Blick vom Hüfler bis zum Auerberg
In Zusammenfassung erfolgt eine Kurzstatistik des 1. Halbjahres 2026 der Monatsmitteltemperatur sowie des gemessenen Maximum- und Minimumtemperaturwertes.
Weiterhin liegen die Monatsniederschlagsummen und die stärkste Windgeschwindigkeit des Monats vor. Die Angaben wurden von Herrn Roland Arnhold aus Rosperwenda zur Verfügung gestellt. Die Wetterstation liegt 191 m über NN. Herr Arnhold zeichnet seit 1978 die Wetterdaten auf und kann somit auf ein 48-jähriges Vergleichsmaterial zurückgreifen.
| Monat | Monatsmittel- temperatur | Maximum | Minimum |
| Jan. 2026 | -1,4 °C | 12,2 °C 10.01. | -16,6 °C 12.01. |
| Febr. 2026 | 2,1 °C | 20,9 °C 27.02. | -7,7 °C 20.02. |
| März 2026 | 6,8 °C | 19,6 °C 10.03. | -4,6 °C 27.03. |
| April 2026 | 9,8 °C | 22,2 °C 17.04. | -3,0 °C 02.04. |
| Mai 2026 | 10,7 °C | 33,5 °C 25.05. | 1,4 °C 17.05. |
| Juni 2026 | 20,9 °C | 41,0 °C 27.06. | 5,7 °C 16.06. |
| Monat | Niederschläge: | Windspitzen: |
| Jan. 2026 | 55 mm | 66 km/h am 02.1. |
| Febr. 2026 | 45 mm | 40 km/h am 23.2. |
| März 2026 | 19 mm | 61 km/h am 25.3. |
| April 2026 | 51 mm | 55 km/h am 05.4. |
| Mai 2026 | 126 mm | 48 km/h am 12.5. |
| Juni 2026 | 47 mm | 51 km/h am 14.6. |
Folgende Besonderheiten sind für das erste Halbjahr 2026 erwähnenswert:
Das Jahr 2026 begann sehr wechselhaft. Gleich an den ersten zwei Tagen gab es Regen und stürmischen Wind - am 2. Januar bis 66 km/h. Der 9. und 10. Januar brachten uns viel Schnee. Über uns zog das Schneetief Elli mit minimalem 986 mbar Luftdruck - es gab 18 mm Niederschlag mit Eisregen und viel Schnee. Am 10. Januar fielen nochmal 10 mm Niederschlag (Es kamen 5 bis 7 cm Schnee dazu), so dass wir eine durchschnittliche Schneehöhe von 20 bis 25 cm hatten. In den folgenden Tagen fiel die Temperatur bis -16,6°C (12.01.), aber am 16. Januar hatten wir 12,2°C über null und Tauwetter. Der Rest des Monats war wieder kalt, teils mit Dauerfrost und Temperaturen von 0 bis -10°C ab 22. Januar. Insgesamt war der Monat kalt, mit einem Monatsmittel von -1,4°C um 1,5 Grad unter dem 40-jährigen Mittelwert.
Der Februar fuhr in seiner ersten Woche mit den Frosttagen des Januars fort (am 3. Februar nochmal 2 cm Schnee), aber in der zweiten Februarwoche wurde es allmählich milder. Am 12. Februar ging der Luftdruck „in den Keller“: wir erreichten einen Tiefpunkt von nur 971 mbar. Es zogen zwei große Tiefdruckkomplexe über Europa (Tief „Ulrike“ und Tief „Tamara“). An deren Süd- und Ostseite wurde allmählich soviel Warmluft nach Deutschland befördert, dass der Februar mit Rekordtemperaturen endete: Einige Male erreichten wir 15°C und am 27. Februar stieg die Temperatur auf, für diesen Monat noch niemals gemessene 20,9°C! Die Niederschlagsmengen waren im Januar und Februar mit 55 bzw. 45 mm durchschnittlich.
Das Wetter war im März mild, aber wieder viel zu trocken mit 19 mm Monatsniederschlag. Am 25. März war es sehr ungemütlich mit maximal 61 km/h Wind. In der zweiten Märzhälfte wurde es frischer. wir hatten oft Nachtfröste um -2 bis -3°C und minimal -4,6°C am 27. März. Man bedenke: So war es am 27. März über 25 Grad kälter als einen Monat zuvor: am 27. Februar!
Im April wurde es allmählich wärmer - Regen tat sich aber weiter rar: 70% der gesamten Monatsmenge von 51 mm gab es bei einem für die Landwirte und Gärtner lang ersehnten Dauerregen am 19. April: Es fielen 36 mm Regen. Auch gab es die in der Obstblüte nicht gern gesehenen Spätfröste bis - 3°C. Zum Glück nahm das Obst um Rosperwenda kaum Schaden. Die Monatsmitteltemperatur des April lag diesmal nur 0,6 Grad über dem 40-jährigen Mittel.
Im Mai gab es dann ausreichend Regen (126 mm im Monat), über das Doppelte des 40-jährigen Monatsmittels von 60 mm! Auch war - abgesehen von einzelnen Tagen - der Mai sehr kühl. Man sagte ja früher: „Mai kühl und nass füllt dem Bauern Scheun' und Fass“. Und tatsächlich: Das Wachstum in der Natur ging vorwärts.
Am 6. Mai regnete es fast den ganzen Tag: Es fielen 61 mm Niederschlag, die Sicht betrug zeitweise nur 2 km und es herrschten 99 bis 68% relative Luftfeuchtigkeit. Vom 12. bis 15. Mai gab es regenreiche Tage.
Die Monatsmitteltemperatur lag mit 10,7°C über 3 Grad unter dem 40-jährigen Mittelwert von 14,0°C, denn die Eisheiligen kamen ziemlich zeitnah vom 12. bis 17. Mai mit Morgentemperaturen von 1 bis 3°C. Nur ein stark bewölkter Nachthimmel verhinderte Nachtfröste in unserer Region, während höher liegende Orte, wie Breitungen und Schwenda örtlich -1°C erreichten. Die letzten Tage des Mai brachten uns erste große Wärme bis 33,5°C (am 25. Mai). Bei klarer Luft und wolkenlosem Himmel erreichte die Fernsicht 100km (Vom Gipfel des Harzes war der Thüringer Wald sichtbar).
Der Juni begann warm und wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Am 4. Juni fiel 12 mm Starkregen bei einem lokalen kurzen Gewitter in nur 5 bis 10 Minuten. Nach diesen Niederschlägen gab es am 6. Juni unter reichlich hohen Schicht-, Quell- und Mammatuswolken wieder 80 km Fernsicht. Die Monatsmitte war mit oft bedecktem Himmel etwas kühler (16 bis 25°C am Tag) aber ab 19. Juni schlug die Hitze wieder zu (19. Juni: maximal 35,7°C). Wir stiegen in eine Hitzewelle ein mit Temperaturen weit über 30°C – am 24. Juni bis 35,8°C, am 25. Juni bis 36,6°C, am 26. Juni bis 38,6°C und am Samstag den 27. Juni erreichten wir einen im Juni noch nie gemessenen Rekordwert von 41,0°C! Die nahezu Windstille verstärkte den Hitzeeffekt noch. Selbst abends um 23 Uhr wurden noch 31°C gemessen! Zwei Nächte blieb die Temperatur bei 21 bis 27°C, bis Montag, den 29. Juni endlich die Abkühlung kam.
Wieder hatten wir also ein turbulentes Wetterhalbjahr und man kann froh sein, wenn sich die Wetterlagen in unserer Region nicht zu Naturkatastrophen ausgeweitet haben.
Die Auswertung des 2. Halbjahres 2025 (Teil 51) erfolgte im „Goldene Aue Kurier“ vom 20. Februar Nr. 2/2026, Titelseite und S. 9. Siehe auch: http://www.vwg-goldene-aue.de/amtsblatt/