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Amts- und Mitteilungsblatt der Gemeinde Hohe Börde
Ausgabe 7/2026
Informatives aus der Gemeinde
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Ortschronisten setzen Entdeckungsreise fort

Zu den gefundenen Kanzelteilen gab es in der Hermsdorfer Kirche einiges zu erzählen.

Die Gruppe der Ortschronisten hat ihre Entdeckungsreise in der Hohen Börde fortgeführt. Das erste Ziel war diesmal die St.-Laurentius-Kirche in Hermsdorf. Dabei ging es um die Reliquien, die auf dem Dachboden wiedergefunden wurden. Über den Fund und seinen Ursprung berichtete Jürgen Puschke den Gleichgesinnten. Man kann dem Kirchbauförderverein nur viel Kraft für die geplante Restaurierung wünschen. An der Kaffeetafel ging es dann – passend zum bevorstehenden Pfingstfest – um die alten Pfingstbräuche in der Region.

In der Nacht zum Pfingstsonntag, auch bekannt als „freie Nacht“, wurde viel Unfug gemacht. So wurden bewegliche Gegenstände vom Hof und aus dem Garten entwendet und an öffentliche Plätze gebracht. Toreinfahrten der Gehöfte wurden mit Ackerwagen zugestellt oder Eingangstüren mit Steinen zugebaut. Gartenbänke standen auf Flachdächern, beispielsweise auf der Bushaltestelle. Die Birke gehört zu Pfingsten wie die Tanne zu Weihnachten.

Auch die Pfingstmaien wurden in dieser Nacht aufgestellt. Entweder wurden sie als Pfingstbaum an einem langen Pfahl und auf dem zentralen Platz im Dorf errichtet oder die jungen Männer befestigten sie am Haus ihrer Freundin als Symbol der Zuneigung. Das Gegenteil war es, wenn einem jungen Mädchen Waschblau ans Haus geschüttet wurde. Dies war das Zeichen, dass sie den jungen Männern zu sehr zusprach. Darüber waren dann die Eltern nicht sehr begeistert und das Dorf hatte Gesprächsstoff. Es konnte auch passieren, dass man am Morgen das Haus nicht verlassen konnte, weil eine Karre Mist vor der Tür stand. So gab es viele Streiche in dieser Nacht, welche nicht krummgenommen und nur als derber Spaß betrachtet wurden

Auch das Thema Holunder und seine Mythen sowie die Geschichten um das Sammeln von Maikäfern und die dazugehörenden Streiche fanden an diesem Nachmittag Platz in den Gesprächsrunden.

Marlies Böttcher