Mit dem Schuljahr 2025/2026 wurde an sächsischen Gymnasien das neue Profil „Unternehmerische Bildung“ eingeführt. Auch am Sportcampus Klingenthal eröffnet sich damit die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler, zunächst im Rahmen des GRW-Unterrichts, frühzeitig an wirtschaftliche Zusammenhänge, unternehmerisches Denken und die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt heranzuführen. Gemeinsam mit regionalen Partnern wie der INJECTA GmbH bietet sich die Chance, Theorie und Praxis eng miteinander zu verbinden und jungen Menschen wertvolle Einblicke in die Wirtschaft ihrer Heimatregion zu ermöglichen.
Das neue Profilfach basiert auf dem Lehrplan des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und verfolgt das Ziel, wirtschaftliche Bildung lebensnah und praxisorientiert zu vermitteln. Dabei stehen nicht nur fachliche Kenntnisse im Mittelpunkt, sondern auch die Entwicklung von Eigeninitiative, Kreativität, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Projekte zu planen und umzusetzen, wirtschaftliche Entscheidungen zu verstehen und Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.
Bereits ab der Klassenstufe 8 setzen sich die Jugendlichen mit grundlegenden wirtschaftlichen Fragestellungen auseinander. Sie beschäftigen sich mit Bedürfnissen und Gütern, den Funktionen des Geldes, dem Umgang mit Finanzen sowie Themen wie Sparen, Investieren und nachhaltigem Konsum. Darüber hinaus lernen sie den Wirtschaftskreislauf kennen und setzen sich mit den Zusammenhängen von Angebot und Nachfrage sowie den Auswirkungen der Globalisierung auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt auseinander.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis von Unternehmen als wichtige Akteure der Wirtschaft. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in Unternehmensziele, Wertschöpfungsprozesse und betriebliche Abläufe. Themen wie Rechtsformen, Produktionsfaktoren, Standortentscheidungen, Marketing sowie Grundlagen des Rechnungswesens und der Buchführung vermitteln ein umfassendes Bild davon, wie Unternehmen arbeiten und welche Entscheidungen für ihren Erfolg von Bedeutung sind.
Besonders wertvoll ist dabei die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. Die INJECTA GmbH kann den Unterricht durch Praxisbeispiele, Betriebsbesichtigungen und den direkten Austausch mit Fachkräften bereichern. Dadurch werden wirtschaftliche Inhalte greifbar und die Schülerinnen und Schüler erhalten authentische Einblicke in moderne Unternehmensstrukturen und berufliche Perspektiven eines internationalen Marktführers der Medizintechnik vor Ort.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Profils ist der Blick auf die Arbeitswelt von morgen. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel und demografischer Wandel spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Jugendlichen setzen sich mit neuen Arbeitsformen, flexiblen Berufsbiografien und den Anforderungen des lebenslangen Lernens auseinander. So werden sie auf eine Arbeitswelt vorbereitet, die sich stetig verändert und neue Kompetenzen erfordert.
Das Profil „Unternehmerische Bildung“ schafft darüber hinaus zahlreiche Möglichkeiten für projektorientiertes Lernen. Eigene Geschäftsideen können entwickelt, Projekte geplant und wirtschaftliche Zusammenhänge praktisch erprobt werden. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler, Verantwortung zu übernehmen, Lösungen zu entwickeln und ihre Ideen überzeugend zu präsentieren.
Soweit zur Theorie, … nun zur Praxis ...
Nach einem erfolgreichen Schuljahr 2025/2026, vielen gemeinsamen Treffen, Telefonaten, Praxistagen, Interviews und Betriebsbesichtigungen in den verschiedenen Abteilungen der INJECTA folgte am 09.06.2026 die Abschlussveranstaltung in der AULA des Sportcampus Klingenthal.
Alle 6 Schülergruppen stellten in sehr professionellen Abschlusspitches Ihre Themen, Aufgaben, Lösungsvorschläge und Zukunftsvisionen vor. Die eingangs vorhandene Aufregung der Schülerinnen und Schüler legte sich recht schnell, da das anwesende Publikum mehr als begeistert war. Jedes Thema wurde mit viel Beifall und zustimmenden Wertungen durch die Jury und das anwesende Publikum ausgiebig honoriert. Die Schülerinnen und Schüler haben beeindruckend gezeigt, dass betriebswirtschaftliche Themen wie das Interpretieren einer Gewinn- und Verlustrechnung, das Erklären einer betrieblichen Aufbau- und Ablauforganisation (Organigramm und Prozesse), die Themen von Automatisierung und Digitalisierung sie ebenso interessieren. Ebenfalls zur Lösungsvorstellung standen die Themen: Was erwarten die jungen Schülerinnen und Schüler von einem zukünftigen Arbeitgeber“ als auch die „Gestaltung einer neuen, professionellen Website“.
Wer immer noch meint, dass ist Nichts für Schüler der Klasse 9, der soll bitte mal an den gymnasialen Teil des Sportcampus nach Klingenthal kommen! Das war auch das Eingangs- und Schlussfazit von Steffen Wahl (Schulleiter vom Sportcampus Klingenthal) und Frank Riemer-Keller (Geschäftsführer der INJECTA Klingenthal). Beide waren super begeistert. Ebenso war die Freude den beiden Lehrerinnen Charlotte Will und Steffi Röder sowie dem Personalleiter der INJECTA, Jörg Lazarus, auf die Stirn geschrieben.
Wie auch im internationalen Sport üblich, wurden die Schülerpitches durch eine Jury bewertet. Alle haben gewonnen, an Erfahrung, Lust und Motivation für Neues.. Es gab aber in der Tat auch eine gesonderte Prämierung von Platz 1 bis 3. Neben dem anerkennenden Händedruck, der Urkunde und lobender Dankesworte durften sich die Schülerinnen und Schüler über „Bares“ in Form von Wertgutscheinen freuen. Das obligatorische Gruppenfoto „danach“ entlockte allen ein Lachen der Freude und Erleichterung. Die zahlreichen Gäste, Eltern, Mitarbeiter der INJECTA, die Oberbürgermeisterin Judith Sandner, die Stadträte, Vertreter der IHK Plauen und des Landratsamtes Plauen als auch vom LASUB waren geflasht (jugendlicher Ausdruck von Freude) von den gezeigten Leistungen. Das einhellige Urteil lautete: Das schaffen nur die Vogtländer!
Ja, das war unsere Lernreise 2025/2026. Mit viel Begeisterung, Engagement, Überzeugung in die Notwendigkeit neuer Lernfelder und dem Wille der jungen Leute war es möglich, hier den ersten Schritt eines „Sächsischen Pilotprojektes“-Live aus Klingenthal zu gehen!
Für den Sportcampus Klingenthal und die regionale Wirtschaft eröffnet sich damit eine vielversprechende Zukunftsperspektive. Die Verbindung von schulischer Bildung und unternehmerischer Praxis stärkt nicht nur die Berufsorientierung junger Menschen, sondern fördert auch die Bindung an die Region. Unternehmen wie INJECTA erhalten die Möglichkeit, frühzeitig mit engagierten Nachwuchskräften in Kontakt zu treten und Einblicke in spannende Berufsfelder zu geben.
Mit der Einführung des Profils „Unternehmerische Bildung“ setzt Sachsen ein starkes Zeichen für mehr Wirtschaftsbildung und Zukunftskompetenz an Schulen. Gemeinsam können Schulen und Unternehmen dazu beitragen, junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung, Studium und Beruf bestmöglich zu begleiten und die Zukunft der Region aktiv mitzugestalten.