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Amtsblatt der Stadt Köthen (Anhalt) – Bürgerzeitung mit amtlichen Bekanntmachungen
Ausgabe 3/2026
Nichtamtlicher Teil
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Geburtstag mit Hundebesuch und Raucherpause

Eine gern gestellte Frage auf Geburtstagsfeiern, deren zentrale Figur ein mittlerweile höheres Alter erreicht hat, ist die nach dem Geheimnis für ein langes Leben. Monika „Moni“ Grosch, die am 3. März ihren 95. Ehrentag feiern konnte, hat dafür eine etwas ungewöhnliche Antwort parat. Während andere noch im hohen Alter Kalorien zählen – oder dies zumindest behaupten – schlummert ihr Rezept für einen erfüllten Tag in der Zigarettenschachtel auf ihren Wohnzimmertisch. „Wenn ich die Zigarette nicht an hab, dann bin ich krank“, scherzt die gebürtige Hallenserin. Ein paar Jahre habe sie auf den Glimmstängel verzichten können, erinnert sich Nichte Sylvia Kellner. Über die genaue Zeit der Abstinenz herrscht zwischen den beiden Damen jedoch neckische Uneinigkeit. Überhaupt seien Raucher einfach gesellige Menschen. So hätte sie nach ihrem Umzug 2023 nach Köthen (Anhalt) in das betreute Wohnen im ehemaligen Berlin-Halberstädter Bahnhof schon bald Freunde gefunden – und zwar in der Raucher-Ecke.

Ein guter Freund von Moni ist auch Bino. Der einjährige Shiba Inu-Hund von Nichte Sylvia ist oft zu Gast in der Georgstraße und ein wahres Energiebündel. „Früher hatten wir auch einen Hund, der Asta hieß. Mit seinem Spielzeug spielt jetzt Bino und der hat vieles gleich kaputtgekriegt“, berichtet Moni Grosch mit einem Lächeln. Das bekam auch Oberbürgermeisterin Christina Buchheim zu spüren, die dem Geburtstagskind gratulierte und sogleich vom Hund als Spielpartnerin auserkoren wurde. Noch etwas geschäftiger sollte es später zur Geburtstagsfeier in der Wohnung werden. „Ich habe viele Nichten und Neffen. Dafür ist aber allein meine Schwester Christa verantwortlich, die im Gegensatz zu mir sechs Kinder hat“, sagt die 95-Jährige mit einem Augenzwinkern. Alle würden es sicherlich nicht zur Feier schaffen, aber vielleicht genug, damit das zweite Rezept zum Glücklichsein von Monika Grosch zum Einsatz kommen könnte: „Hin und wieder trinke ich auch mal ein Schnäpschen. Aber nur in guter Gesellschaft.“

38 Jahre war ihr Mann Willy eben diese gute Gesellschaft, bis er 2014 verstarb. Ihr Kleingarten sei ihr Heiligtum und größter Glücksquell gewesen, berichtet das Geburtstagskind. Die Rollen waren dabei klar verteilt: Willy richtet den Garten her und Moni die Laube. Einen eigenen Garten hat Monika Grosch in Köthen (Anhalt) zwar nicht mehr, ist aber trotzdem voll des Lobes über ihre Unterkunft. Auch, weil Nichte Sylvia, ihre Familie und natürlich Bino in wenigen Schritten bei ihr sein können.