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Kirchberger Nachrichten
Ausgabe 10/2026
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Auf den Spuren der alten Bimmelbahn: Wanderweg und neue Broschüre machen Geschichte lebendig

Im neuen WCd-Heft ist auch dieses Bild zu finden. Es zeigt die Gleisanlagen des Bahnhofs Kirchberg aus Richtung Carlsfeld. Die 99 589 rangierte am 27. August 1964 zwei Kohlewagen von ihrem auf Gleis 1 stehenden Güterzug auf das nicht oft befahrene Gleis 12.

Autor und Eisenbahnexperte Helge Scholz recherchierte für seine Publikationen auch oft im Kirchberger Rathaus. In historischen Ausgaben der "Kirchberger Nachrichten" fand er viele Informationen, die sich unter anderem im neuen WCd-Heft wiederfinden. Bürgermeisterin Dorothee Obst unterstützte die Vorhaben.

Die reguläre Titelseite des neuen WCd-Heftes zeigt den Kirchberger Bahnhof (links). Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1971. Zudem ist das Heft in einer limitierten Auflage mit einer Schwarz-Weiß-Aufnahme aus Wilkau-Haßlau auf der Titelseite erschienen (rechts).

Wer sich heute in unserer Stadt auf die Spuren der einstigen Schmalspurbahn begeben möchte, kann das ganz bequem zu Fuß tun. Seit 2023 gibt es den Kirchberger Schmalspurbahn-Wanderweg, der am ehemaligen Bahnhof Kirchberg beginnt und entlang der historischen Bahnstrecke bis zur sogenannten Gerlachbrücke im Möplü-Park führt. Der rund 2,5 Kilometer lange Weg wurde im Rahmen des 50. Jahrestages der letzten Personenzüge auf der Strecke von Wilkau-Haßlau nach Kirchberg eingeweiht. Acht Informationstafeln machen unterwegs auf Besonderheiten des einstigen städtischen Bahnverlaufs aufmerksam und vermitteln Wissenswertes über die Geschichte der Bimmelbahn. Die Idee für diesen besonderen Weg hatte der Eisenbahnhistoriker Helge Scholz, der damit bei Kirchbergs Bürgermeisterin Dorothee Obst auf offene Ohren stieß und in ihr eine engagierte Unterstützerin für die Umsetzung fand. Und eben jener Helge Scholz hat sich nun erneut intensiv mit der Geschichte der Kirchberger Schmalspurbahn beschäftigt.

 

 

In diesem Sommer ist eine neue Ausgabe der Broschürenreihe „WCd-Themen“ erschienen. Herausgegeben wird die Reihe vom in Wilzschhaus ansässigen Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen e.V. (FHWE), der seit 2008 in unregelmäßigen Abständen heimatgeschichtliche Publikationen über die frühere Bimmelbahn veröffentlicht. Der Titel der neuen Ausgabe lautet „Sachsens erste Schmalspurbahn“. Im Mittelpunkt steht diesmal ganz bewusst nur der erste Abschnitt der späteren WCd-Strecke: die Verbindung von Wilkau-Haßlau nach Kirchberg. Und das hat einen guten Grund. Als dieser Streckenabschnitt im Oktober 1881 eröffnet wurde, war er nicht nur der Beginn einer später bis Carlsfeld führenden Schmalspurbahn. Er war zugleich die allererste Schmalspurbahn Sachsens. Insgesamt sollten später 30 Schmalspurbahnen das sächsische Eisenbahnnetz ergänzen.

 

 

  

Helge Scholz hat die Geschichte des Streckenabschnitts Wilkau-Haßlau und Kirchberg akribisch aufgearbeitet. Von den ersten Vorplanungen um 1879/80 über den Bau und die Eröffnung 1881 bis zur 92-jährigen Betriebszeit zeichnet er die Entwicklung der Bahn detailliert nach. Auf 80 Seiten im DIN-A4-Format wird die Geschichte der Strecke zudem umfangreich bebildert.

145 Jahre sind seit der Eröffnung des ersten Abschnitts zwischen Wilkau-Haßlau und Kirchberg vergangen. Mehr als ein halbes Jahrhundert liegt inzwischen auch die letzte Fahrt der Bimmelbahn zurück. Der Schmalspurbahn-Wanderweg und die neue Broschüre von Helge Scholz sind zwei ganz unterschiedliche, aber wunderbar passende Möglichkeiten, sich der alten Bahn zu nähern: einmal draußen auf historischen Spuren und einmal beim Lesen und Betrachten alter Fotografien.

Die Bimmelbahn fährt längst nicht mehr. Ihre Geschichte aber ist noch immer unterwegs.

 

 

  

Die neue Ausgabe „Sachsens erste Schmalspurbahn“ kostet 24,90 Euro zuzüglich Versandkosten. Bestellt werden kann sie beim Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen e.V. (FHWE) Wilzschhaus Nr. 3, 08304 Schönheide oder per E-Mail unter bestellung@fhwe.de.

Übrigens: Kirchberg wird wohl auch in einem der nächsten WCd-Hefte eine zentrale Rolle spielen. Dann soll die Strecke vom Bahnhof Kirchberg bis nach Rothenkirchen näher beleuchtet werden.

 

Katrin Uhlig,

Öffentlichkeitsarbeit