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Klingenthaler Stadtanzeiger
Ausgabe 17/2026
Sonstiges
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Musikantengeschichten

Im Musikantenleben geschehen immer wieder seltsame Dinge. Einige sind hier aufgeschrieben. Nicht ganz ernst gemeint aber doch so oder so ähnlich geschehen. Und wenn Sie weitere Anekdoten über das Stadtorchester Klingenthal zu berichten wissen - alles aufschreiben und zu uns schicken (am liebsten direkt per Mail an dirk@lenk-meinel.de).

Ein Fahrplan für das Stadtorchester

Es war einige Jahre nach dem Krieg. Das damalige »Stammlokal« des Stadtorchesters war die Bahnhofsgaststätte mit seinem Wirt Herbert Rudolph, wo meistens nach der Probe bis in die frühen Morgenstunden fröhlich gezecht wurde.

Eines Tages, als die Musikanten so gegen 4.00 Uhr früh den Heimweg antraten, sagte der Schneider-Paul zum Höhler-Emil: "!Ich waß net, ich denk mer ner, de Reichsbahn richt ihrn Fahrplan eweng noch uns!"

Dr Emil gucktn ganz verdeppert a und fragtn, wierer dös maant. "No", sogt dr Paul, "jedsmoll wenn mir ham machn, lossn die en erschtn Zug naus!"

Das überrollte Cello

Kurz vor Beginn eines Konzerts des Streichorchesters im "Schloß" klingelte das Telefon. Rüdiger Scheffler, Cellist im Orchester, verlangte dringend, den Dirigenten zu sprechen. Als dieser am Hörer war, teilte ihm Rüdiger folgendes mit: "Also, ich kann heute zum Konzert nicht kommen, weil ich mein Cello überfahren habe!"

Was war geschehen? Der Scheffler-Rüdiger wollte zum Konzert und nahm sein Cello unter den Arm. Vor seiner Garage legte er es auf den Boden, öffnete das Garagentor und fuhr dann rückwärts mit seinem Auto heraus.

Nach gut zwei Metern war nur noch das Geräusch von splitterndem Holz zu hören. Das Cello hatte somit "ausgedient".

Der waghalsige Bühnenabgang

Das Stadtorchester hatte einen Auftritt im Plauener Theater. Herbert Fischbach war damals Schlagzeuger und stand an der großen Trommel auf dem höchsten Podest vor dem hinteren Bühnenvorhang. Immer, wenn ein Musikstück zu Ende war, nahm er auf seinem Stuhl Platz. Der Stuhl war aber zwischenzeitlich so verrutscht, dass ein Stuhlbein über die Podestkante hinaus in die Luft ragte.

Als sich Herbert Fischbach setzen wollte, verlor er das Gleichgewicht und "flog" mit großem Gepolter samt Stuhl circa einen Meter tief zwischen Podest und Vorhang, welcher dadurch ziemlich in Bewegung kam. Nach kurzer Zeit wühlte sich Herbert Fischbach wieder unter dem Vorhang hervor, machte vor dem Publikum eine anständige Verbeugung und nahm würdevoll seinen Platz auf dem Podest wieder ein.

Aufgrund der großen Verletzungsgefahr hat das Stadtorchester diesen "waghalsigen Abgang" des Schlagzeugers aus dem weiteren Programm vorsichtshalber gestrichen.