Die Gesellen im 3. Lehrjahr des Landesbetriebes Forst stellten an der Hexenkiefer diese tolle Bank auf.
Am 18. Juni fuhr im Wald zwischen Kackrow und Wiesendorf ein Transporter vor. Zehn große Holzteile lagen darauf. „Das wird die erste Bank im Revier werden“, sagt der Revierförster Martin Kahl. Und auch Petra Zenker aus Kackrow schaut ganz gespannt auf die vier Arbeiter, die Schritt für Schritt die zehn Lärchen-Teile zu einer wunderschönen Bank zusammensetzen. Diese steht nun vor der Hexenkiefer. Genau so wie es Petra Zenker sich gewünscht hatte, um den Blick auf die sagenumwobene Kiefer genießen zu können. Über den Kolkwitzer Nabu ging der Wunsch zum Landesbetrieb Forst und von dort zum Forstamt und Forstbetrieb. Im Letzteren befanden sich Gesellen im 3. Lehrjahr, die unter der Anleitung vom Lehrausbilder Max Schulz dieses schöne Unikat bauten und aufstellten. Der Kackrower Ortsvorsteher René Kochan bedankte sich beim Forstbetrieb für diese tolle Schenkung und erzählte den Arbeitern, welche Sagen sich um die Hexenkiefer ranken. Zudem erklärte der Ortsvorsteher, dass rings um Kackrow einige Bäume anfangen, statt nach oben zu streben, lieber über den Boden kriechen.
Die Hexenkiefer – ein mystischer Ort
Wer den Radweg von Kackrow nach Wiesendorf entlangfährt, entdeckt kurz vor dem Forsthaus einen Feldstein am Weg. Folgt man dem kleinen Pfad, öffnet sich eine Lichtung – und dort steht auch die Hexenkiefer.
Die ursprüngliche Hexenkiefer war ein einzigartiges Naturdenkmal. Sie besaß drei mächtige Äste von 16, 17 und 19 Metern Länge, die nicht in den Himmel wuchsen, sondern schlangenartig am Boden entlangkrochen. 1926 ging sie ein. Der Krieschower Förster entdeckte um 1980 eine neue, seltsam geschwungene Kiefer in der Nähe des alten Standorts. Um die Mystik zu bewahren, wurde dieser Baum gehegt und gepflegt – die heutige Hexenkiefer.
Das Ende der Kiefer
Die Forstwirtschaft wurde der alten Hexenkiefer zum Verhängnis. Eine neue Schonung raubte ihr das Licht. Als ihr Holz im Ofen verbrannte, soll es so unheimlich geknistert haben, dass die Frau des Waldbesitzers glaubte, ein Schreckgespenst wolle entweichen.
Spuren bis heute
Auch wenn die ursprüngliche Hexenkiefer vergangen ist – im Wald rund um Kackrow finden sich noch viele verschlungene Kiefern, deren Stämme sich wie Posthörner winden. Ob Naturphänomen oder Nachkommen der Hexenkiefer! Die Forstleute kennen die Antwort – doch vielleicht ist es schöner, das Geheimnis zu bewahren.