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Klingenthaler Stadtanzeiger
Ausgabe 5/2026
Schulen
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INJECTA + Sportcampus = Unternehmerische Bildung

Das Sächsische Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) hat im Rahmen des Lehrplan- und Schulentwicklungsprozesses für das Schuljahr 2025/26 erstmals das schulspezifische Profil „Unternehmerische Bildung“ offiziell in den Lehrplan der Unterrichtsklassen 8-10 verankert. Das Profil zielt darauf ab, Schülerinnen und Schülern praxisnahe, anwendungsorientierte Kompetenzen zu vermitteln, die über die klassischen Fachinhalte hinausgehen. Dazu gehören ein betriebswirtschaftliches Grundwissen, Projekt- und Problemlösungskompetenzen sowie Fähigkeiten wie Selbstständigkeit, Verantwortungsübernahme, Kommunikation und Teamarbeit. All dies sind nützliche Schlüsselkompetenzen für den baldigen Übergang der Jugendlichen in die Ausbildung, das Studium oder den Beruf.

Soweit zur Theorie – nun zur Praxis:

Wie in jeder neuen „Entwicklungsetappe“ werden Vorreiter gesucht, welche die Ideen des LaSuB mit „Inhalt und somit Leben“ füllen. Hierzu wurde ein einzigartiges sächsisches Pilotprojekt gestartet. In enger inhaltlicher Abstimmung mit futuresax (Innovationsplattform der sächsischen Wirtschaft) haben sich die Schüler*innen und Lehrer*innen der 9. Klasse des Sportgymnasiums als auch das Management des größten Klingenthaler Arbeitgebers, der INJECTA GmbH, auf den Weg gemacht, das Projekt initial zu starten. In Anlehnung an den erarbeiteten Lehrplan wurden durch INJECTA typische Aufgabenstellungen und Themen aus der betrieblichen Praxis definiert. Dazu zählen unter anderem die Darstellung von Erwartungen der jungen Generationen an den zukünftigen Arbeitgeber, Themen der Cybersicherheit, Digitalisierung im Unternehmen, typische Website-Strukturen, geänderte Führungsmodelle, Themen der betrieblichen Automatisierung sowie das Verstehen grundlegender betriebswirtschaftlicher Zusammenhänge, wie z. B. das Lesen einer Gewinn- und Verlustrechnung oder die Interpretation einer Bilanz.

Zu Beginn des Projektes, nach Sichtung aller Aufgaben und Steckbriefe, haben sich die Schüler in 7 Gruppen aufgeteilt, um strukturiert mit einer Soll-Ist-Analyse zu starten. Ergänzend wurde die Startphase durch zahlreiche Interviews der Schüler mit dem INJECTA-Management, sowie die inhaltlich-fachliche Auseinandersetzung mit strukturierten Design-Thinking-Methoden zur Lösungsfindung angereichert. Dieses methodische Herangehen hilft im Weiteren, Probleme zu verstehen, Ideen zu entwickeln und letztendlich Lösungen greifbar zu machen.

„Wir sind gerade mittendrin im Schuljahr. Pünktlich noch vor den Winterferien konnten wir am Gymnasium den nächsten Projekttag gemeinsam durchführen, wo nochmals ein 1:1 Coaching mit den Schülergruppen anstand. Dieser Projekttag markierte in gewisser Weise den Übergang von der Problemklärung zur Lösungsfindung und bildet die Grundlage für die nächsten Schritte im März und April diesen Jahres: Ideen und mögliche Lösungswege in eine innovative Ergebnispräsentation (Pitch) und eine aktive Kommunikation zu überführen“, so Frank Riemer-Keller, Geschäftsführer der INJECTA GmbH.

Jörg Lazarus, Leiter Personal bei INJECTA meint hierzu. “Es ist für uns alle ein Pilotprojekt. Wir sind aber froh, an solch einer Schnittstelle (Schule-Wirtschaft) aktiv das Zepter in der Hand zu haben. Wir sammeln wertvolle Erfahrungen, führen unsere Jugend an Themen der Arbeitswelt aktiv heran und gestalten somit eine modernere Zukunft. Unsere wertvollen Erkenntnisse aus diesem sächsischen Pilotprojekt werden wir in einem Projekthandbuch erfassen und mit hoffentlich vielen Interessierten nachträglich besprechen.“

Eine Fortsetzung des Erfahrungsberichtes erfolgt im Mai diesen Jahres.

Frank Riemer-Keller / INJECTA GmbH Klingenthal