Einen Termin bei einem Facharzt zu bekommen, wird zunehmend schwieriger. Viele Patientinnen und Patienten kennen das Problem: lange Wartezeiten, ausgebuchte Praxen und Termine erst Wochen später. Besonders in ländlichen Regionen spitzt sich die Lage immer weiter zu. Woran liegt das – und welche Lösungen gibt es für die Zukunft der ambulanten medizinischen Versorgung?
Über diese Fragen wurde auf einer Podiumsdiskussion in Dresden diskutiert, zu der die Kassenärztliche Vereinigung Mitte März eingeladen hatte. Unter dem Titel „Gesundheit 2035 – Zwischen Patientenwohl und Kostendruck: Wege zu einer zukunftsfähigen ambulanten ärztlichen Versorgung“ kamen Ärzte, Vertreter der Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie Politiker zusammen.
Auch Kirchbergs Bürgermeisterin Dorothee Obst nahm an der Diskussion teil. Sie war eingeladen, um die Situation aus kommunaler Sicht zu schildern und auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, mit denen Städte und Gemeinden – insbesondere im ländlichen Raum – konfrontiert sind.
Einige der Mediziner auf dem Podium sahen einen Grund für die schwierige Terminvergabe bei den Patienten selbst. Ihrer Ansicht nach würden viele Menschen wegen Bagatellerkrankungen zum Arzt gehen und damit wertvolle Behandlungszeit blockieren, die eigentlich für ernsthaft behandlungsbedürftige Patienten benötigt werde. Auch die Inanspruchnahme von Notaufnahmen und Rettungsdiensten für weniger dringende Fälle wurde in diesem Zusammenhang angesprochen.
Bürgermeisterin Dorothee Obst widersprach dieser Sichtweise. Aus ihrer kommunalen Perspektive sei die Situation deutlich komplexer. Gerade in ländlichen Regionen sei es zunehmend schwierig, Ärztinnen und Ärzte für eine Niederlassung zu gewinnen. Häufig würden Praxen nach dem Ruhestand der bisherigen Ärzte nicht wieder besetzt. „Wenn Menschen keinen Termin mehr bekommen und sich nicht anders zu helfen wissen, nutzen sie eben den Notdienst“, machte sie deutlich.
Hinzu komme der steigende Kostendruck im Gesundheitswesen. Viele Krankenhäuser müssten enorme Einsparungen vornehmen, was die Situation zusätzlich verschärfe.
Im Verlauf der Diskussion suchten die Teilnehmer gemeinsam nach Lösungsansätzen und formulierten Impulse für die Politik. Einigkeit bestand darüber, dass an einer medizinisch zugelassenen, KI-gestützten Digitalisierung kein Weg vorbeiführt. Apps könnten beispielsweise Patienten dabei helfen, schneller die richtige Behandlung zu finden, das Gesundheitssystem entlasten und gleichzeitig Kosten reduzieren.
Auch digitale Sprechstunden, etwa in Pflegeheimen, wurden als mögliche Alternative genannt. Sie könnten dazu beitragen, Wege zu verkürzen, medizinische Beratung schneller verfügbar zu machen und die ärztliche Versorgung insbesondere in strukturschwachen Regionen zu verbessern.
Die Diskussion machte deutlich: Um die ambulante medizinische Versorgung langfristig zu sichern, braucht es neue Ansätze – von digitaler Unterstützung bis hin zu politischen Maßnahmen, die die ärztliche Versorgung vor allem im ländlichen Raum stärken.
„Im Nachgang solcher Podiumsdiskussionen gibt es immer Gelegenheit für interessante Gespräche. Diese nutze ich bewusst, um auf unsere Problematiken vor Ort in Kirchberg aufmerksam zu machen. Vor allem der fehlende Augenarzt ist für viele Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt eine große Herausforderung und zieht meist sehr lange Fahrtwege nach sich. Deshalb haben wir der mobilen Augenuntersuchung von Mirantus auch die Möglichkeit gegeben, im Rathaus Untersuchungen anzubieten. Bei der Veranstaltung habe ich aber auch von der mobilen Augenarztpraxis MUBE erfahren. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat damit ein neues augenärztliches Versorgungsangebot entwickelt. Dabei werden in einer modern ausgestatteten mobilen Praxis wohnortnah augenärztliche Untersuchungen und Befundungen angeboten. Solche Angebote nehme ich gern mit und schaue, wie wir sie auch für unsere Stadt nutzen können“, resümiert die Bürgermeisterin.
Den Flyer zur mobilen Augenarztpraxis gibt es im Rathaus Kirchberg. Weitere Informationen finden Sie unter www.mube-sachsen.de