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Kottmarkurier
Ausgabe 1/2026
Seite 3 - Für den Notfall
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Sehr geehrte Einwohnerschaft,

das Weihnachtsfest liegt nun bereits hinter uns und ich hoffe, Sie konnten alle ein wenig Ruhe finden in dieser Zeit, auch um Kraft für ein neues sicher nicht einfacheres Jahr 2026 aufzutanken.

Das Jahr 2025 ist erneut wie im Fluge vergangen, war an jedem Tag wieder eine einzige Herausforderung. Auch wir in unserer Gemeinde spüren die täglichen Veränderungen immer deutlicher. Leider sind es gegenwärtig meist nur negative Veränderungen. Die Lage in unserem Land, unserer Heimat wird insbesondere was die finanzielle Situation und Ausstattung der Städte und Gemeinden betrifft, leider immer schwieriger. Durch die Landesregierung wurde auf den Forderungskatalog der sächsischen Kommunen „Kommunale Haushalte in Not“ „reagiert“. Zu den Maßnahmen der Landesregierung haben dann die im Landtag vertretenen Fraktionen des Landtages schriftlich Stellung genommen. Wie nicht anders zu erwarten, haben die Beteiligten der Minderheitsregierung von CDU und SPD sich selbst ob ihrer Maßnahmen gelobt, die Oppositionsparteien erwartungsgemäß kritisiert. Ich erlebe es nun schon seit vielen Jahren, wie in Dresden immer wieder davon gesprochen und geschrieben wird, dass die kommunale Ebene eine, wenn nicht die tragende Säule des Freistaates ist. Dann stellt sich mir aber die Frage, was tut man denn in Dresden und leider auch im Landkreis dafür, diese Säule zu tragen, zu pflegen und zu hegen? Ist es der richtige Weg, einfach mal die Schuldenbremse zu lockern, Haushalte mal eben hochverschuldet durchzuwinken? Wer zahlt für diese aus meiner Sicht falsche Herangehensweise später einmal? Jetzt fehlen dem Freistaat für den nächsten Doppelhaushalt allein mehr als 3 Mrd. Euro zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Was wir brauchen ist wieder wirkliche Leistung, nicht das Denken und Handeln für das nächste Wahlergebnis. Das wird uns eher immer weiter zurückwerfen.

Es gibt zum Glück noch einige Amtskolleginnen und Kollegen, die laut nach den doch dringend grundsätzlichen Veränderungen rufen und diese berechtigt einfordern. Mir hat besonders gut die Antwort zum Forderungskatalog von Matthias Berger, als ehemaliger Bürgermeister von Grimma jetzt fraktionsloses Mitglied im Landtag, gefallen. Diese teile ich uneingeschränkt. Gestatten Sie mir, Ihnen seine Antwort hier zur Kenntnis zu geben:

„Selbstverständlich unterstütze ich vollumfänglich die von der kommunalen Seite aufgemachten Forderungen. Dies gilt umso mehr, als dass ich nach fast einem Jahr Landtagszugehörigkeit den Eindruck gewinnen musste, dass seitens des Freistaates der Wert der kommunalen Ebene für ein gesellschaftliches Miteinander nicht den notwendigen Stellenwert genießt. Sämtliche derzeitigen Entscheidungen der Staatsregierung, wie der aktuelle Doppelhaushalt und der Umgang mit den von mehreren Seiten angemahnten Veränderungen, offenbaren eine offensichtliche Reformunwilligkeit bzw. Reformunfähigkeit der Staatsregierung. Insofern habe ich wenig Hoffnung, dass es zeitnah zu einer finanziellen Verbesserung für den Freistaat und damit auch auf kommunaler Ebene kommen wird …“

Nachlesen können Sie übrigens alle Stellungnahmen der im Landtag vertretenen Parteien unter anderem im Sachsenlandkurier.

In Zeiten wie diesen, sollte man da nicht enger zusammenrücken? Helfen uns denn da wirklich künstliche Brandmauern weiter oder sollte nicht GEMEINSAM die Kraft gebündelt werden, um unser Land, unseren Landkreis endlich wieder auf Kurs zu bringen? Alte Schemen und Strukturen und das daran festklammern werden keine positiven Ergebnisse bringen. Auch das Negieren des Wählerwillens halte ich für mehr als bedenklich, wird nicht zu wirklichen Veränderungen führen, genauso wenig wie ständige Selbstdarstellung in den Medien.

Wir als Gemeinderat folgen diesem Weg so nicht. Wir arbeiten alle 22 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte sowie Bürgermeister und Verwaltung vertrauensvoll miteinander, uns geht es nicht um Parteiinteressen, sondern um Lösungswege für unsere Gemeinde. Dafür möchte ich allen Mitgliedern des Gemeinderates und der Verwaltung ein herzliches Dankeschön aussprechen.

Ein ganz einfacher Lösungsweg für eine bessere Ausstattung der Gemeindefinanzen wäre doch, den gegenwärtigen Rüstungswahnsinn umgehend zu stoppen und dieses Geld in die kommunale Infrastruktur zu geben und dazu noch eine entsprechende Steuersenkung auf Lohnkosten. Damit würden zum einen Aufträge für Firmen möglich, die Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung gestärkt und die Abgabenlast der Unternehmen gesenkt.

Geredet von Steuersenkungen wird ja auch schon lange aber insbesondere leider meist immer wieder nur vor Wahlen.

In unserer Gemeinde gab es natürlich nicht nur negatives im Jahr 2025 zu berichten.

Auch im letzten Jahr haben sich wieder viele Menschen um das Wohl anderer gekümmert. Zum Glück gibt es nur sehr wenige Menschen, die sich am Leid, einer Krankheit oder der Hilfebedürftigkeit anderer Menschen bereichern.

Die große Mehrheit der Menschen haben sich ehrenamtlich engagiert. Egal ob zum Bsp. in Vereinen, in der Gemeindewehr Kottmar, in den Sozialstationen oder in anderen Gremien und Einrichtungen. Ihnen allen möchte ich Danke sagen, Danke für Ihre uneigennützige Arbeit und ihrer Hilfe gegenüber denen, die Hilfe und Unterstützung in ihrem täglichen Leben auch wirklich gebraucht haben.

Lassen Sie uns zum Schluss meiner Ausführungen auch nochmal auf das, was unter anderem in diesem Jahr an Baumaßnahmen in unserer Gemeinde Kottmar mit ihren 7 Ortsteilen umgesetzt und fertig gestellt werden konnte zurückblicken.

Herr Wildner, der sich als Bauamtsleiter unter anderem erneut sehr erfolgreich um die Beschaffung von Fördermitteln für unsere Gemeinde bemühte, hat dazu nachfolgende Ausführungen für Sie zusammengestellt.

Ich möchte abschließend dem Gemeinderat, meiner gesamten Verwaltung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde für das Vertrauen, deren Engagement und Unterstützung über das gesamte Jahr 2025 ganz herzlich danken.

Ihnen allen, liebe Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Kottmar wünsche ich ein hoffentlich besseres Jahr 2026, dass es weniger Kriegs- sondern wieder mehr Friedenstüchtigkeit, ein wenig mehr Optimismus und vor allem für alle Gesundheit gibt.

Ihr Michael Görke