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Rathaus aktuell mit Amtsblatt für die Stadt Königs Wusterhausen
Ausgabe 6/2026
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Tag der Städtebauförderung 2026 – Stadtentwicklung wurde bei einem Stadtrundgang erlebbar

Die erste Station beim Stadtrundgang war der Bahnhofsvorplatz.

Mehr als nur ein Standort für den Wochenmarkt: Der Brunnenplatz soll aufgewertet werden.

 

Die Stadt Königs Wusterhausen lud ihre Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto „Auf alten und neuen Wegen durch Königs Wusterhausen“ zu einem gemeinsamen Stadtrundgang von der Innenstadt ins Neubaugebiet ein. Ziel war es, die geplanten Maßnahmen in den beiden Fördergebietskulissen direkt vor Ort anschaulich zu machen und den Teilnehmenden zu vermitteln, wie sich die Gebiete zukünftig entwickeln könnten. Anlass war der bundesweite Tag der Städtebauförderung.

Der Bahnhof und die Bahnhofstraße sollen im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren“, bei dem Bund und Länder Fördermittel bereitstellen, zu einem lebendigen und vielseitig nutzbaren Standort weiterentwickelt werden. Unterstützt wird die Stadt bei ihrem Vorhaben von den Planungsbüros „slapa & die raumplaner“, zuständig für die Gebietsbetreuung des Förderprogramms, sowie dem Büro „Gruppe Planwerk“ unter Beteiligung von „bgmr Landschaftsarchitekten“ und „ProStadt“, die derzeit einen Masterplan für das Bahnhofsumfeld und die Bahnhofstraße erarbeiten. 

Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am Stadtrundgang teil, um sich über den aktuellen Stand der Planungen zu informieren. „Es geht heute nicht nur darum, Konzepte vorzustellen“, betonte der Dezernent für Bauen und Stadtentwicklung Christopher Eichwald. „Wir möchten die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“ Angela Zybell, Leiterin des Amtes für Stadtentwicklung, Liegenschaften und Grünflächen, ergänzte, der Masterplan sei ein erster wichtiger Schritt, um die Lebensqualität in der Innenstadt nachhaltig zu verbessern. Noch in diesem Jahr soll mit der Fertigstellung des Masterplans die strategische Grundlage für die weitere Entwicklung der Innenstadt geschaffen werden. Anschließend sollen die Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden.

Besonderes Interesse galt den Plänen für das Bahnhofsumfeld. „Der Bahnhofsvorplatz ist das Eingangstor zur Stadt“, erklärte Tabea Enderle von der „Gruppe Planwerk“. Ziel sei es, den Platz durch zusätzliche Sitzgelegenheiten, mehr Begrünung und eine Überdachung zu einem attraktiven Aufenthaltsort zu entwickeln. Zwar müssten im Zuge der Umgestaltung einzelne Parkplätze geopfert werden, es würden jedoch selbstverständlich Alternativen geprüft. Dabei gelte es, die Interessen aller Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer – auch des Busverkehrs – gleichermaßen zu berücksichtigen. Auch das geplante Fahrradparkhaus wurde thematisiert. Angela Zybell erklärte, dass in der Vergangenheit trotz mehrfacher Ausschreibung bislang kein Unternehmen für die Umsetzung der Baumaßnahme gefunden werden konnte. Aufgrund der angespannten Haushaltslage sei eine kurzfristige Realisierung derzeit leider nicht möglich. 

 

 

Die zweite Station des Rundgangs war der „Brunnenplatz“. Auch hier ist eine Aufwertung zu einem sozialen Treffpunkt vorgesehen. Mit neuen Sitzgelegenheiten am Brunnen, schattenspendenden Bäumen und einer Betonung der Sichtachse zum Nottekanal könnte der Platz neben dem Standort des Wochenmarktes künftig vielfältige Angebote bieten. Entlang der Gehwege sollen so genannte Pocket-Parks entstehen – kleine begrünte Flächen, die angesichts der zunehmend heißer werdenden Sommer zur Verbesserung des Klimas in der Stadt beitragen können.  

Von der Innenstadt führte der Spaziergang weiter in das so genannte Neubaugebiet. Dort greift das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“. Obwohl das Viertel bereits über zahlreiche Grünflächen und ein kleines Wäldchen verfügt, wird es von vielen Menschen als wenig attraktiv wahrgenommen. Entlang der direkten Wegeverbindung zwischen Innenstadt und dem Neubaugebiet sollen künftig zusätzliche Sitzgelegenheiten, Abfallbehälter sowie die Sanierung der Gehwege die Aufenthaltsqualität verbessern und die Verbindung insbesondere für den Fuß- und Radverkehr attraktiver machen.

„Man kann Straßen auch so gestalten, dass Fahrradfahrer und Fußgänger Vorrang haben und Autos nur zu Gast sind“, zerstreute Benjamin Karl von DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, die das Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ betreut, die Bedenken einiger Teilnehmenden, die auf Lücken im Fußwegenetz und die daraus möglicherweise resultierende Gefährdung hingewiesen hatten. In diesem Zusammenhang müsse auch die Parkraumsituation neu gedacht werden. Das für eine ganzheitliche Planung benötigte Konzept soll in diesem Jahr beschlossen werden. Eine Umsetzung wird abschnittsweise in den nachfolgenden Jahren erfolgen.

Der Stadtrundgang endete im Mehrgenerationenhaus am Fontaneplatz. Dort konnten die Teilnehmenden in direkten Gesprächen mit Mitarbeitenden der Stadtverwaltung sowie Vertreterinnen und Vertretern der Planungsbüros weitere Fragen stellen und sich die Planungen erläutern lassen.