Die Städtepartnerschaft zwischen dem sächsischen Klingenthal und dem böhmischen Kraslice stand im Mittelpunkt eines langen Sommer-Wochenendes: Vom 12. bis 14. Juni 2026 reihten sich Programmpunkte aus Kultur, Sport, Spiel und Spaß aneinander und machten das Jubiläum zu einem besonderen Ereignis für deutsche und tschechische Bürgerinnen und Bürger. Gefördert wurde das Fest aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Kleinprojektefonds, verwaltet durch die Euregio egrensis, Arbeitsgemeinschaft Sachsen/ Thüringen e.V.
Ein Festakt am Samstag, den 13. Juni 2026 würdigte die besondere Verbindung beider Städte inmitten Europas. Dabei bezieht sich dies nicht nur auf die geografische Lage, sondern auch auf das gemeinsame Leben: Klingenthals Oberbürgermeisterin Judith Sandner und ihre Amtskollegin aus Kraslice, Jirína Junková betonten die Wichtigkeit der Partnerschaft für das freundschaftliche Miteinander: Seit vielen Jahren führen Projekte an Kindergärten und Schulen beider Städte, gemeinsame Rettungskonzepte mit Bergwacht und Feuerwehr oder auch eine gegenseitige Vermarktung touristischer Angebote deutsche und tschechische Bürger zusammen. Insbesondere bilden gemeinsame Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen zu nachhaltigen Partnerschaften. Landrat Thomas Hennig und der Landtagsabgeordnete Sören Voigt schlossen sich an. Was höchst förmlich und offiziell klingen mag, wurde auf dem Marktplatz an diesem Wochenende jedoch Wirklichkeit und begeisterte alle Gäste: Schanzenmaskottchen Harry und der Kleine Maulwurf Krtek standen gemeinsam auf der Bühne, ALISON, Horalka oder auch die Bigband Kraslice sorgten im Festzelt für Stimmung.
Die Kraslicer Musikschule mit Orchester und Tanzgruppe begeisterten, für die bevorstehende Teilnahme der Kinder-Tanzgruppe an der Weltmeisterschaft in Ungarn wünschte das deutsch-tschechische Publikum mit tosendem Applaus alles Gute. Gäste konnten auf und rund um den Marktplatz viel erleben: Live-Musik, Schausteller, Mini-Skifliegen, Citycross im Stadtpark, Wandern, Basteln, Kinderschminken und und und ...
Unübersehbar war am Samstagabend das Feuerwerk, welches Simon Steudemann und sein Team für dieses Stadtfest in blau-gelb kreiert hatten. 52 Kilogramm Sprengstoff, 2300 einzelne Schuss und rund 30 Stunden Teamarbeit investierte er in dieses besondere Ereignis, das 10 Minuten lang über dem Stadtzentrum Klingenthals Sterne regnen ließ.
Zusätzlich warteten in diesem Jahr weitere besondere Aktionen auf Mitmach-Gäste:
Weltpremiere hatte am Samstag, den 13. Juni 2026 Ping Pong Beats – Tischtennis mit Musik, jeder konnte mitmachen. Und so kam es dann auch: Schüler gegen Rentner, geübte Spieler gegen einstige Ferienlagerteilnehmer, alles im Rhythmus von Techno-Beats. Spaß hatten alle Teilnehmer, die Erstplatzierten erhielten unter anderem Freikarten für das Klingenthaler Freibad.
Wieder gastierte am Sonntag das EnviaM Städte-Radeln, wo Teilnehmer möglichst viele Kilometer für einen gemeinnützigen Zweck radeln konnten. Diesmal ging die Hoffnung der Klingenthaler auf: Die Stadt am Aschberg setzte sich an die Spitze der Gesamtwertung, 17 weitere Städte folgen jedoch noch, bis Oktober bleibt offen, welche Stadt den ersten Platz belegt und damit das Hauptpreisgeld in Höhe von 8000 Euro erhält.
Die Euregio egrensis Arbeitsgemeinschaft Sachen Thüringen e.V. präsentiert sich ebenfalls am Sonntag gemeinsam mit Partnern auf einer Europameile, Information und Inspiration für zukünftige Projektpartner inklusive. Geschäftsführer Steffen Schönicke betonte bereits am Samstag während des Festempfangs die wichtige Rolle von Partnerschaften im Rahmen der Europäischen Idee, stellte am Sonntag gemeinsam mit seinem Team die Euroregion samt ihrer Fördermöglichkeiten vor.
Schon am Freitagabend um 18 Uhr machten sich die Teilnehmer des „Grenzlandhunderters“ und des „Nachfünfzigers“ auf den Weg diesseits und jenseits der Grenze. Der Klingenthaler Wandersportverein unter Federführung von Peter Meisel hatte gemeinsam mit tschechischen Partnern in Oloví und Rotava eine anspruchsvolle Tour organisiert, komplettiert tags vom Höhensteigfünfziger. Deutsche und tschechische Wanderer waren gemeinsam diesseits und jenseits der Grenze unterwegs.
Den Samstagabend gestaltete die Klingenthaler Band „FAB – Feierabendbrigade“. Das durften die Gäste durchaus wörtlich nehmen – jenseits eines geruhsamen Abends stand auch hier das Feiern im Vordergrund. Rockmusik sorgte für Lebensfreude im Festzelt.
Doch schon der Nachmittag lohnte sich mit Schauvorführungen von Bergwacht und Feuerwehr, dem Konzert des Stadtorchesters Klingenthal und der Bigband Kraslice. Blasmusik verbindet die Einwohner beider Städte – als einstige Standorte der Metallblasinstrumentenherstellung genauso wie bei der Freude an der Musik. Inzwischen musikzieren auch in Klingenthals Klangkörpern tschechische Musiker. Bestes Beispiel der Schlagzeuger der BrassSocks. Šimon, Kraslicer Einwohner und Medizinstudent in Plzen wird – so der Plan – nach Abschlussprüfung in seine Heimatstadt zurückkehren und eine Hausarztpraxis eröffnen.
Das Sachgebiet Kultur & Tourismus der Großen Kreisstadt Klingenthal hatte ein abwechslungsreiches Programm organisiert und hatte in Heike Meinel und Jens Böhm und ihrem Team als Zeltwirte, im Klingenthaler Wandersportverein, dem VSC Klingenthal, der Freiwilligen Feuerwehr Klingenthal, der Bergwacht und allen zahlreichen weiteren Ehrenamtlern, Helfern und Vertragspartnern verlässliche Beteiligte, die das Fest zu einem besonderen Ereignis machten. Ebenso gilt dies für die Arbeitskollegen der Kraslicer Stadtverwaltung im Sachgebiet Kultur und allen tschechischen Ehrenamtlern, der Sächsischen Landespolizei und ihren tschechischen Kollegen, die in diesem Jahr mitgeholfen haben, dass Partnerschaft mitten in Europa lebt. Allen gilt ein großes Dankeschön.