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Landsberger Echo – Amtsblatt der Stadt Landsberg
Ausgabe 3/2026
Nichtamtlicher Teil
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Kalte Jahreszeit, klare Botschaft: Lebensräume bewahren

Die Teilnehmer der Exkursion auf dem verschneiten Burgstetten.

Niemberg: Der letzte Tag im Januar zeigte sich von seiner eindrucksvollsten Seite: klirrende Minusgrade, eine weiß überzuckerte Landschaft, die unter dem frühen Morgenlicht glitzerte, und der Bahnhof in Niemberg, an dem sich trotz der Kälte eine Gruppe Menschen versammelte. Dick eingepackt, mit Rucksäcken, Thermoskannen und Proviant ausgestattet, machten sie sich auf den Weg zu einem Ort, der in den vergangenen Monaten zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle Saale e. V. und der Burgstetten e. V. hatte zu einer Exkursion eingeladen – Ziel war der Burgstetten, ein bekannter und landschaftlich herausragender Punkt zwischen Niemberg und Brachstedt. Von hier aus lässt sich jenes Gebiet überblicken, in dem nach aktuellem Planfeststellungsverfahren ein Steinbruch entstehen soll. Ein Vorhaben, das die Region dauerhaft verändern würde.

Von oben wurde schnell klar, was auf dem Spiel steht, wenn der geplante Steinbruch kommen würde: ein Landschaftsraum, der direkt an ein empfindliches FFH-Gebiet grenzt – Heimat seltener Pflanzen, Tiere und wertvoller Trockenrasenflächen.

Ein Gebiet welches nicht nur ökologisch wertvoll, sondern für die umliegenden Orte auch ein wichtiger Erholungs- und Naturraum ist. Alle Teilnehmer der Exkursion waren sich einig - Ein Steinbruch an dieser Stelle darf nicht kommen. Andreas Liste, Erster Vorsitzender des Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle Saale e. V., fand deutliche Worte: „Wenn dieser Steinbruch kommt, reißen wir ein ökologisches Herz aus dieser Region. Was hier zerstört würde, ist für immer verloren – kein Gutachten, keine Ausgleichsmaßnahme kann das heilen. Wer dieses Vorhaben zulässt, entscheidet sich bewusst gegen Natur, Artenvielfalt und Lebensqualität.“

Ein starkes Signal aus der Region

Die umliegenden Ortschaften haben sich bereits bemerkenswert geschlossen gegen das Projekt ausgesprochen. Die Zahl der Einwendungen und Stellungnahmen war so hoch, dass Sichtung und Bearbeitung immer noch andauern. Eine endgültige Entscheidung steht aus. Fest steht jedoch: Die Region hat ihre Stimme erhoben – und sie wird gehört. Auch die Gemeinde Petersberg selbst hat klar Stellung genommen und äußert darin erhebliche Bedenken. Sie betont, dass Natur- und Erholungsräume im Gemeindegebiet weiter ausgebaut werden sollen und sieht durch den geplanten Steinbruch eine mögliche Gefährdung dieser Ziele.

Ein Erörterungstermin zum Planfeststellungsverfahren wird stattfinden, an welchem jeder teilnehmen kann, der eine Einwendung an das Landesamt für Geologie und Bergwesen gesendet hat. Der Burgstetten-Verein wird Sie über den Termin informieren, sobald er vom Amt bekanntgegeben wird und möchte sie jetzt schon ermuntern, daran teilzunehmen.

Heiko Rebsch