Wenn ich morgens meinen Dienst beginne, weiß ich nie genau, was mich erwartet und genau das macht meinen Beruf als Gemeindevollzugsbediensteter so spannend.
Nach einer kurzen Lagebesprechung informiere ich mich über aktuelle Hinweise aus der Bevölkerung oder besondere Ereignisse. Und dann geht es hinaus. Raus zu den Straßen, Plätzen und Wegen, auf denen das tägliche Leben stattfindet.
Draußen bin ich viel zu Fuß oder mit dem Dienstfahrzeug unterwegs. Ein großer Teil meiner Arbeit ist die Überwachung des ruhenden Verkehrs. Mir geht es dabei nicht darum, „Knöllchen zu verteilen“, sondern darum, Gefahren zu verhindern.
Viele sehen zuerst das Verwarnungsgeld. Ich sehe die Gefahr dahinter. Ein zugeparkter Gehweg ist für mich kein Bagatellverstoß, sondern ein Hindernis für Eltern mit Kinderwagen oder für Menschen mit einem Handicap.
Eine blockierte Feuerwehrzufahrt lässt mich nicht kalt, weil ich weiß, was im Ernstfall auf dem Spiel steht. Mein Arbeitsalltag ist geprägt von Begegnungen. Von kurzen Gesprächen auf dem Marktplatz, von dankbaren Worten, aber auch von Unmut und Kritik. Das gehört dazu. Wichtig ist mir, ruhig zu bleiben, fair zu handeln und Entscheidungen nachvollziehbar zu erklären. Denn hinter jedem Verstoß steht ein Mensch – und hinter jeder Entscheidung auch.
Respekt ist keine Einbahnstraße und oft reicht ein offenes Gespräch, um Verständnis zu schaffen.
Kein Tag gleicht dem anderen, und oft erfordern Situationen schnelles Handeln, Fingerspitzengefühl und ein sicheres Auftreten.
Zwischendurch dokumentiere ich meine Feststellungen, fertige Berichte an und stehe im engen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, dem Ordnungsamt oder der Polizei. Alle ziehen an einem Strang – für ein sicheres und geordnetes Miteinander.
Wenn Probleme geklärt, Gefahrenstellen beseitigt oder Gespräche zu einem besseren Verständnis geführt haben, weiß ich: Meine Arbeit hat Sinn. Ich bin sichtbar, ansprechbar und mitten im Geschehen – und genau das schätze ich an meinem Beruf.