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Königswartha aktuell - Amtsblatt der Gemeinde Königswartha
Ausgabe 7/2026
Vereine/Interessengemeinschaften/Towarstwa/Zjednocenstwo zajimow
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Königswarthaer Geschichtsverein RAK e.V.

Unterschriften der Sitzung vom 29.Mai 1926

Gemeindeverordnete am 31.12.1932 nach erfolgter Rechnungsprüfung der letzten 3 Jahre

- Auszüge aus der Präsentation -

 

Liebe Leserinnen und Leser,

heute lassen wir mal die Kultur im Dorfe (allerorten gibt es aktuell Dorffeste etc.) und berichten - zwischenzeitlich - über

Commerau vor 100 Jahren

Bis 1957 war Commerau eine eigenständige Gemeinde mit den Ortsteilen Entenschenke und Truppen. Truppen war bis 1936 auch eigenständige Landgemeinde mit eigener Gemeindeverwaltung. Die Siedlung Entenschenke gehörte seit ihrer Entstehung im späten 18. Jahrhundert strukturell und grundherrschaftlich zum Gut bzw. Rittergut Commerau, weshalb sie mit der Bildung der modernen sächsischen Landgemeinden im 19. Jahrhundert automatisch als Ortsteil zur Gemeinde Commerau zählte. Vor hundert Jahren gab es in Commerau 376 Einwohner (nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925), die größtenteils Sorbisch sprachen und evangelisch-lutherischer Konfession waren. Es waren traditionell 26 Hofstellen registriert, davon waren 13 Vollbauernhöfe. Sie besaßen ausreichend Land und das nötige Zugvieh (Pferde), um große Felder zu bewirtschaften. Kätner (Gärtner / Halbbauern oder Nahrungsbesitzer genannt) gab es 5 zur damaligen Zeit. Sie besaßen kleinere Hofstellen mit eigenem Land, das für die Eigenversorgung reichte. 8 Häusler hatten keinen klassischen Bauernhof, sondern lediglich ein kleines Wohnhaus mit einem winzigen Garten- oder Stallanteil (oft nur für eine Ziege). Wirtschaftlich lebten die Häusler 1926 als Tagelöhner, Teicharbeiter für das Rittergut Commerau oder bereits als Industriearbeiter in den nahegelegenen Kaolinwerken. Bürgermeister war Karl Krahl, Gemeindeältester:

August Pelch, Leiter der Darlehnskasse Commerau August Schudack und Ortsrichter Johann Kschieschan. Interessant war die Funktion des Gemeindewaisenrates Johann Nakonz. Er konnte Vormünder vorschlagen in Zusammenarbeit mit dem Vormundschaftsgericht, sollte sich um das Kindeswohl und um Missstände im Dorf kümmern. Johann Nakonz war der Dorfbäcker, hatte auch ein öffentliches Telefon und war eine angesehene Persönlichkeit im Ort. Andere Ämter, wie Gendarmerie, Standesamt, Hebamme usw. wurden von Königswartha ausgeübt.

Es gab eine Dorfschmiede, Stellmacherei, Windmühle, Holzpantoffelhersteller, Bäckerei, 2 Gaststätten, Kolonialwarenhandel und verschiedene Vereine, darunter ein Gesangsverein und ein Turnverein, die beide vom Lehrer Wehle geleitet wurden. Eine freiwillige Feuerwehr gab es noch nicht, dafür eine Pflichtfeuerwehr. Alle gesunden Männer waren zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Die Protokolle der Gemeinderatssitzungen wurden von den Gemeindeverordneten unterschrieben. Protokollführer war Lehrer Wehle, später dann Lehrer Pillack.

 

 

Der Gemeindevorsteher/ Bürgermeister, damals Karl Krahl, leitete die Sitzung mit Vorlesen der Tagesordnung und ihre Abstimmung, so wie wir es heute noch kennen. Die Sitzungen wurden in Schiemanns Gastwirtschaft durchgeführt, meist in nichtöffentlicher Sitzung.

 

 

In der Sitzung am 29. Mai 1926 ging es hauptsächlich um die Festlegung der Hundesteuer.

 

 

Man einigte ich auf 3 Mark für den 1. Hund und 12 Mark für den 2.Hund. Das waren die gesetzlichen Mindestbeträge, die in 2 Raten bezahlt werden durften: Am 1. April und 1. Oktober.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Wahl eines Ortsdieners und Nachtwächters. Dafür gab es 3 Bewerber: Max Schimank- Wirtschaftsbesitzer, Johann Krahl- Rentenempfänger und Karl Neumann - Auszügler. Nach heftiger Diskussion einigte man sich auf Johann Krahl, probeweise auf 1 Jahr (vom 1. Juni 1926 bis 31. Mai 1927) mit vierteljährlicher Kündigung. Am 18. Juli 1926 wurde dann noch beschlossen, Ortsdiener und Nachtwächter Johann Krahl von der Zahlung der Wohnungsmiete während seiner Amtszeit zu befreien und für den Nachtwächter eine „Röhllampe“ (Rüböllampe, denn Petroleum war zu teuer) zum Gebrauch im Winter anzuschaffen.

Die Gem.-Verordneten beschließen, ein Signalhorn für den Ortsdiener anzuschaffen.Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass dem Unfug Jugendlicher besonders während der Nacht scharf entgegenzutreten ist.

In der alten Schule wurden im Obergeschoss 2 Wohnungen ausgebaut. Für die beiden Wohnungen haben sich 5 Bewerber gemeldet. Am 18. Juli wurde nach Besichtigung der Wohnungen durch die Gemeindeverordneten beschlossen, dem Schneider Schiemann die südliche und dem Arbeiter Johann Wagner die nördliche Wohnung im 1. Stock zuzuweisen. Die Miete sollte für jede Wohnung 200 M pro Jahr betragen. Die untere Etage wurde noch als Gemeinderaum genutzt. Später einigten sich die Mieter mit dem Gemeinderat auf 140 Mark Miete und die Mieter sollten die Beleuchtung des Treppenhauses und des Gemeindesaales in der unteren Etage abwechselnd bezahlen. Solche Beschlüsse wurden allerdings selten einstimmig beschlossen, es gab immer davor ausgiebige Diskussionen. Nachdem die alte Schule wegen dem Neubau der Schule im Oberdorf nicht mehr gebraucht wurde, war sie das Armenhaus bis zum obigen Umbau.

In den geheimen Sitzungen der Gemeindeverordneten ging es zum Beispiel auch um Wegerechte, Steuern und Abgaben, Hilfe für Bedürftige, Baumaßnahmen oder Beitritt zum Landeskrankenverband und Entschädigung der Gemeindeorgane. Kaum ein Beschluss wurde einstimmig angenommen, es gab dabei heftige Diskussionen.

 

 

Beim Lesen der alten Protokolle der Commerauer Gemeindevertretersitzungen

kommt man zu der Erkenntnis, dass es damals auch Demokratie gab, aber die

Bürokratie ebenso. Frauen hatten allerdings nichts in diesem Gremium und bei amtlichen Angelegenheiten zu sagen. Dafür musste immer ein Mann dabei sein.

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Quellen: handschriftliche Protokolle der Sitzungen des Gemeinderates in Commerau, „Einwohnerbuch für die Amtshauptmannschaft Bautzen“ von 1924 - Alenka Hager, im Juni 2026 -

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Vortrag / Präsentation im DRK-Pflegeheim

Vor geraumer Zeit wurde von der Leitung der Tagespflege bei uns angefragt, ob wir für die Besucher der Tagespflege und auch für die Bewohner des „Betreuten Wohnen“ einen kurzweiligen Nachmittag gestalten könnten und haben zugesagt.

Am 23. Juni war es dann soweit. Vier Vereinsmitglieder machten sich mit dem Buch „Teil 1 der Chronik von Königswartha“ sowie einer eigens dafür erstellten PowerPoint-Präsentation – gefüllt mit Daten und Fakten aus der Historie, aber

auch mit historischen Fotos und Postkarten – und einigen wunderschönen Überflug-Video-Drehs von Königswartha, Caminau, Commerau und Niesendorf – (aufgenommen und kreiert von Dietmar Zwoch) – auf den Weg. Begrüßt wurden wir schon mal mit Kaffee und Eis; herzlichen Dank für diesen Empfang!

 

 

 

 

Der Beifall am Ende hat uns sehr gefreut. Auf Wunsch kommen wir sehr gerne wieder! An dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön für die uns übergebenen Spenden. – A. R. –

Unsere Ausstellungen

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Heimatstube + Ausstellung „Königswartha vor 100 Jahren“ (Ortsbuch von 1924)

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Kaolinwerk Caminau – Zeitabschnitte in der Geschichte bis 1989

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Sächsisch-preußische Grenzsteine um 1815 – 34 Fototafeln – digitalisiert –

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Königswartha um 1900 (mit zahlreichen Fotos und Dokumenten)

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Historische Kinoplakate

im Vereinshaus, Gutsstraße 4 c, öffnen wir, auch nach vorheriger Anfrage

(Mindestanzahl 5 Personen) sehr gerne für Sie.

Telefon 035931-20812 oder per E-Mail: geschichtsverein-rak@online.de

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Fotos von Königswartha um 1950 befinden sich im Foyer des Hotels Heidehof, Hermsdorfer Straße.

Auf unserer Webseite www.geschichtsverein-rak.de/geschichte-und-geschichten.html sind viele weitere interessante Geschichten über unsere Gemeinde zu lesen. Informationen zu unserer Vereinstätigkeit und Aktuelles finden Sie auf unserer Facebook-Seite Königswarthaer Geschichtsverein RAK e.V.

Herzliche Grüße und beste Wünsche für einen friedvollen Sommer

Annemarie Rentsch
Vors. KGV RAK e.V.