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Der Holzhausener | Informationsblatt
Ausgabe 7/2020
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Berichte aus dem wahren Leben

Schule mal ganz anders …

Dass im vergangenen Vierteljahr alles ganz anders war als sonst, hat jeder am eigenen Leib erfahren. Wir wagen heute einmal eine andere Sicht, so ganz ohne Statistik, medizinische Dossiers, wissenschaftlichen oder politischen Streit, Demos, Verschwörungstheorien und andere wichtige oder weniger wichtige Dinge. Wir wollen nachfolgend ein paar ganz persönliche Einblicke in das richtige Leben geben, von Betroffenen aus verschiedenen Perspektiven zum gleichen Thema. Im Mittelpunkt stehen Schule und Hort. Die Elternräte von Schule und Hort sowie der Förderverein haben Schul- und Hortleitung sowie einige Eltern um kurze Beiträge zu ihren ganz individuellen Erfahrungen mit Corona gebeten. Alle Angesprochenen haben bereitwillig die Feder gespitzt oder die Tastatur strapaziert. Wegen des lieben Datenschutzes sind leider alle Namen der Heldinnen und Helden entfernt. Doch lesen Sie selbst:

Und plötzlich war die Schule leer …

Am 13. März 2020 haben wir aus der Presse und den Medien erfahren, dass das Kultusministerium ab Montag, den 16. März 2020 aufgrund der aktuellen Situation die Schulpflicht aussetzt und Schulschließungen vorbereitet werden. Den Eltern wurde damit die Möglichkeit gegeben, sich bis zur Schließung von Schulen auf eine Betreuung einzustellen. Ab Mittwoch, dem 18. März 2020 waren dann die Schulen geschlossen. Eine Notbetreuung war nur noch für einen eng festgelegten Personenkreis möglich und die Notwendigkeit musste mit einer Bestätigung durch den Arbeitgeber nachgewiesen werden.

In der Hoffnung, dass es nach den Osterferien mit der Schulschließung vorbei ist, stellten wir für fast vier Wochen Aufgaben zur Verfügung um zu Hause weiterlernen zu können. Die Kolleginnen versuchten Aufgaben herauszusuchen mit denen sich die Kinder möglichst alleine beschäftigen konnten, um den Eltern im Homeoffice nicht noch den „Lehrerjob“ zu übertragen. Aber ohne die Mitarbeit der Eltern war es für die Kinder trotzdem nicht zu schaffen. Deshalb an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an alle. Die Lehrer waren während dieser Zeit nicht untätig. Entweder erstellten sie Lernaufgaben, bildeten sich in verschiedenen Formen fort, überarbeiteten bestehende Konzepte bzw. erstellten neue, räumten Fachkabinette und Unterrichtsmaterialien auf oder waren zur Notbetreuung eingesetzt.

Schnell war klar, dass die Grundschulen in Sachsen bis zum 4. Mai 2020 weiter geschlossen bleiben. Ab dem 6. Mai durften die SchülerInnen der 4. Klasse zurück in die Schule. Zwei Tagen waren nötig, um alle Vorbereitungen zu treffen. Tische wurden aus Klassenzimmern entfernt, Wege aufgezeichnet, Abstandsmarkierungen und ähnliches angebracht. Nach drei Tagen erfolgreichen Ankommens in der neuen Welt erfuhren wir, dass der Freistaat Sachsen zum 18. Mai 2020 als erstes Bundesland für alle SchülerInnen an Grund- und Förderschulen die Schulpflicht wieder einsetzt und alle Grundschüler zurück in die Schulen lässt.

Nun galt es, die vorhandenen Planungen an die sich erneut ändernde Situation anzupassen sowie die gestellten Vorgaben zu erfüllen. Die gesamte Situation stellte uns erneut vor räumliche, personelle und organisatorische Anforderungen, die sorgsam diskutiert und in Sinne der Kinder umgesetzt werden mussten. Wenn wir den Viertklässlern noch bis Freitag erklärten, dass sie einen Mindestabstand zu ihren Mitschülern einhalten sollen, war das schon schwierig, da sie wussten, dass ab Montag alle in einer Klasse sitzen. Die strikte Trennung der Klassen stellte das größte Problem dar.

Mittlerweile haben sich alle SchülerInnen an die geänderten Anfangszeiten, verschiedene Pausenzeiten und neue Regeln gewöhnt. Selbst das Händewaschen ist zur Routine geworden. Das Abstandhalten beim Aufeinandertreffen von verschiedenen Klassenstufen klappt während der Unterrichtszeit sehr gut. Wir haben mit unserem neuen Plan versucht, die Stundenzahl so hoch wie möglich zu setzen, um in aller Ruhe verlorengegangene Wissensvermittlung aufzuarbeiten.

Nun hoffen wir, ab dem neuen Schuljahr zum Normalbetrieb zurückzukehren.

Kinder und Eltern gemeinsam auf der heimischen Schulbank …

Mein Sohn und ich kamen vor einem Jahr und acht Monaten aus Bulgarien nach Deutschland. Ich bin 43 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Meine Tochter ist 21, sie studiert und lebt seit drei Jahren in Kopenhagen. Mein Sohn geht in die erste Klasse der Schule in Holzhausen. Ich bin Philologin, habe 17 Jahre als Lehrerin gearbeitet, hier arbeite ich derzeit notgedrungen als Putzfrau.

Corona machte mir erst einmal Angst, wie vielleicht auch vielen anderen. Als klar wurde, dass wir zu Hause bleiben mussten, ich Kurzarbeit hatte und die Schule geschlossen wurde, musste auch ich unser Leben neu organisieren. Auch mein Deutschkurs fiel aus.

Als Lehrerin wusste ich, wie wichtig es für meinen Sohn war zu Hause zu lernen, zumal die deutsche Sprache für uns noch immer eine Herausforderung ist. Ich bin dem Schulteam sehr dankbar, dass es die Hausaufgaben für die Kinder so schnell organisiert hat. Wir haben alle zwei Wochen neue Aufträge erhalten. Es war ziemlich schwierig für meinen Sohn und mich. Er hat sich viel Mühe gegeben und ich war an seiner Seite, um die Aufgaben zu erklären, Wörter zu übersetzen und ihm zu helfen. Es war viel Stress für uns beide, aber ich denke, wir haben es ziemlich gut hinbekommen. Wir haben fast alle Aufgaben der Klassenlehrerin erledigt.

Ich bin dankbar, dass wir einen Hof haben, auf dem mein Sohn auch spielen konnte. Ich begann täglich zu joggen und zu Hause zu trainieren. Ich nutzte eine Online-Plattform, um weiter Deutsch zu lernen. Wir haben die Zeit auch für Familienspaziergänge genutzt. Wir besuchten Grimma, Altenburg und Magdeburg und deren Umgebung.

Ich denke, dass die Corona-Zeit schwierige, aber auch gute Seiten hatte. Es war viel Stress und brachte für viele berufliche und finanzielle Probleme mit sich. Es war aber auch eine schöne Zeit für alle, die sonst wenig Freizeit haben, die sie jetzt einmal intensiv mit der Familie verbringen konnten. Aber die Herausforderungen überwogen natürlich. Ich wünsche Ihnen und meiner Familie einen schönen Sommer und gute Gesundheit.

Spiel und Spaß im Hort für die Kinder systemrelevanter Eltern …

Im März kam der Frühling und mit ihm der 18. März, an dem alles anders werden sollte. Anders als wir uns das bisher vorstellen konnten, anders als wir uns den Frühling wünschen. Nicht bunt und frei, wo man sich mit seinen Freunden auf der Wiese zum Picknick trifft, nein, es kam anders.

Die Schule wurde geschlossen und auch der Hort öffnete nur für die Kinder, deren Eltern wir ab jetzt als „systemrelevant“ bezeichneten. Das waren Eltern, die als Busfahrer im öffentlichen Nahverkehr, als Altenpfleger, bei der Feuerwehr, in Lebensmittelläden oder als Ärzte und Krankenschwestern tätig sind. Auch wir waren da und betreuten die wenigen Kinder, die kamen. Wir nutzten die Zeit und arbeiteten an den Portfolios der Kinder, schrieben Lerngeschichten, klebten Fotos, säuberten die Sitzmöbel, reparierten und strichen die Bänke im Außengelände und bereiteten das neue Schuljahr vor.

Wir begannen die Horträume auszuräumen, so dass schon am 30. März mit der Sanierung der Räume begonnen werden konnte. Seitdem sind mal mehr und mal weniger Handwerker im Haus und arbeiten an der Fertigstellung der Horträume.

Im vergangenen Herbst baten wir den Förderverein der Grundschule um die Finanzierung einer neuen Gartenhütte für unsere Roller und anderen Fahrzeuge. Wir freuten uns sehr über die positive Rückmeldung des Fördervereins und beantragten die Annahme der Schenkung durch die Stadt Leipzig.

Als im April die Schenkung offiziell angenommen wurde, konnten wir endlich mit den Arbeiten beginnen. Die Erzieher und der Vorsitzende vom Förderverein schachteten die Fläche aus, auf der die Hütte stehen soll, setzten Borden und rüttelten den Untergrund fest ab, sodass der Aufstellung der Hütte nichts mehr im Wege stehen sollte.

Die Zeit verging wie im Flug, der 18. Mai stand vor der Tür und somit die Öffnung der Grundschule und des Hortes im eingeschränkten Regelbetrieb. Die Zeit für Nebenschauspielplätze war vorbei und seitdem machen wir das, was wir am besten können: uns um das Wohl der Kinder kümmern, die unsere Einrichtung besuchen.

Erst Notbetrieb im Krankenhaus und dann zu Hause …

Die Corona-Anfangszeit war für sehr viele Eltern und Schüler eine schwierige und bisher nie dagewesene Situation, das ist mittlerweile fast jedem klar.

Auch uns hat es vor enorme Aufgaben gestellt, beide Eltern im Krankenhaus im Schichtbetrieb tätig, ein richtiges Familienleben oft so schon schwierig und nun das. Natürlich wären wir in der Lage gewesen, eine Notbetreuung in Anspruch zu nehmen, im Gegensatz zu anderen, die auf diesen Luxus verzichten mussten, aber will man das?

Will man sein Kind für ein paar Stunden in der Notbetreuung abgeben, selbst nicht sein volles Arbeitspensum ausreizen, nach Hause rasen und sich dann mit dem Kind an ein doch recht straffes Schulprogramm setzen und bis abends beschäftigt sein? Wir entschieden uns dagegen und konnten es realisieren, abwechselnd zuhause zu bleiben oder sich mit Früh- und Spätdienst zu Hause abzuklatschen, um alles halbwegs unter einen Hut zu bekommen.

Der (glücklicherweise vorhandene) Innenhof wurde alle 2 Tage zum Frühsport genutzt und die Eltern wurden zu Heimlehrern. An diesem Punkt dürfte vielen bewusst geworden sein, was unsere Lehrkräfte täglich leisten müssen. Die ersten Tage waren definitiv die Schwierigsten, sowohl für uns, als auch für die Kinder.

Der Kleine konnte nicht verstehen, warum seine große Schwester keine Zeit hatte, mit ihm zu spielen, obwohl ja irgendwie fast alle zu Hause waren. Der Spagat, zwischen Schulaufgaben erledigen und den 4-Jährigen zu beschäftigen, ohne ihn dauerhaft vor Tablet, Fernseher & Co. zu parken, gelang uns erstmal eher nur mittelmäßig.

Als nach 2 Wochen die allgemeine Angespanntheit langsam abflaute und sich alle so halbwegs an die neue Situation gewöhnt hatten, wurde es sogar relativ angenehm zu Hause „eingepfercht“ zu sein. Mama und Papa kramten alte Hobbys hervor, Papa fing endlich wieder an zu Hause Sport zu machen und die Kinder tobten sich an den vorhandenen Instrumenten aus.

Trotzdem war es noch immer hart für unsere Kinder, denn im Gegensatz zu manchen Nachbarn hielten wir uns strikt an die Kontaktbeschränkungen. Während andere Kinder zusammen beim Spielen beobachtet werden konnten, mussten wir unseren Kindern erklären, wieso sie das nicht durften. Als Krankenhauspersonal kann man eben nie wissen, was man da alles so mit nach Hause schleppt.

Trotzdem nutzten wir die Zeit gemeinsam so gut es eben ging, spielten, bastelten, musizierten und kochten zusammen. Kindergarten- und Schulfreunde konnten (Technik sei Dank) per Videoanruf kontaktiert werden, was auch eine willkommene Abwechslung war. Als sich die ersten Lockerungen anbahnten und die Tochter bald wieder in die Schule konnte, fiel die größte Last von unser aller Schultern.

Wir hatten es irgendwie geschafft, über diese Zeit zu kommen, ganz ohne größeren Streit, Trennungsgedanken oder psychologenreife Kinder. Alles in allem können wir sogar sagen, wir sind als Familie stärker aus dieser Krise hervor gegangen.

Plötzlich war alles anders …

Dass ein kleines Virus den humanen Teil der Welt nicht nur im Fernsehen lahmlegt, hätte sich zu Beginn dieses Schuljahres wohl niemand träumen lassen. Doch Mitte März passierte genau dieses. Wochenende. Mutter, im brandenburgischen Nirgendwo bei einem mehrtägigen Reitkurs auf dem Pferd sitzend, war plötzlich damit konfrontiert, dass ab dem folgenden Montag weder Schule noch Kindergarten regulär geöffnet haben. Gut, Montag und Dienstag hätten die Kinder noch gehen dürfen - aber will man das? Und nun?

Erstmal hieß es Medien beobachten, Infos aus der Schule und dem Stadtelternrat sammeln, die anderen Eltern der Klasse informieren. Interessanterweise wussten die Medien oft schon eher Bescheid, als die Schule.

Da sich Mamas Büro gut 500 km entfernt im „wilden Westen“ befindet, ist sie Heimarbeit gewöhnt. Doch jetzt waren plötzlich alle zu Hause - wollten bespaßt werden („Mama mir ist langweilig“ - der Kleine), hatten Fragen zu Schulaufgaben (die Große) und natürlich mittags Hunger (alle). Also haben wir uns irgendwie organisiert, um alles mehr oder weniger gut auf die Reihe zu bekommen. Papa und die Kinder durften morgens etwas länger schlafen, damit Mama schon mal etwas arbeiten konnte. Dann gab’s ein gemeinsames Frühstück (was wir in „normalen Zeiten“ maximal am Wochenende schaffen) und anschließend wurde wieder gearbeitet. Den kleinen Mann für Vorschulaufgaben zu motivieren gelang allerdings kaum. „Mama, ist heute Vorschultag? Nein? Dann mach ich keine Aufgaben!“ Klare Ansage, der junge Mann weiß, was er will. Vorschultag war bis dahin immer dienstags im Kindergarten … Aber Gott sei Dank haben wir einen Garten mit allem was das Kinderherz begehrt und glücklicherweise spielte meistens auch das Wetter mit.

Die Große hat versucht, so gut es ging und unterstützt durch Papa (oder Mama), sich auf ihre Schulaufgaben zu konzentrieren. An dieser Stelle mal ein riesiges Lob an die Lehrerin und die Schule insgesamt. Die Aufgaben waren mach- und schaffbar, die Kommunikation immer sehr angenehm und problemlos, auch konnten die Kinder ihre Klassenlehrerin per E-Mail erreichen und haben Briefe hin und her geschrieben oder Fragen beantwortet bekommen. Und zu Ostern gab’s einen hübschen Videogruß für die Kinder. Und jetzt, nachdem die Kinder wieder in die Schule gehen dürfen, gibt es kein übermäßiges Arbeits- und Zensurenpensum. Vielen Dank dafür!

Alles in allem haben wir die Zeit der Ausgangsbeschränkung sogar etwas genossen, da alle Nachmittagsbeschäftigungen weggefallen sind und wir als Familie viel mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Trotzdem ist es jetzt schön, dass nach und nach immer mehr Realität zurückkehrt und man Familie und Freunde wieder treffen darf. Nun hoffen wir auf einen einigermaßen normalen Schulalltag - dann für zwei Schulkinder - im kommenden Schuljahr.

Auch das war Corona: Eulen-Schlafplatz auf dem Toaster

Unser vielleicht spannendstes Erlebnis bescherte uns ein Eulenkind, das aus dem elterlichen Nest auf der Fichte in Nachbars Garten erste Flugversuche startete und in unserer Ligusterhecke strandete. Da die Katzen sehr an dem interessiert waren, was dort strampelte und neugierig vor der Hecke saßen, ist unsere Nachbarin auf das kleine Tier aufmerksam geworden. So haben Nachbars und wir erst einmal unsere Katzen ins Haus gesperrt und die kleine Eule beobachtet, die sich im Laufe des Abends und der darauffolgenden Nacht am Flieder Stück für Stück nach oben arbeitete.

Am nächsten Tag kam der Regen. Es schüttete den ganzen Tag und Eulis nächster Flugversuch endete wieder in der Hecke. Abends saß sie dort, völlig durchnässt und am ganzen Körper zitternd. Also haben wir die Rotlichtlampe ausgepackt und versucht, das Findelkind zu trocknen. Das ging im Garten allerdings nicht so gut und eine andere Idee musste her. Also hat unsere Nachbarin den amtstierärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktiert (wir vermuteten auch, dass der Vogel verletzt sein könnte) und fachkundige Hilfe geholt. Klein-Euli befreite sich dann inzwischen doch aus der Hecke und hopste durch den Garten.

Als die freundliche Dame vom Bereitschaftsdienst kam, hat sie die Eule untersucht und glücklicherweise keine Verletzungen festgestellt. Euli war aber immer noch nass und konnte sich nicht auf dem Ast halten, auf den wir sie gesetzt hatten. Da die Temperaturen nachts unter null Grad Celsius gehen sollten, hat uns die Eulen-Spezialistin empfohlen, das Jungtier mit ins Haus zu nehmen und am Morgen wieder ins Freie zu setzen.

So durfte der Kater wieder aus dem Haus und Euli zog in die Küche ein. Da saßen wir nun zusammen unter der Rotlichtlampe zum Trocknen. Euli saß auf Mamas Finger, genoss die Wärme von oben und fauchte alle an, die sich auch nur ein kleines Stück bewegten. Nach etwa einer Stunde hopste sie davon und erkundete die Küche, um sich erst im Geschirrspüler und später auf dem Toaster häuslich niederzulassen. Am nächsten Morgen hatte sie einen Küchenstuhl erobert. Und in der Küche roch es nach Hühnerstall.

Da draußen wieder die Sonne schien, haben wir unser Findelkind auf einen Baum in die Sonne gesetzt und den Tag über weiter beobachtet. Schließlich wollten wir sichergehen, dass es wieder von den Eltern versorgt wird. Euli arbeitete sich im Laufe des Tages immer ein Stück höher, bis es am Abend ganz oben in der Spitze unseres Pflaumenbaumes saß. Und pünktlich 21 Uhr kamen die Euleneltern und begannen es zu füttern.

Die darauffolgenden Tage hat Euli noch im Pflaumenbaum verbracht. Nach 4 – 5 Tagen wurde es mit seinen Flugversuchen mutiger und schaffte es bis auf Nachbars Balkon und später in die umliegenden Fichten. Wir hatten noch einige Wochen die Möglichkeit, die insgesamt 3 Jungtiere mit ihren Eltern in den umliegenden Gärten zu beobachten. Jetzt sind alle ausgeflogen.

Und was macht ein nicht systemrelevanter Schulförderverein …

Erst einmal, was Vereine gewöhnlich so machen: Eine Sitzung fand im Garten statt, eine als Videokonferenz via Skype. Mit Schule und Hort wurde per E-Mail kommuniziert, es gab in dringenden Fällen auch einzelne halblegale Maskengespräche und eine gemeinsame Baumaßnahme mit dem Hort. Dafür haben wir einen Geräteschuppen gekauft, Material organisiert, Firmen erfolgreich um Unterstützung gebeten und die mit ungeahnten Talenten ausgestatteten Erzieherinnen und Erzieher des Horts beim Ausheben und Anlegen des Fundaments unterstützt. Auch wir waren also fleißig.

Kurz vor der erzwungenen Teiluntätigkeit haben wir Holzhausener Firmen und Freiberufler angeschrieben und um Unterstützung gebeten. Über die Resonanz berichten wir in einem der Folgeblätter und werden dann auch unseren neuen Unterstützerkreis benennen, dem wir überaus dankbar sind. Vielleicht schließen sich ja noch ein paar Holzhausener Unternehmen, Einwohner und weitere Eltern an … Gebrauchen könnten wir es!

Dr. Anja Gemeinhardt (Elternrat) und Dr. Gerd Schneider (Förderverein) im Namen aller Autorinnen und Autoren