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Der Holzhausener | Informationsblatt
Ausgabe 7/2020
Vereine und Verbände
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Babyboom im Katzenhaus

Einbrecher haben im Flur alles durchwühlt

Auch das Steinhaus erhielt neue Fenster

Das neu gestaltete Katzenzimmer im Holzhaus

Die Fassade am Steinhaus musste stellenweise komplett erneuert werden.

Unsere Katzenbabys

Einbrecher fanden kein Geld, aber richteten Sachschaden an

Zehn Jahre waren sie eine glückliche kleine Familie: Mann, Frau, Kater. Im Haus war es gemütlich, der Garten bot spannende Entdeckungen, es herrschte traute Eintracht. Dann starb plötzlich der Mann, und Frau und Katze mussten die Idylle verlassen. Die Erben wollten es so. Der Kater kam zu uns, zum IG Katzenschutz Leipzig eV. Doch für Bärchen, so heißt die schwarz-weiße Fellnase, ist die Welt aus den Fugen geraten. Ängstlich und traurig liegt er in seinem Versteck, mag in dieser Situation weder Menschen noch Artgenossen um sich. Für ihn wünschen wir uns dringend ein Zuhause bei geduldigen Katzenfreunden, zu denen er langsam wieder Vertrauen fassen kann und die ihm Zeit dafür geben. Denn Bärchen ist zwar keine Kuschelkatze, aber ein lieber zutraulicher Kater, der „seinen“ Menschen braucht. Immerhin - trotz der Einschränkungen, die Corona mit sich brachte, und trotz Anmeldepflicht für Besucher erlebten wir in den letzten Wochen eine Überraschung: Menschen hatten Zeit, brachten Futterspenden, boten Unterstützung an und erkundigten sich nach vermittelbaren Tieren. So fanden nicht nur unsere vier Teenies Kurti, Kessy, Kay und Kiri ein liebevolles Zuhause, sondern auch alle „Notfellchen“, die wir aufgenommen hatten. In unserem Katzenschutzverein ging der Alltag weitgehend normal weiter. Was blieb uns auch übrig - unsere Samtpfoten wollten schließlich täglich wie gewohnt versorgt werden. Alle ehrenamtlichen Mitarbeiter hielten treu bei der Stange.

Das Kinderzimmer blieb freilich nicht lange leer: Bereits im April hielten die ersten Babys nebst Mama (einer scheuen Streunerin, die inzwischen kastriert und wieder an ihrem Futterplatz ist) bei uns Einzug. Die nächsten Notfälle ließen nicht auf sich warten: Schildpattkatze Sally kam hoch trächtig zu uns, brachte Anfang Mai ihre Babys zur Welt und erweist sich als äußerst liebevolle Mama. Wenig später zogen noch fünf mutterlose Kitten ins Kinderzimmer. Auch bei Katze Kelly, die im April abgemagert und in schlechtem Zustand aufgenommen wurde, rundete sich das Bäuchlein - sie bescherte uns am 19. Juni den nächsten Nachwuchs, ein Quartett. Mehr Miezen aufnehmen können wir nun absolut nicht und dass wir 20 Kitten auf einmal bei uns versorgen, gab es noch nie...

Gleichzeitig ging im Frühjahr die Sanierung unserer Katzenhäuser weiter. Nach dem Holzhaus erhielten nun auch die Zimmer im Steinhaus neue Fenster - finanziert durch Spenden. Allein hätten wir das nicht stemmen können. Das gilt ebenso für die Arbeiten im Holzhaus, die mit einem ziemlichen Schrecken begannen. Aus der ursprünglich geplanten Erneuerung des Fußbodens im rechten Katzenzimmer entwickelte sich nämlich ein regelrechtes Sanierungsprojekt. Der gesamte Unterbau musste erneuert, das Fundament stabilisiert werden - mit weit größerem Aufwand und Kosten.

Damit nicht genug: Der nächste Schreck folgte, als unser Baufachmann die Schäden an der Fassade im Steinhaus genauer unter die Lupe nahm. Mit kleiner Reparatur war da nichts mehr zu retten, die Konstruktion in den Abschnitten musste erneuert,

befestigt und vor Nässe gesichert werden. Das bedeutet, dass wir weiter um Spenden und Unterstützung werben müssen - und wir sind allen dankbar, die uns beistehen. Doch manchmal hält das Leben auch bittere Pillen bereit: So wurde in der Nacht vom 15. zum 16. Juni bei uns eingebrochen. Wer tut so etwas? Schätze gibt es nicht zu holen, dafür waren alle Schlösser zerstört, Schränke und Schuppen durchwühlt , Werkzeug entwendet. Zum Glück - und das war unsere größte Sorge - ist unseren Miezen nichts passiert. So groß die Wut ist, aber Sachschäden lassen sich beheben.