Bei ihrem letzten Treffen im vergangenen Jahr nahmen die Dorfhistoriker die Raunächte in den Fokus.
Als sich die Gruppe der Dorfhistoriker und Ortschronisten aus der Niederen und Hohen Börde kurz vor dem Jahreswechsel traf, stand nicht nur der Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr auf der Agenda des Nachmittags. Viel mehr ging es um die Bräuche und Rituale zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag.
Die zwölf Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6.Januar werden als Raunächte bezeichnet. Früher war diese Zeitspanne für die Menschen eine Art Übergangsphase. Die Raunächte wurden zur Reflexion des vergangenen Jahres, zum Innehalten und zur Vorbereitung des neuen Jahres genutzt. Hier kann man Parallelen zur heutigen Zeit ziehen.
Früher haben die „alten Leute“ die Kinder oft mit ihrem Aberglauben genervt, da diese damit nichts anfangen konnten. Beim Zusammentragen der Fakten zur Bedeutung der Raunächte konnten die Dorfhistoriker viele Zusammenhänge klären. Zum Beispiel heißt es: Man muss noch die Rechnung bezahlen, um nicht mit Schulden ins neue Jahr zu gehen. Auch Rituale um das Klären von offenen Angelegenheiten, das Zurückgeben von Geliehenem, das Aufräumen und Putzen zu Weihnachten und das Räuchern mit Salbei, Weihrauch oder Myrrhe haben ihren Ursprung in den Raunächten. Vieles gibt es zur Deutung der Träume, über das Ritual um die 13 Wunschzettel und anderes zu berichten.
So war es nicht verwunderlich, dass die Zeit weit fortgeschritten war, als sich die Dorfhistoriker und Ortschronisten trennten. Fest stand da bereits, dass beim nächsten Treffen die Geschichte der Eichenbarleber Kirche und der Jahresplan für 2026 thematisiert werden.