Anica Gullasch vom Bio-Landhof Babow stellt der Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstedt (l.) den Familienbetrieb vor.
Henry Gullasch (l.) erläutert der Ministerin den Hirsenanbau in der Region.
Vertreter der Bio-Anbauverbände informierten sich in Babow über einen der größten landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Region.
Land- und Ernährungswirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt besucht am 28. und 29. Mai im Rahmen einer Bio-Tour acht Bio-Betriebe im Südosten Brandenburgs. Organisiert wurde die Tour vom „Agrarpolitischen Arbeitskreis des Ökologischen Landbaus Brandenburg“. Begleitet wird die Ministerin unter anderem von Vertreterinnen und Vertretern der Anbauverbände Demeter im Osten, Bioland, Naturland und Biopark. Die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg versteht sich als Brücke zwischen Stadt und Land, um Verbraucherinnen und Verbraucher rund um das Thema „Bio“ zu informieren.
Schwerpunkt vom Bio-Landhof Babow der Familie Gullasch, der im Biosphärenreservat Spreewald liegt, ist der Anbau von Sonderkulturen, insbesondere Bio-Rispenhirse. Darüber hinaus werden unter anderem Dinkel, Roggen, Gerste, Sonnenblumen und Mais erzeugt. Ergänzt wird der Betrieb durch die ökologische Aufzucht von Gänsen und Enten in Weidehaltung mit hofeigenem Futter. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden vor Ort gelagert und aufbereitet sowie an regionale Verarbeitungsbetriebe im Spreewald geliefert. Auf dem Hof lebt und arbeitet man inzwischen in sechster Generation. Bereits seit den neunziger Jahren betreibt der Familienbetrieb den ökologischen Ackerbau.
Auf 550 Hektar Ackerfläche werden hier Hirse, Sonnenblumen, Dinkel, Weizen und Roggen angepflanzt, erklärt Anica Gullasch der Landwirtschaftsministerin. Seit 2003 ist der Betrieb Bioland-Mitglied. Stolz sind Anica und Heny Gullasch autark und so auf keinen weiteren Dienstleister angewiesen zu sein. Grundstein für den Erfolg, so Anica Melde war ihr Vater Hugo Melde, der als „Hans in allen Gassen“ Enthusiast und Ideengeber der Bio-Vermarktung war. Von diesem hatten sie den Landwirtschaftsbetrieb schuldenfrei übernommen. Der Großbrand stellte dann alles auf den Kopf. Dankbar sind die beiden über die große Anteilnahme und Unterstützung seitens der Bürger und der Gemeinde. Heute steht der Hof wieder gut da. Mit der Schälmühle in Vetschau und Paulicks Mühle in Müschen hat der Betrieb zwei Mühlen in direkter Nähe, um die Ware zu einem guten Preis los zu werden. Aber auch Spreewälder Bio-Mühle im Krieschower Gewerbegebiet ist ein regionales Höfe-Projekt, an dem sich der Bio-Landhof in Babow mit der Hirse beteiligt. Zudem werden im Hofladen Gänse und Enten direkt an die treuen Stammkunden vermarktet. „Die Käufer wissen zu schätzen, dass unsere Tiere nicht nur viel Sonne abbekommen, sondern auch bestes Futter“, sagt Anica Gullasch.
Neben dem Bio-Landhof in Babow besuchte die Ministerin auch die Spreewälder Biomühle in Krieschow und den Biohof Auguste in Kolkwitz.
Letzterer Hof wurde im Juni 2011 als historischer Vierseitenhof in Kolkwitz erworben. Es folgten umfassende Sanierungsarbeiten. 2012 wurden zwei moderne Stallbauten für Enten und Gänse errichtet. Die Mitarbeiter und Beschäftigten zogen gemeinsam mit ihren Zuchttieren Anfang 2013 vom „alten Hof“ am Erlengrund nach Kolkwitz. Dort bieten zwei moderne Mehrzweckgebäude sowie die neuen Stallgebäude mit ihren dazugehörigen Aufenthalts- und Sanitärräumen deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen.
Auf dem Biohof arbeiten seelisch beeinträchtigte Menschen unter Anleitung von geschultem Fachpersonal. Der Biohof ist Mitglied des Anbauverbandes Naturland e. V.
Die Gänse und Enten werden ganzjährig auf großzügigen Weiden gehalten und von den Mitarbeitern der Lebenshilfe Werkstätten versorgt. Das Futter für die Geflügel bauen wir selbst an bzw. erhalten es von einem Kooperationspartner, der ebenfalls nach den Biorichtlinien von Naturland arbeitet, erklärt Dr. Christina Eisenberg, ehrenamtliche Geschäftsführerin des Förderverein Lausitz e.V.