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Stadtanzeiger – Mitteilungsblatt der Stadt Leuna mit den Ortschaften
Ausgabe 1/2026
Aus dem Rathaus
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Liebe Bürgerinnen und Bürger,

ich grüße Sie ganz herzlich im neuen Jahr 2026 und wünsche Ihnen alles Gute und dass es ein Jahr der Entspannung in vielen Bereichen der Welt wird. Das vergangene Jahr wurde weiterhin durch den seit fast vier Jahren andauernden Krieg in der Ukraine und den Konflikt im Gazastreifen zwischen Israel und der Hamas geprägt. Die uns seit Jahrzehnten vertraute Weltordnung scheint aus den Fugen zu geraten.

Für unsere Gemeinschaft hoffe ich dennoch auf ein erfolgreiches und für uns alle gesundes und friedliches 2026, in dem es gelingt, vor allem auch den Menschen in der Ukraine und der Welt Frieden zu bringen.

Der Jahresanfang ist für die allermeisten Menschen auch der Zeitpunkt guter Vorsätze. Als Bürgermeister habe ich mir vorgenommen, noch intensiver über die Gremienarbeit sowie die Veranstaltungen unserer Stadt zu berichten. Dazu können Sie mit Ihrem Smartphone gern den neuen Instagram- und Facebook-Auftritt der Stadt Leuna aufrufen und die Berichterstattung verfolgen.

Wirtschaft

Zum Ende des vergangenen Jahres lauteten die Schlagzeilen in Sachsen-Anhalt und speziell im Saalekreis, dass das Unternehmen DOW sein Engagement in Schkopau und Böhlen zurückfährt und Teile schließen wird. Die APK wird den Betrieb mit dem Standort an der B 91 in Merseburg schließen und eine der ersten Firmen, die sich nach der politischen Wende in Leuna angesiedelt haben, die DOMO, musste Insolvenz anmelden.

Die Unternehmen sind in der mitteldeutschen Chemieregion jeweils in tragende Stoffverbünde integriert. Dies zu kompensieren wird auch die bestehenden Stoffverbünde vor Herausforderungen größeren Ausmaßes stellen.

Auch wenn augenscheinlich die immer noch höheren Energiepreise mit verantwortlich sind, werden die Ursachen doch viel komplexer sein. Die Nachfrageseite der Weltwirtschaft ist rückläufig. Die zu geringen Gewinnmargen in Deutschland, die Bürokratie, die seit Jahren die Wirtschaft weiter belastet, aber auch sinkende Ölpreise am Weltmarkt sorgen für Schwierigkeiten, die Stoffkreisläufe zur nachhaltigen Nutzung in Gang zu setzen. Die Entscheidungen der Unternehmen zur Einstellung der Produktionen vor Ort, werden lange vor deren Bekanntwerden getroffen. Wenn die Nachrichten an die Öffentlichkeit kommen, ist es in der Regel zu spät. Dennoch werden wir aus der Kommunalpolitik heraus bestrebt sein, den Wirtschaftsminister und auch die Landespolitiker für die Lösung der Probleme vor Ort einzubinden. Denn die wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entscheidungen werden auf Landes-, Bundes und im europäischen Parlament getroffen und eben nicht in den Städten und Gemeinden.

Außergewöhnlich ist die Situation dennoch in Leuna, wie die Firmen damit umgehen und den Herausforderungen trotzen, um die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen anzustreben.

Mit dem finnischen Unternehmen UPM und der japanischen Firma TOPAS und weiteren Investitionen durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR werden neue Unternehmen am Standort ihren Betrieb aufnehmen. Daraus werden sich auch neue Verbünde und Chancen hier am Standort ergeben.

Auch die bereits avisierten Investitionen am Chemiestandort für den „Bio-Economy-Hub“, dem vorausgehend das erste Projekt zur Erschließung einer Ansiedlungsfläche, nimmt eine erste Hürde. Das eingereichte Projekt zur Beräumung der Flächen, des im Volksmund bekannten „Roten Ochsens“ aus dem Bereich Strukturwandel und Regionalentwicklung wurde als förderwürdig eingestuft und der eigentliche Antrag kann nun bis spätestens 29. März 2026 bei der IB Bank Sachsen-Anhalt vervollständigt werden. Ich werde darüber weiter berichten.

Doppelhaushalt 2026/2027 wurde beschlossen

In der letzten Sitzung des Stadtrates, am 18. Dezember 2025, stimmten die Stadträte mehrheitlich dem Doppelhaushalt 2026/2027 zu. Dem Beschluss zum Doppelhaushalt gingen eine Reihe von Gremienbeteiligungen und Anhörungen der Ortschaften voraus.

Für unsere Verwaltung gibt der nun beschlossene Doppelhaushalt Orientierung, auch wenn aufgrund der noch immer rückständigen Jahresabschlüsse, Neuinvestitionen noch etwas warten müssen. Im beschlossenen Doppelhaushalt der Stadt Leuna gehen wir von wesentlich geringeren Einnahmen in der Gewerbesteuer aus. Für die Größe des Standortes überraschend niedrig, aber aufgrund der wirtschaftlichen Situation planen wir sehr konservativ.

Dennoch konnte der Doppelhaushalt 2026/2027 durch Rücklagen ausgeglichen werden und für die geplanten Investitionen werden auch keine Kredite aufgenommen.

Geplant sind eine ganze Reihe von Investitionen im Bereich des Städtebaus zur „nachhaltigen Erneuerung“. Hier einzuordnen sind die Investitionen und Gegenfinanzierungen der „Nordanbindung“ in der Friedrich-Ebert-Straße und auch die Weiterreichung der Fördermittelanteile an die cCe Kulturhaus Leuna GmbH zur Ertüchtigung und nachhaltigen Sanierung des Kulturhauses in Leuna.

Ein weiteres geplantes Projekt ist die Errichtung einer Turnhalle in Günthersdorf-Kötschlitz, an der Stelle, wo seit Langem das Zelt steht.

Nachdem die Stadt Leuna die Brückenprüfungen im gesamten Stadtgebiet forciert hat, ergaben sich eine ganze Reihe von Handlungsbedarfen. Einen Anfang wird die „Kuhbrücke“ zwischen Zöschen-Zweimen machen. Aber auch an der Grundschule Thomas-Münzer in Kötzschau wird eine Brücke ersetzt werden.

Weiter bekommt die Kita „Liebertsche Stiftung“ die langersehnte Erweiterung und das Projekt soll perspektivisch die Container an der Grundschule ablösen.

Wir werden die Sanierung des Daches der Turnhalle in Kötzschau vornehmen.

Die Sanitär- und Umkleideräume im Waldbad Leuna werden weiter erneuert, die Trauerhalle des Stadtfriedhofes in Leuna saniert und die Dachsanierung der Kirche in Leuna-Ockendorf begonnen.

Durch unsere Mitarbeiter der Bauverwaltung, wird das bereits benannte 1. Projekt zur Erschließungsfläche „Roter Ochse“ umgesetzt. Aber auch bei der Planung und Erschließung von Wohnbauflächen in der verlängerten Rathausstraße (ehemaliger Garagenkomplex) werden wir investieren.

Im Bereich des Straßen- und Wegebaus werden die Nordanlage in Leuna, die Bunsenstraße in Leuna, die Straße am Rittergut in Dölkau, die Treppenanlage zum Saalearm in Leuna und kleinere Fußwegbereiche neu gebaut werden. Dies erfolgt immer auch in Abstimmung mit den Trägern der kommunalen Medien, den Stadtwerken Leuna.

Weiterhin werden wir neben der Erneuerung der Einsatzkleidung unserer Feuerwehren auch ein weiteres Feuerwehrfahrzeug beschaffen und diverse Fahrzeuge unserer Bauhöfe erneuern.

Neueröffnung des Skydiving im Nova

Bereits im Dezember war ich zur Neueröffnung einer neuen Attraktion im Nova eingeladen. Begleitet wurde ich von Steffen Staake (Wirtschaftsförderung Stadt Leuna). Bei dieser Gelegenheit konnte auch die einen Fallschirmsprung simulierende Anlage getestet werden. Im Ergebnis kann ich berichten, dass dieses Erlebnis ungefährlich, zugleich jedoch spannend und eindrucksvoll ist.

Dem Unternehmer dankte ich für sein Engagement im Nova und wünschte dem gesamten Team viel Erfolg für das weitere geschäftliche Engagement. Nach Aussagen des Investors gibt es bisher nur vier vergleichbare Anlagen in Deutschland. Das Skydiving besitzt somit ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Region und wir verbinden damit die weitere Belebung des Nova.

Eröffnung Skydiving im Nova am 11.12.2025 mit dem Unternehmer Boris Nebe und dem Centermanager Peter Lehnhardt.

Ich verabschiede mich bis zum nächsten Stadtanzeiger. Genießen Sie die Winterzeit mit Schnee und Sonne und bleiben Sie alle gesund.

Ihr Bürgermeister
Michael Bedla