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Kemberger Stadt-Land-Bote Amtsblatt der Stadt Kemberg
Ausgabe 1/2026
Aus der Region
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Jede Menge Zukunft für die Dübener Heide: Lokale Aktionsgruppe beschließt 19 Projekte mit 2,14 Millionen Euro

Pretzsch/Dübener Heide - Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Dübener Heide Sachsen-Anhalt hat in ihrer Sitzung am 17. Dezember 2025 im Bürgerhaus Pretzsch über die eingereichten Projekte des sechsten LEADER/CLLD-Förderaufrufs entschieden. Insgesamt wurden 41 Projektanmeldungen beraten. 19 Projekte liegen innerhalb des zur Verfügung stehenden Budgets und können nun in die Antragsstellung gehen. Das Gesamtzuwendungsvolumen für diese Vorhaben beträgt rund 2,14 Millionen Euro.

Der Förderaufruf lief vom 6. Oktober bis zum 7. November 2025 und umfasste alle Handlungsfelder der Fonds LEADER (ELER) und CLLD ESF+ der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES). Von den 41 beim Regionalmanagement Dübener Heide Sachsen-Anhalt eingereichten und geprüften Projektanträge erreichten 38 die erforderliche Mindestpunktzahl und wurden durch die LAG bestätigt.

Aufgrund des begrenzten Budgets können jedoch nicht alle positiv bewerteten Projekte unmittelbar gefördert werden. Die LAG beschloss daher, 19 Projekte innerhalb des verfügbaren Budgets zur Antragstellung zuzulassen. Weitere 19 Projekte wurden auf eine Nachrückerliste gesetzt. Für diese Projekte hat die LAG ein Verfahren beschlossen, das es ermöglicht, bei einem Rückzug oder Ausfall eines Projekts innerhalb des Budgets nachzurücken, ohne dass eine erneute Projektanmeldung erforderlich ist.

Im Förderbereich LEADER (ELER) standen rund 2,01 Millionen Euro zur Verfügung, ergänzt durch weitere 130.000 Euro aus dem Förderbereich CLLD ESF+. Antragsberechtigt waren Projektträgerinnen und Projektträger aus den Kommunen Bitterfeld-Wolfen, Muldestausee, Raguhn-Jeßnitz, Bad Schmiedeberg, Kemberg und Gräfenhainichen mit ihren jeweiligen Ortsteilen.

LAG-Vorsitzender Thomas Klepel bringt die Bedeutung der Auswahlentscheidung auf den Punkt: „Das Ergebnis zeigt, dass LEADER funktioniert. Engagement lohnt sich – und die Menschen in der Dübener Heide gestalten ihre Heimat aktiv selbst.“

Die Projektträgerinnen und Projektträger werden noch vor Weihnachten über die Auswahlentscheidung informiert. Die 19 innerhalb des Budgets beschlossenen Projekte können im nächsten Schritt ihre Förderanträge bei den zuständigen Bewilligungsbehörden einreichen beziehungsweise die erforderlichen Unterlagen vorbereiten.

Die ausgewählten Projekte decken ein breites thematisches Spektrum ab. Sie reichen von Vorhaben zur Stärkung des dörflichen Zusammenhalts und des Ehrenamts über Projekte in den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Bildung und Umwelt bis hin zu sozialen und infrastrukturellen Maßnahmen.

Eine Übersicht der ausgewählten Projekte wird demnächst auf der Website des Regionalmanagements veröffentlicht unter: www.leader-duebener-heide.de/foerderung-sachsen-anhalt/projektaufrufe.

Darüber hinaus befasste sich die LAG in ihrer Sitzung mit weiteren organisatorischen Fragen, darunter ein geplanter Förderaufruf im EFRE-Bereich, der Umgang mit Änderungsanträgen bereits bewilligter Projekte sowie die Ausgestaltung des beschlossenen Nachrückverfahrens.

Hintergrund

LEADER kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. LEADER ist ein europäischer Ansatz der Regionalentwicklung, bei dem die Einbindung der Menschen vor Ort im Mittelpunkt steht. Ziel von LEADER ist es, Neues zu ermöglichen, das Miteinander zu stärken und so die Lebensqualität ländlicher Räume zu sichern und auszubauen. Dafür stellen die Europäische Union sowie der Bund und die Länder Fördergelder bereit. Grundlage bildet die Lokale Entwicklungsstrategie (LES), die unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erstellt wurde und damit auf die regionalen Besonderheiten und Bedürfnisse abgestimmt ist. Die Dübener Heide ist in Sachsen und Sachsen-Anhalt anerkannte LEADER-Region. Die beiden lokalen Aktionsgruppen der Dübener Heide sind für den LEADER-Prozess und die Umsetzung der LES verantwortlich. Das Regionalmanagement begleitet durch das Förderverfahren und berät bei der Entwicklung und Umsetzung von Projektideen.

CLLD kommt ebenfalls aus dem Französischen und heißt übersetzt: Von der örtlichen Bevölkerung betriebene lokale Entwicklung. Dieser Ansatz ergänzt die LEADER-Methode und ermöglicht weitere Unterstützungen aus anderen Anwendungsbereichen.