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Kirchberger Nachrichten
Ausgabe 8/2026
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50 Jahre Oberschule „Dr. Theodor Neubauer“ Kirchberg: „Ich war von Anfang an dabei“

Aufnahme aus den 1980er Jahren.

Ein halbes Jahrhundert Schulgeschichte ist weit mehr als eine Abfolge von Jahreszahlen – es sind unzählige Geschichten, Begegnungen und Erinnerungen, die diese Zeit lebendig machen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1976 als Polytechnische Oberschule hat sich die Einrichtung stetig weiterentwickelt. Aus der einstigen POS wurde zunächst eine Mittelschule und später die heutige Oberschule „Dr. Theodor Neubauer“.

Mit jeder Generation haben Schülerinnen und Schüler das Schulleben auf ihre ganz eigene Weise erlebt und geprägt. Die folgenden persönlichen Erinnerungen des ehemaligen Schülers, Michael Schott (Baujahr 1961) aus Bärenwalde, laden dazu ein, auf diese besondere Zeit zurückzublicken:

 

 

 

 

  

1976

Die Klassen 5 bis 10 aus den umliegenden Gemeinden Crinitzberg, Hartmannsdorf, Niedercrinitz, Wolfersgrün und Cunersdorf zogen in die neu erbaute Polytechnische Oberschule (POS) Kirchberg um. Ich war einer der ersten Schüler, der in die neue Schule gehen durfte.

 

Baufortschritt

Lange war nicht klar, ob die Schule zum Schuljahresbeginn fertiggestellt ist, der Umzug erfolgte dann doch, aber die endgültige Fertigstellung zog sich noch hin (wir Schüler mussten z. B. Sockelleisten streichen).

Die Turnhalle und der Sportplatz befanden sich noch im Bau, sodass wir die Halle und den Sportplatz an der Ernst-Schneller-Schule mit nutzen durften. In dieser Zeit wurde auch der jährlich stattfindende Crosslauf „Rund um den Borberg“ ins Leben gerufen, der damals ein festes Ritual beim Schulsport war.

 

Auslastung

Die Schule war eine Gesamtschule mit den Klassen 1 bis 10. Sie verlief größtenteils 3-zügig mit einer Klassenstärke von bis zu 32 Schülern. An die 900 Schüler lernten damals in der Schule. Die Klassenzimmer waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Die A-Klassen waren fast ausschließlich mit Kirchberger Schülern besetzt. Auf die B- und C-Klassen wurden zu Beginn die auswärtigen Schüler aufgeteilt. Bärenwalder Schüler besuchten die C-Klasse. Die Cunersdorfer Schüler wurden jeweils zur Hälfte auf die B- und C-Klasse verteilt.

 

Schülerverkehr

Damals wie heute fuhren Schülerbusse zu verschiedenen Zeiten die Schüler aus dem Umland in die POS und zurück. Es wurden Ganzjahresfahrscheine (Schülerfahrscheine) ausgegeben, die von den Schülern auch für andere Busfahrten, z. B. zu einer abendlichen Tanzveranstaltung genutzt werden durften.

 

Errungenschaften

Uns Schüler imponierten insbesondere die hochmodern eingerichteten Fachkabinette für Physik, Chemie, Biologie und Musik. Wir konnten von Herrn Demmlers Experimenten nicht genug bekommen. Dies war für die damalige Zeit eine echte Errungenschaft.

 

Lehrer/innen

Der erste Schulleiter war Herr Wolfram, der dann durch Herrn Drechsler ersetzt wurde. Zu den ersten Lehrern, die ich hatte, gehörten Herr Grimser, der später Schulleiter wurde, Frau Jetz (Deutsch und Literatur), Herr Demmler (Chemie), Herr Pfleger (Sport) und Herr Stelzer.

 

Organisation

Um das Schulhaus zu organisieren und aufgrund der Anzahl der Schüler, die sich im Schulhaus bewegten, durfte man das eine Treppenhaus nur zum Hinaufgehen und das andere zum Hinabgehen verwenden.

Da die gesamte Schule Parkettfußboden hatte, mussten Pantoffeln getragen werden. Die Schule war also eine Pantoffelschule.

Ausgewählte Schüler der oberen Klassen hatten Pausenaufsicht zu leisten.

 

Milchbar

Die neue Schule hatte eine Milchbar. Aufgrund der Beliebtheit mussten Pläne für die Klassen zur Nutzung gemacht werden. Es wurden Schüler ausgewählt, die die Milchgetränke zubereiteten. Es gab eine Auswahl an Himbeer-, Kirsch- und Erdbeermilch. Die Milch wurde mit dem jeweiligen Sirup versetzt und mit Strohhalm serviert.

 

Schülerspeisung

Während zwei großer Pausen war Gelegenheit, ein Mittagessen einzunehmen. Das Angebot wurde rege genutzt. Ein Mittagessen kostete 55 Pfennige!

 

Außerschulische Veranstaltungen

Legendär waren die regelmäßig durchgeführten Schülerdiskos ab der 8. Klasse. Sie fanden im Speiseraum der Schule statt.

 

Michael Schott,
ehemaliger Schüler der Kirchberger Oberschule