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Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Hohe Börde
Ausgabe 4/2026
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Experte lüftet Geheimnisse der Obstveredelung

Nach dem theoretischen Teil ging es gemeinsam weiter zur Streuobstwiese im Hermsdorfer Naschgarten. Dort demonstrierte Jens Dockhorn an älteren Bäumen das sogenannte Umveredeln.

Wie lassen sich alte Obstsorten erhalten? Und was kann man tun, wenn der eigene Apfelbaum zwar reich trägt, die Früchte aber wenig Begeisterung auslösen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Besucher eines Veredelungsvortrags für Obstgehölze im Mehrgenerationenhaus in Hermsdorf.

Insgesamt 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren gekommen, um dem Fachmann Jens Dockhorn aus Hecklingen zuzuhören. Rund eineinhalb Stunden lang berichtete er aus seinem umfangreichen Praxiswissen. Dabei spannte er den Bogen von der Genetik und dem Wuchsverhalten von Obstbäumen und Sträuchern bis hin zu alten, teils jahrhundertealten Obstsorten und deren besonderen Eigenschaften.

Die Zuhörer nutzten die Gelegenheit intensiv: Viele brachten Fragen zu ihren eigenen Obstbäumen im Garten mit und erhielten direkt praktische Tipps vom Experten. Parallel zur Theorie zeigte Jens Dockhorn verschiedene Veredelungstechniken anschaulich in der Praxis. Begriffe wie Pfropfen, Anplatten oder Okulation wurden dabei nicht nur erklärt, sondern direkt vorgeführt.

Im Anschluss konnten die Teilnehmenden Obstzweige aus dem eigenen Garten fachkundig auf eine passende Unterlage veredeln lassen. Für einige war dies eine besondere Gelegenheit, einen alten, liebgewonnenen Obstbaum aus dem eigenen Garten in einer jungen Generation weiterleben zu lassen.

Nach dem theoretischen Teil ging es gemeinsam weiter zur Streuobstwiese im Hermsdorfer Naschgarten. Dort demonstrierte Jens Dockhorn an älteren Bäumen das sogenannte Umveredeln. Dabei werden weniger schmackhafte Sorten durch das Aufpfropfen neuer Edelreiser mit besseren Sorten verbessert.

Mit einem Augenzwinkern erklärte er:

„Das lohnt sich besonders bei Bäumen, die nur harte saure, grünliche Äpfel hervorbringen – oder bei solchen, deren Früchte so hart sind, dass man damit höchstens beim Brand die Fenster einschmeißen kann.“

Mit viel Erfahrung, Geduld und einer guten Portion Humor führte der Fachmann durch den Nachmittag – und so verging die Zeit für alle Beteiligten wie im Flug.

Ein herzlicher Dank gilt Jens Dockhorn sowie allen interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern für diesen lehrreichen und gelungenen Nachmittag und dem Freiwilligenbüro „aktive hohe börde“ für die tatkräftige Unterstützung bei der Organisation.

Eric Berger