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Amtsblatt der Stadt Köthen (Anhalt) Bürgerzeitung mit amtlichen Bekanntmachunge
Ausgabe 11/2020
Nichtamtlicher Teil
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Dokumentation „Menschsein" bot Einblick in die Lebenswelt von Menschen mit Einschränkungen

Im Anschluss an die Filmvorführung gab es es Podiumsdiskussion.

Auf Einladung des Vereins Köthener Sonnenstrahl e. V. in Kooperation mit dem „Örtlichen Teilhabemanagement der Stadt Köthen (Anhalt)“ wurde am 20. Oktober im Veranstaltungszentrum die Dokumentation „Menschsein“ gezeigt. Der Film begleitet rund um den Globus Menschen mit Einschränkungen und zeigt, wie diese mit ihrer Behinderung umgehen und welchen Einfluss die verschiedenen soziokulturellen Umstände auf ihr Leben haben.

Realschullehrer Dennis Klein bereiste innerhalb von 14 Monaten 23 Länder, um diese besonderen Menschen kennenzulernen. Sein Antrieb: Als Kind fürchtete er sich vor Menschen mit Einschränkung, nun will er seinen Horizont und den der ZuschauerInnen erweitern. Klein lernte auf seinen Reisen charismatische und lebensbejahende Menschen kennen, hörte aber auch tragische Geschichten: In Mumbai wurde ein Mädchen über Jahre von ihrer Familie versteckt, in Nepal erklärte die Mutter zweier Kinder mit Einschränkungen, dass diese eine Strafe Gottes seien.

Klein wertet dabei nicht, die Kamera ist in seiner Dokumentation meist stiller Beobachter und lässt sich ZuschauerInnen selbst eine Meinung bilden. Zu Beginn des Films unterstützt der Lehrer eine junge Frau aus Afrika noch mit Geld und Kleidung, resümiert aber später, dass das Geld gestohlen worden sei und die Kleiderspende ihren Mann beschämt hätte. Sein Eingriff habe wohl hauptsächlich Schaden angerichtet. Der Rest der Dokumentation verfolgt schließlich einen anderen Ansatz: „Menschsein“ ist ein Überblickswerk, das ein Grundverständnis für die Lebenswelt von Menschen mit Einschränkungen schaffen möchte und erkennt, dass ein gegenseitiges Verstehen der einzige Ausgangspunkt inklusiven Handelns ist.

Im Anschluss an die Filmvorführung fand eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen aus Politik, Kirche sowie dem Vorsitzenden des Gebärdensprachfreunde-Sport-Kultur Köthen e. V. statt. Obwohl coronabedingt nur 40 ZuschauerInnen zugelassen waren, entwickelte sich dabei ein lebendiger Austausch, bei dem unter anderem die Arbeitsmarktchancen von Menschen mit Einschränkungen, der Themenkomplex Barrierefreiheit und die integrative Arbeit in Kitas zur Sprache kamen.