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Der Holzhausener - Informationsblatt
Ausgabe 6/2026
Kommunalgeschehen
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Gespräch mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt



Zwischen klaren Antworten, langen Planungen und knappen Kassen

Die Sitzung des Ortschaftsrates Holzhausen am 21. Mai 2026 stand ganz im Zeichen des direkten Austauschs mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt der Stadt Leipzig (MTA). Zu Gast war Amtsleiter Michael Jana, der sich gemeinsam mit dem Ortschaftsrat den zahlreichen Fragen, Hinweisen und Sorgen aus der Bürgerschaft stellte.

Bereits zu Beginn der Sitzung wurde deutlich, unter welchen Rahmenbedingungen die Leipziger Verkehrs- und Infrastrukturplanung derzeit arbeitet: Die angespannte Haushaltslage der Stadt Leipzig bremst zahlreiche Maßnahmen aus. Nach Aussage des MTA wird aktuell bereits an den Planungen für den Doppelhaushalt 2027/28 gearbeitet, gleichzeitig sei jedoch absehbar, dass die finanziellen Mittel künftig weiter sinken werden. Zusätzliche Investitionen seien deshalb kaum möglich.

Im Mittelpunkt des Abends standen vor allem die Auswirkungen der Umleitungsverkehre der vergangenen Monate, insbesondere im Zusammenhang mit der Prager Straße. Viele Bürgerinnen und Bürger berichteten über Schäden an Fahrbahnrändern, verschlammte Grünstreifen, überfahrene Randbereiche sowie Probleme bei Starkregen. Das MTA bestätigte, dass Straßenabläufe bereits gereinigt wurden und verschiedene Bereiche überprüft worden seien. Gleichzeitig wurde deutlich, dass manche Schäden komplizierter zu bewerten sind, weil öffentliche Flächen und private Grundstücke teilweise ineinandergreifen.

Ein weiteres großes Thema war der Zustand der Mölkauer Straße zwischen Stötteritzer Landstraße und Zuckelhausener Ring. Viele Anwohner empfinden die Straße inzwischen als deutlich stärker belastet als noch vor einigen Jahren. Schlaglöcher, Erschütterungen an Wohnhäusern sowie Lärmbelastungen durch Schwerlastverkehr wurden mehrfach angesprochen. Das MTA erklärte, dass die Straße in den vergangenen Jahren immer wieder durch Versorgungsträger geöffnet worden sei, wodurch Setzungen entstanden seien. Hinzu kamen die Belastungen durch frühere Umleitungsverkehre. Zwar seien punktuelle Ausbesserungen vorgesehen, eine grundhafte Sanierung sei derzeit jedoch finanziell nicht darstellbar.

Auch die August-Bebel-Siedlung wurde thematisiert. Dort sorgen unter anderem Baumwurzeln im Straßenraum für Probleme. Laut MTA wurde der betreffende Eigentümer bereits zur Beseitigung aufgefordert.

Besonders intensiv diskutiert wurde die Verkehrssituation an der Kreuzung Mölkauer Straße / Stötteritzer Landstraße. Viele Bürgerinnen und Bürger empfinden den Bereich als unübersichtlich und unsicher. Die Hoffnung auf eine schnelle Lösung durch eine Ampelanlage erhielt allerdings einen Dämpfer. Nach aktueller Einschätzung des MTA liege derzeit keine dokumentierte Unfallhäufung vor. Gleichzeitig wurde angekündigt, dass die fehlenden Straßenmarkierungen voraussichtlich im dritten Quartal umgesetzt werden sollen.

Großes Interesse gab es außerdem beim Thema Geschwindigkeitsreduzierung. Hier verwies das MTA auf die seit 2025 geltende neue Straßenverkehrsordnung. Dadurch seien deutlich erleichterte Tempo-30-Anordnungen im Bereich von Schulwegen möglich. Nach Einschätzung des MTA könnten künftig nahezu alle Hauptverkehrsstraßen in Holzhausen von entsprechenden Regelungen betroffen sein. Genannt wurden unter anderem die Händelstraße, Teile der Hauptstraße, die Stötteritzer Landstraße, der Zuckelhausener Ring sowie Abschnitte der Mölkauer Straße und Kärrnerstraße.

Auch die Schulwegsicherheit spielte eine wichtige Rolle. Diskutiert wurde insbesondere die geplante Querungshilfe im Bereich Christian-Grunert-Straße / Stötteritzer Landstraße. Hier musste das MTA mitteilen, dass die vorbereitete Planung zunächst gestoppt wurde. Hintergrund seien zusätzliche bauliche Anforderungen gewesen, um Probleme mit Regenwasser und Höhenunterschieden zu vermeiden. Die Kosten hätten sich dadurch auf rund 40.000 Euro erhöht und seien letztlich als unverhältnismäßig bewertet worden. Trotz dieser Entscheidung betonte das Amt, dass die Sicherheit von Schulwegen weiterhin hohe Priorität besitzt.

Ein weiteres Dauerthema bleibt die Arthur-Polenz-Straße. Viele Einwohner wünschen sich seit Jahren Klarheit über den vollständigen Ausbau der Straße. Das MTA bestätigte, dass Planungsmittel grundsätzlich für den Haushalt 2027/28 vorgesehen seien. Aufgrund personeller Kapazitäten und der schwierigen Haushaltslage müsse jedoch bereits jetzt auf eine mögliche Umsetzung erst in den Jahren 2029/30 verwiesen werden.

Auch weitere Themen wurden angesprochen: fehlende oder verschlissene Straßenmarkierungen, die Situation des Radverkehrs, fehlende Stopplinien, Beschilderungen sowie Fragen zum ruhenden Verkehr. Für die Kärrnerstraße erklärte das MTA, dass derzeit kein Projekt für einen Radstreifen vorgesehen sei. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass sich die Situation möglicherweise durch zukünftige Tempo-30-Regelungen entschärfen könne.

In der Parkstraße wird derzeit ein temporäres Parkverbot im Bereich der Ausfahrt zur Prager Straße geprüft. Zudem wurde angekündigt, dass dort langfristig eine Lichtsignalanlage vorgesehen sei - aktuell fehle jedoch noch die Finanzierung.

Die Sitzung machte insgesamt deutlich, wie komplex kommunale Verkehrsplanung inzwischen geworden ist. Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich verständlicherweise schnelle Lösungen. Gleichzeitig zeigte der Austausch mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt aber auch, dass zahlreiche Projekte umfangreiche Prüfungen, Abstimmungen und teilweise jahrelange Planungsprozesse erfordern.

Hinzu kommt die angespannte Haushaltssituation der Stadt Leipzig, die viele Maßnahmen zusätzlich verzögert oder kurzfristige Lösungen unmöglich macht. Mehrfach wurde während der Sitzung deutlich, dass selbst bekannte Probleme oder grundsätzlich befürwortete Vorhaben derzeit nur eingeschränkt bearbeitet werden können, weil finanzielle Mittel fehlen oder Prioritäten stadtweit neu gesetzt werden müssen. Dies betrifft sowohl kleinere Unterhaltungsmaßnahmen wie Markierungen und Reparaturen als auch größere Infrastrukturprojekte.

Neben den verkehrlichen Themen informierte der Ortschaftsrat außerdem über weitere aktuelle Entwicklungen in Holzhausen. So wurde berichtet, dass der Frühjahrsputz erfolgreich stattgefunden habe und die Nutzung der Radrennbahn durch den Schulzirkus der Grundschule Holzhausen genehmigt wurde. Zudem wurde bekanntgegeben, dass die Postfiliale in Holzhausen seit dem 20. Mai 2026 dauerhaft geschlossen ist. Erstmalig wird zudem die Radstrecke des Ironman am 23. August 2026 durch Holzhausen führen.

Darüber hinaus beschloss der Ortschaftsrat die Vergabe weiterer Brauchtumsmittel an den Heimatverein. Die ursprünglich zurückgestellte Summe von 3.500 Euro wurde auf Vorschlag des Ortsvorstehers um weitere 250 Euro erhöht. Insgesamt wurden damit 3.750 Euro bewilligt. Die zusätzlichen Mittel dienen insbesondere der Absicherung des Weihnachtsmarktes in Holzhausen. Um die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher künftig besser gewährleisten zu können, soll der Zuckelhausener Ring während des Weihnachtsmarktes in diesem Jahr für den Verkehr gesperrt werden.

Trotz mancher ernüchternder Antworten wurde der direkte Dialog von vielen Anwesenden als wichtig und konstruktiv empfunden. Der Ortschaftsrat wird die angesprochenen Themen weiterhin begleiten und gegenüber der Stadtverwaltung regelmäßig auf Fortschritte drängen. Gerade bei Fragen der Verkehrssicherheit, des Schulwegschutzes und der Lebensqualität in den Wohngebieten bleibt das Interesse der Bürgerschaft weiterhin groß.