heike Schüürmann (Herstellung der Pflanzenfarben), Dipl.-Biologin
Samstag, 20.6.2026 18.00 - 21.30 Uhr
Mittsommer - längster Tag des Jahres.
Der Sommer ist da! Mit seiner unbändigen Fülle an Leben und Lebensfreude. Der Garten schließt heute erst spät seine Tore und Sie haben ab 18 Uhr Gelegenheit, Kräuter zu Räucherbuschen zu binden, am Johannisfeuer zu sitzen oder einfach nur die Abendstimmung zu genießen. Wir reichen Getränke, Brot und Käse (kostenpflichtig). Eintritt frei, wir freuen uns über Ihre Spende. Dr. Hannelore Pohl, Dipl.-Agraringenieurin, Heike Schüürmann, Dipl.-Biologin
Wir bitten um Anmeldung zu den Veranstaltungen.
Kontaktdaten:
Freundeskreis Botanischer Garten Oberholz, Störmthaler Weg 2, 04463 Großpösna, Tel. 034297 41249,
Mail: botanischer-garten-oberholz@gmx.de