Familie Wuhler auf dem Getreidefeld bei der Ernte
Tongefäße, mit denen die Getränke auf das Feld gebracht wurden.
Getreidesense, Rechen und Dreschflegel (serbsce kosa, hrabje a cypy), wie sie von Familie Wuhler aus Commerau genutzt wurden.
Liebe Leserinnen und Leser,
heute berichten wir über die Landwirtschaft von früher. Damals prägten Handarbeit und die Kraft von Tieren das Leben auf dem Land. Die Höfe waren meist klein und erzeugten fast alles für den Eigenbedarf. Auf fast jedem Hof lebten verschiedene Tierarten wie Kühe, Schweine, Ziegen, Schafe, Gänse, Enten und Hühner in kleiner Zahl nebeneinander.
Für viele ist der Monat August heute ein Sommermonat für vielfältige Aktivitäten im Freien, für Urlaub oder für Volksfeste in den Dörfern.
Aber es ist auch ein Erntemonat. Das merken wir, wenn Mähdrescher und Traktoren auf den Straßen und Feldern zu sehen sind.
Das war aber nicht immer so. Die Getreideernte war vor der Entwicklung von Erntemaschinen schwere körperliche Arbeit für die Bauern. Gemäht wurde mit einer speziellen Getreidesense, die noch ein korbartiges Gestell hatte, damit die Halme in eine Richtung fallen konnten. Die Frauen banden die Halme mit selbstgedrehten Strohseilen zu Garben. Anschließend wurden die Garben zum Trocknen in Puppen aufgestellt.
Nach solcher schweren Arbeit hatten sich alle eine Vesperpause auf dem Feld verdient. Mitgebrachter Malzkaffee, so genannter Muckefuck und Doppelschnitten aus Roggenbrot und oftmals mit Schweineschmalz, noch vom letzten Schweinschlachten, schmeckten gut und gaben Kraft für die Arbeit.
Anstelle von Limonade gab es Essigwasser, mit Zucker gewürzt.
Größere Bauern hatten einen Mähbinder, der mit Pferden gezogen wurde, so dass die Garben nur noch zu Puppen aufgestellt werden mussten. Nachdem das Getreide trocken war, wurde es mit einem Leiterwagen und Pferde- oder
Ochsengespann nach Hause gefahren.
Bevor es Dreschmaschinen gab, wurde das Getreide dann auf der Tenne, das ist eine Durchfahrt in der Scheune mit gestampftem Lehmboden, gedroschen. Dafür brauchte man die Dreschflegel.
Ich kann mich noch erinnern, dass es in den 50er Jahren eine mobile Dreschmaschine in Commerau gab. Wilhelm Schudack betrieb den Lohndrusch als Gewerbe und brachte seine Dreschmaschine von Hof zu Hof, zuerst zu den Commerauer Bauern und danach zu Bauern in benachbarten Dörfern. Angetrieben wurde sie von einer Lanz Bulldog. In früheren Jahren hatten einige Bauern auch Landmaschinen, die mit einem Göpel, eine historische Kraftmaschine, die tierische Zugkraft in eine drehende Antriebsbewegung umwandelt, angetrieben. Dazu wurden Pferde oder Ochsen an hölzerne Hebelarme (die sogenannten Kreuzbäume) gespannt.
Die Tiere liefen stundenlang im Kreis. Es war auf Höfen der erste mechanische Antrieb, bevor Traktoren und Elektromotoren die Arbeit übernahmen. Ende der 50-er Jahre bildeten 36 Bauern aus Commerau und Truppen eine Druschgemeinschaft und nahmen den Getreidedrusch in die eigene Verantwortung. Sie basierte auf dem Prinzip der Nachbarschaftshilfe. Danach kam die Kollektivierung als LPG.
Aber auch in der Landwirtschaft gab es technischen Fortschritt.
So kam auch nach Commerau, Anfang der 50er Jahre, durch die MTS (Maschinen-Traktoren-Station) ein selbstfahrender Mähdrescher vom Typ Stalinez-4 (S-4) aus der Sowjetunion. Das war eine kleine Sensation und die Commerauer haben mit Interesse die neue Maschine auf dem Getreidefeld begrüßt. Der Stalinez-4 war die Grundlage für die Nachentwicklung des ersten DDR-Mähdreschers (E 175 „Patriot“). Die Konstruktionsunterlagen kamen aus Moskau und entwickelt sowie an die Bedingungen in der DDR angepasst wurde er von Ingenieuren in Neustadt/Sachsen.
Am 21. August 2026 feiert unsere Region ein ganz besonderes Jubiläum: Vor genau 680 Jahren wurde der Oberlausitzer Sechsstädtebund gegründet. Dieser geschichtsträchtige Tag wird heute stolz als „Tag der Oberlausitz“ begangen. Ein perfekter Anlass, um auf die Wurzeln unserer Heimat zu blicken.
Mitte des 14. Jahrhunderts war die Lage in unserer Region gefährlich. Durch den Wandel zur Geldwirtschaft, moderne Feuerwaffen und bezahlte Soldatenheere verloren viele Ritter ihre Existenz. Manche von ihnen wurden zu Raubrittern und plünderten die Handelswagen auf den Straßen. Für die sechs großen Städte der Oberlausitz – Bautzen, Görlitz, Kamenz, Löbau, Zittau und Lauban (heute Lubań/Polen) – war das eine Katastrophe. Ihre Wirtschaft und der Handel hingen komplett von sicheren Verkehrswegen ab.
Um sich zu schützen und den Landfrieden zu sichern, schlossen sich die Städte am 21. August 1346 mit der Erlaubnis des böhmischen Königs Karl IV. zusammen. Das Bündnis war ein voller Erfolg: Es sicherte nicht nur die Handelswege, sondern half den Städten auch, politisch selbstbewusster und unabhängiger gegenüber dem Adel aufzutreten.
Über 200 Jahre lang prägte dieser Bund unsere Region so stark, dass das Gebiet damals weiträumig als „Hexapolis“ (Sechs-Städte-Land) bekannt war. Erst im Jahr 1815 endete das Bündnis offiziell nach dem Wiener Kongress.
Der Geist des Sechsstädtebundes ist in unserer Region bis heute spürbar – in der prachtvollen Architektur unserer Altstädte, der gemeinsamen Identität und dem Zusammenhalt der Oberlausitzer.
Anlässlich des diesjährigen Tages der Oberlausitz laden wir Sie alle wieder zu einer traditionellen Führung durch unser Gewerbegebiet, den ehemaligen VEB Mechanische Werkstätten, ganz herzlich ein.
Anlässlich des Tages der Oberlausitz 2026
findet am Sonnabend, dem 22. August 2026, ab 9:30 Uhr,
wieder ein geführter Rundgang durch unser Gewerbegebiet statt.
Treffpunkt: Eingangsbereich – Achtung Straßenbau – Umleitung ist ausgeschildert!
Die Zufahrt zum Gewerbegebiet ist während der Bauzeit bauabschnittsweise entweder über die Hauptzufahrt (Eutricher Straße) oder über eine eingerichtete Behelfszufahrt an der Truppener Straße möglich.
Parkmöglichkeiten sind im Gewerbegebiet vorhanden!
Thema: VEB Mechanische Werkstätten - Arbeiten hinter dem Vorhang!
Wir freuen uns wieder über zahlreiche Interessenten!
| - | Heimatstube + Ausstellung „Königswartha vor 100 Jahren“ (Ortsbuch von 1924) |
| - | Kaolinwerk Caminau – Zeitabschnitte in der Geschichte bis 1989 |
| - | Sächsisch-preußische Grenzsteine um 1815 – 34 Fototafeln – digitalisiert – |
| - | Königswartha um 1900 (mit zahlreichen Fotos und Dokumenten) |
| - | Historische Kinoplakate |
|
| im Vereinshaus, Gutsstraße 4 c, öffnen wir, auch nach vorheriger Anfrage (Mindestanzahl 5 Personen) sehr gerne für Sie. |
|
| Telefon 035931-20812 oder per E-Mail: geschichtsverein-rak@online.de |
| - | Fotos von Königswartha um 1950 befinden sich im Foyer des Hotels Heidehof, Hermsdorfer Straße. |
Auf unserer Webseite www.geschichtsverein-rak.de/geschichte-und-geschichten.html sind viele weitere interessante Geschichten über unsere Gemeinde zu lesen. Informationen zu unserer Vereinstätigkeit und Aktuelles finden Sie auf unserer Facebook-Seite Königswarthaer Geschichtsverein RAK e.V.
Herzliche Grüße und beste Wünsche für eine friedvolle Sommerzeit