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Klingenthaler Stadtanzeiger
Ausgabe 1/2026
Sonstiges
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Gemeinschaft, Arbeit und Anerkennung: Die Göltzschtalwerkstätten in Klingenthal

Unsere Werkstatt für behinderte Menschen im Klingenthaler Gewerbegebiet „Neue Wiesen“ ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in unserer Region. Fast 60 Menschen mit einer Behinderung oder einem Handicap finden hier eine sinnvolle Aufgabe, die ihnen Teilhabe am Arbeitsleben ermöglicht und ihnen die Sicherheit gibt, gebraucht zu werden. Die Werkstatt ist eine Zweigstelle der Göltzschtalwerkstätten, einem Fachbereich der Diakonie Auerbach e.V., einem der größten Träger der freien Wohlfahrtspflege in Westsachsen und zugleich einem der größten Arbeitgeber im Vogtland. Damit ist die Einrichtung nicht nur ein Ort der Beschäftigung, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der eng mit den ortsansässigen Firmen in Klingenthal und vielen weiteren Partnern im oberen Vogtland zusammenarbeitet.

Grundsätzlich können beeinträchtigte Menschen unabhängig von der Ursache, der Art oder Schwere ihrer Behinderung bei uns arbeiten. Ist eine Person voll erwerbsgemindert und kann sie auf Grund der Behinderung nicht, noch nicht, oder nicht mehr auf dem ersten Arbeitsmarkt tätig sein, so kann ein Aufnahmeantrag gestellt werden. Somit kann man in den Göltzschtalwerkstätten eine neue Chance finden, seine Fähigkeiten einzubringen und Teil einer Gemeinschaft zu sein. Unsere Werkstatt ist eine offene Einrichtung, die jederzeit besucht werden kann. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Angehörige oder mögliche neue Beschäftigte sind herzlich eingeladen, sich vor Ort ein Bild von unserer Arbeit zu machen.

Die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft ist für uns von großer Bedeutung. Zu unseren Geschäftspartnern zählen unter anderem die Injecta GmbH, die zum Sarstedt Konzern gehört, die Firmen S&S und IK Elektronik, die Erzgebirgische Bürstenindustrie, Rohema in Markneukirchen, sowie die Steiniger Metallwarenfabrik in Hammerbrücke. Diese Kooperationen zeigen, dass Werkstätten nicht nur soziale Einrichtungen sind, sondern auch verlässliche Partner für die Industrie und das Handwerk. Wir wünschen uns stets volle Auftragsbücher und freuen uns über neue Kontakte zu Unternehmen, Kirchgemeinden, Schulen und anderen gesellschaftlichen Akteuren.

Ein besonderes Ereignis ist jedes Jahr der bundesweite Aktionstag „Schichtwechsel“. Dabei tauschen Menschen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft für einen Tag ihren Arbeitsplatz mit Beschäftigten in einer Werkstatt für behinderte Menschen. In diesem Jahr konnte unsere Oberbürgermeisterin Frau Judith Sandner am 25. September aufgrund wichtiger Amtsgeschäfte nicht teilnehmen. Umso erfreulicher war es, dass sie gemeinsam mit ihrer Assistentin Frau Ute Rill am 28. November unsere Werkstatt besuchte. Beide haben sich aktiv an unseren aktuellen Aufträgen beteiligt und mit den Beschäftigten einen sehr guten Austausch gepflegt. Im Gegenzug durfte Dana Reipert aus der Werkstatt einen Tag in die Abläufe des Rathauses eintauchen. Auch das Cafe „B“ wurde von Ihr besucht. Frau Sandner war schon im vorigen Jahr Gast unserer Werkstatt. Der nächste Aktionstag findet am 24. September 2026 statt, und schon jetzt möchten wir wieder dazu einladen, uns an diesem Tag zu besuchen und die Arbeit unserer Beschäftigten hautnah zu erleben.

Werkstätten für behinderte Menschen sind Orte der Inklusion, der Wertschätzung und der Gemeinschaft. Sie bieten Menschen, die andernorts keine Chance erhalten, eine sinnvolle Aufgabe und gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb dürfen Werkstätten nicht als Auslaufmodell betrachtet werden, sondern verdienen Anerkennung und Unterstützung. Wir sind stolz auf unsere Arbeit und freuen uns über jeden neuen Beschäftigten, über jeden neuen Auftrag und über jeden neuen Kontakt, der unsere Werkstatt bereichert und stärkt.

Sehr herzlich wollen wir uns noch einmal bei unserer Oberbürgermeisterin Judith Sandner und Ihrem Rathausteam, sowie bei Barbara Pfeiffer vom Cafe „B“ – Begegnung, Beratung, Brotkorb - bedanken!

Allen unseren Beschäftigten, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, Freunden und Unterstützern wünsche ich Gottes Segen und einen richtig guten Start in das neue Jahr 2026!

Rainer Pilz, Zweigstellenleiter