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Klingenthaler Stadtanzeiger
Ausgabe 7/2026
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Brasssocks erobert Kaiserslautern – Vogtländer Bigband sorgt bei Bundesmusikfestival für Gänsehautmomente

Es ist kurz nach halb neun am Samstagabend, als im altehrwürdigen Kammgarn Kasino die Lichter gedimmt werden. Ein erwartungsvolles Murmeln liegt im Raum, die Reihen sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Dann betreten sie die Bühne – Brasssocks, die Bigband aus dem Vogtland, die sich in den vergangenen Jahren einen Namen als energiegeladener Klangkörper gemacht hat. Was in den nächsten 40 Minuten geschieht, wird vielen im Publikum noch lange in Erinnerung bleiben.

Aus 1.400 Bewerbern ausgewählt

Der Weg nach Kaiserslautern begann bereits ein Jahr zuvor. Anfang 2025 reichte Vorstandsmitglied Ulrich Schimmack die Bewerbung beim Bundesmusikverband Chor & Orchester (BMCO) ein. Die Chancen standen nicht schlecht, aber die Konkurrenz war enorm: Rund 1.400 Ensembles aus ganz Deutschland hatten sich beworben. Als Ende 2025 schließlich die Zusage kam, war die Freude riesig.

„Das war ein Moment, den wir so schnell nicht vergessen“, erinnert sich ein Bandmitglied. „Man spürt plötzlich: Unsere Arbeit wird gesehen.“

Nur 50 Formationen erhielten die Einladung, bei den Tagen der Chor- und Orchestermusik 2026 aufzutreten – einem der bedeutendsten bundesweiten Festivals für Amateurmusik.

Eine Reise, die schon am Morgen besonders begann

Am 14. März, Punkt 8 Uhr, startete die Bigband ihre Reise. Die Stimmung im Bus war erwartungsvoll, ein bisschen angespannt, aber voller Vorfreude.

Unterstützt wurde die Fahrt von treuen Partnern: dem VW Autohaus Bauer und dem Ringerverband Markneukirchen. Beide machten die Teilnahme logistisch erst möglich.

Für ein Lächeln sorgte wie so oft Bäcker Frank Behrend, der die Musikerinnen und Musiker mit einer liebevoll zusammengestellten Auswahl seiner berühmten „Behrendsemmeln“ überraschte – herzhaft belegt, ergänzt durch etwas Süßes und frische Eier.

„Das ist schon Tradition bei uns“, sagt ein Musiker. „Frank sorgt dafür, dass wir nicht nur musikalisch, sondern auch kulinarisch gut starten.“

Ankunft, Aufbau, Adrenalin

Nach der Ankunft in Kaiserslautern bezog die Band ihre Unterkunft und machte sich anschließend direkt auf den Weg zum Veranstaltungsort. Dort wartete bereits das Team des BMCO.

Es wurde aufgebaut, verkabelt, abgestimmt – jeder Handgriff saß. Die Technikprobe verlief reibungslos, doch die Spannung stieg.

„Man weiß, dass man gleich vor einem Publikum spielt, das wirklich zuhört – und das macht etwas mit einem“, beschreibt ein Trompeter die Atmosphäre.

20:35 Uhr – Brasssocks entfacht ein musikalisches Feuerwerk

Als die ersten Takte erklingen, passiert das, was sich jede Band wünscht: Das Publikum ist sofort dabei. Es klatscht, wippt, singt mit – und lässt sich von der Energie der Vogtländer mitreißen.

Brasssocks präsentiert sich in Bestform: präzise Bläsersätze, kraftvolle Rhythmen, ein souveräner Solist nach dem anderen. Die Bühne wird zum pulsierenden Zentrum des Abends.

„Ihr habt uns sofort gehabt!“, ruft später eine Besucherin begeistert.

Ein anderer Zuschauer sagt: „So viel Spielfreude – das war einfach ansteckend.“

Die Zeit vergeht wie im Flug. Als das letzte Stück verklingt, brandet minutenlanger Applaus auf. Obwohl das straffe Festivalprogramm keine Zugaben erlaubt, hallen Rufe durch den Saal:

„Kommt wieder!“

„Ihr müsst unbedingt nochmal auftreten!“

Ein Moment des Stolzes – für die Band und für das Vogtland

Für Brasssocks war der Abend mehr als nur ein Auftritt. Es war ein Zeichen dafür, dass Musik aus dem Vogtland auch auf nationaler Bühne bestehen kann – und begeistert.

„Wir konnten unsere Heimat wieder ein Stück bekannter machen“, sagt die Band später. „Und wir haben gezeigt, dass Amateurmusik auf höchstem Niveau möglich ist.“

Dank an die Unterstützer

Zum Abschluss richtet die Bigband ihren Dank an alle, die diese Reise ermöglicht haben:

VW Autohaus Bauer

Ringerverband Markneukirchen

Bäcker Frank Behrend

und alle weiteren Helferinnen und Helfer im Hintergrund.

„Ihr seid eine große Hilfe für uns – ohne euch wäre das alles nicht denkbar.“

Mit musikalischen Grüßen

Ulrich Schimmack

- Vorstand -